Meldungsdatum: 23.09.2024
Wie Claus Schenk Graf von Stauffenberg die Bombe platzierte und warum der Anschlag misslang, ist den meisten aus dem Geschichtsunterricht bekannt. Dass aber rund 200 Personen, ein breites Bündnis von Menschen aller sozialer Schichten und unterschiedlichster politischer Couleur am sogenannten „Stauffenberg-Attentat“ beteiligt waren, ist nur wenigen bewusst. Die Journalistin Ruth Hoffmann unternimmt eine umfassende Dekonstruktion des Mythos „Stauffenberg-Attentat“.
Attentat wird von Politik instrumentalisiert
Sie zeichnet nach, wie der 20. Juli seit Gründung der Bundesrepublik aus ihrer Sicht politisch instrumentalisiert wird: Mal, um sich gegen die DDR abzusetzen und kommunistische Widerständler zu diffamieren; mal, um Politikern, die mit dem NS-Regime kollaboriert hatten, eine Nähe zum Widerstand anzudichten. Oder, wie neuerdings die AfD, um die eigene Demokratiefeindlichkeit mit einem angeblichen Widerstandsgeist in der Tradition Stauffenbergs zu kaschieren. Denn: Noch heute gilt der 20. Juli 1944 als „Aufstand des Gewissens“ einer kleinen Gruppe konservativer Militärs, noch heute verstellt diese legendenhafte Überhöhung unseren Blick auf die Ereignisse und die gesellschaftliche Vielfalt der Verschwörung.
Ruth Hoffmann hat Ethnologie, Geschichte und Politik studiert und ist Absolventin der Henri Nannen-Journalistenschule. Sie arbeitet als freie Journalistin für verschiedene Medien, u.a. Geo, Stern, P.M. History und Spiegel Geschichte. 2012 erschien ihr Buch „Stasi-Kinder. Aufwachsen im Überwachungsstaat“ über die Kinder hauptamtlicher Mitarbeiter*innen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.
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