Meldungsdatum: 09.07.2024

Soester Kulturerbe auf Reisen: Einblicke in bedeutende Ausstellungen

Die Soester Stadtarchäologie und das Burghofmuseum verleihen einige ihrer wertvollsten archäologischen Fundstücke an drei renommierte Ausstellungen im In- und Ausland. Diese besonderen Artefakte werden das Erbe und die Geschichte der Stadt auf einzigartige Weise präsentieren.

Schriftzeichen des frühen Mittelalters: Die Soester Scheibenfibel in Paderborn

Vom 21. September 2024 bis zum 26. Januar 2025 richtet das Diözesanmuseum Paderborn die Ausstellung „Corvey und das Erbe der Antike – Kaiser, Klöster und Kulturtransfer im Mittelalter“ aus. „Ein Highlight der Ausstellung wird die Scheibenfibel aus Soest sein, die unter anderem für die eingravierten Runen auf der Rückseite bekannt ist,“ sagt Olaf Steinbicker, Leiter derAbteilung Stadtentwicklung und Bauordnung. Diese Fibel, ein bedeutendes Beispiel für frühe Schriftlichkeit im Mittelalter, zieht nicht nur Historiker, sondern auch Sprachforscher an, die im Rahmen der Ausstellung neue Erkenntnisse gewinnen möchten. Der Eintrag im Katalog, verfasst von einem führenden Sprachforscher, verspricht weitere Aufschlüsse über die Verwendung und Bedeutung dieser Symbole.

1250 Jahre Westfalen: Ein historischer Überblick in der Paderborner Kaiserpfalz

In einer umfassenden Schau von Mai 2025 bis Februar 2026 beleuchtet das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in der Kaiserpfalz Paderborn die Entwicklung Westfalens über die Jahrhunderte. Anlässlich der ersten Erwähnung Westfalens im Jahr 775 in den Reichsannalen zeigt die Ausstellung „1250 Jahre Westfalen“ nicht nur politische Entwicklungen, sondern auch kulturelle und soziale Aspekte der Region. "Zu den Leihgaben aus Soest zählen die goldene Kegelfibel aus der Salierzeit, die Knochenkernspaltflöte, die Kubikzahlentafel, eine Karte Westfalens aus dem 17. Jahrhundert, eine Kriegstrommel aus dem 18. Jahrhundert, ein Gürtelbeschlag und ein Reliquienbeschlag – alles von außergewöhnlicher Qualität", erklärt Julia Ricken, Leiterin der Soester Stadtarchäologie. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier.

Schmuck und Kämme aus dem Leben am mittelalterlichen Hof

Die Ausstellung „Vor 1000 Jahren – Leben am Hof von Kunigunde und Heinrich II.“, die vom 25. Oktober 2024 bis zum 27. April 2025 im Historischen Museum Bamberg stattfindet, bietet einen tiefen Einblick in das tägliche Leben des kaiserlichen Paares und seiner Zeitgenossen. Neben der goldenen Kegelfibel und der Knochenkernspaltflöte gehören auch alltägliche Gebrauchsgegenstände wie Zangen und Kämme und  der Formkern einer Glockengussform zu den Leihgaben aus Soest. "Diese Stücke illustrieren das kulturelle und soziale Gefüge dieser Epoche", ordnet Dr. Norbert Wex, Leiter der Abteilung Kultur, die Soester Beiträge ein. 

Logistische Herausforderungen

Die wertvollen Objekte werden mit einem Höchstmaß an Sorgfalt und Sicherheit transportiert und ausgestellt. Dies gilt insbesondere für den Formkern der Glockengussform. Spezialisierte Transportunternehmen sind mit der qualifizierten Überführung dieser Artefakte beauftragt, um sicherzustellen, dass sie unversehrt an ihrem Zielort ankommen.

"Durch die Teilnahme an diesen hervorragenden Ausstellungen demonstriert Soest erneut nicht nur regional, sondern auch national seine kulturelle Bedeutung und stärkt das Image als geschichtsträchtiger Ort in Westfalen", betont Lavinia Haupt, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur der Stadt Soest. 

Auch die Soester Kulturpolitik unterstützt vorbehaltlos, dass die Soester Schätze nach außen getragen werden und den Stellenwert der historischen Stadt sichtbar machen.


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archäologische und museale Objekte

©  Stadt Soest
archäologische und museale Objekte

Präsentation archäologischer Fundstücke. von links nach rechts: Dr. Norbert Wex, Leiter Abt. Kultur, Julia Ricken, Leiterin der Stadtarchäologie, Lavinia Haupt, Vorsitzende Kulturausschuss und Olaf Steinbicker, Leiter Abt. Stadtentwicklung und Bauordnung