Meldungsdatum: 29.05.2024
Diese Veranstaltung ist im Besonderen der Restauratorin Julia Giebeler zu verdanken. Giebeler ist freiberufliche Restauratorin für moderne und zeitgenössische Kunst mit Restaurierungsatelier in Köln. Neben ihrer praktischen Restaurierungstätigkeit befasst sie sich im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte (Cologne Institute for Conservation Sciences, TH Köln) mit restaurierungstheoretischen Fragestellungen im Umgang mit zeitgenössischer Kunst. Seit 2022 arbeitet sie zudem für die Künstlerin Rebecca Horn.
Eusebius Wirdeier wurde 1950 in Dormagen geboren. Als Künstler arbeitet er mit dem Medium der Fotografie, befasst sich mit dem Alltag in Köln und im Rheinland. Seine Fotografien zeigt er in Büchern und Ausstellungen. Wirdeier arbeitet ebenfalls als Kurator, Herausgeber und Buchgestalter. Zuletzt gab er ein umfangreiches Fotobuch über die Kölner Südstadt heraus, in dem er bisher unbekannte Schwarzweiß-Fotografien des Kölner Multitalents Chargesheimer veröffentlichte. Er gilt als Experte für Chargesheimers Leben und Werk. Erst Anfang Mai hat er im Museum Ludwig dem dortigen Publikum das Leben und das Werk des Künstlers nahegebracht. „Ein Künstler, der viel zu früh zum Jahreswechsel 1971/1972 verstarb und dessen Geburtstag sich in diesem hundertsten Mal jährt. Chargesheimer", so Wirdeier, "lebte 47 intensive Jahre und schuf zwischen 1957 und 1970 die unglaubliche Reihe von vierzehn bedeutenden Fotobüchern.“
"Ebenso wie in der Fotografie ist das Licht ihr eigentliches Gestaltungsmittel. Sie sind ähnlich komplizierte mechanische Gebilde wie ein Fotoapparat. Sie sind rhythmisch und gleichzeitig chaotisch in der Vielfalt ihrer Bewegungsabläufe und erinnern damit an die Inszenierungen eines Theater- oder Musikstücks, das vielleicht eine festgelegte Zeit einhält, aber niemals exakt wiederholbar ist. Plexiglasprismen, auf Zahnrädern und Stangen montiert, bewegen sich, angetrieben durch einen Elektromotor, kreisend um ihre Achsen und reflektieren das einfallende Licht. Die Lichtreflexe bilden die zweite, die flüchtige Raumskulptur, die mit der manifesten mechanischen Konstruktion konkurriert." (Anke Solbrig 1994, In: Chargesheimer. Chaos – Form – Urform, Museum Ludwig Köln, 26.11.94 – 5.2.1995.)
Die Restaurierung der Mühle konnte im vergangenen Jahr Dank einer großzügigen Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert werden.
Die Besucher des Vortrages, der am 7. Juni um 19 uhr beginnt, erwartet ein Abend mit interessanten Informationen, Fotos und Hintergründen zum Leben und Werk des Künstlers. Es wird ein Museumseintritt von 5 Euro erhoben.
Nach fast 50 Jahren des Stillstands ist die Soester Meditationsmühle des Künstlers Chargesheimer wieder voll funktionsfähig in der Ausstellung "Aufbruch! Soest - Stadt der Kunst nach 1945" im Museum Wilhelm Morgner zu erleben.
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