Meldungsdatum: 09.10.2024
Es war 19.30 Uhr, als die stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Mackensen die Sitzungsleitung übernahm und jenen Tagesordnungspunkt aufrief, in dessen Existenz Dr. Ruthemeyer nicht eingeweiht worden war. Ebenso wenig hatte er von den Überraschungsgästen gewusst, die den Ratssaal betraten. Einerseits waren dies Ehefrau Susanne und Sohn Matthias, andererseits Wegbegleiter aus der Politik: Ina Scharrenbach als Ministerin für Kommunales, Heimat, Bau und Digitalisierung, der Arnsberger Regierungspräsident Heinrich Böckelühr und Landrätin Eva Irrgang sowie Christof Sommer als Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW waren eigens ins Soester Rathaus gekommen, um die beachtliche Amtszeit und Dr. Ruthemeyers Arbeit im zurückliegenden Vierteljahrhundert zu würdigen.
Bürgermeister mit einer Amtszeit von 25 Jahre sind selten. In NRW gibt es derzeit nur fünf. Die Soester Wählerinnen und Wähler hatten ihren Anteil an Dr. Ruthemeyers Ära an der Spitze von Stadt und Verwaltung, denn nach seiner erstmaligen Wahl zum hauptamtlichen Bürgermeister im Jahr 1999 bestätigten sie ihn 2004, 2009, 2014 und 2020 im Amt.
Ministerin Scharrenbach blickte in einer Laudatio auf Dr. Ruthemeyers Arbeit zurück. „Schaut man sich die Stadt heute an, kann ich nur bescheinigen: Es waren sehr gute 25 Jahre für Soest“, konstatierte sie. „Gehen Sie durch die Stadt und denken sich alles weg, was in den letzten 25 Jahren geschehen ist: die neue Gestaltung der Fußgängerzone, die tollen innerstädtischen Plätze: den neuen Domplatz und den Vreithof, die beiden Petrikirchhöfe, die Rathaus- und die Marktstraße und derzeit den Markt. Erinnern Sie sich noch an den heruntergekommenen Bahnhof, ohne den Tunnel, den Bahnhofsvorplatz und das weiterentwickelte nördliche Gelände? Und der großartige Wall: Sein schleichender Verfall ist gestoppt. Mauer und Gräften werden Stück für Stück zu Schmuckstücken. All das erscheint unentbehrlich – und ist doch erst in den letzten 25 Jahren erfolgt.“ Im Hinblick auf seine Entscheidung, 2025 nicht noch einmal für das Bürgermeisteramt zu kandidieren, merkte sie an: „Sie haben weitaus mehr geleistet und bewegt, als man in langen 25 Jahre erwarten kann. Daher meine Gratulation nicht nur für vielen Jahre, sondern vor allem für deren beeindruckende Ergebnisse.“
Christof Sommer würdigte Dr. Ruthemeyers überörtliches Engagement für die kreisangehörigen Kommunen im Land. Im Städte- und Gemeindebund vertritt der Soester Bürgermeister viele Jahre Jahre lang die Interessen der Städte und Gemeinden gegenüber der Landespolitik, seit 2010 mehrfach als Präsident oder Vizepräsident des Verbandes. Beständig wies Dr. Ruthemeyer auf die Unterfinanzierung der Kommunen hin oder auf die drohende Überforderung bei der Unterbringung und Betreuung Geflüchteter. In seinen Dank für diese Arbeit schloss Sommer ausdrücklich Dr. Ruthemeyers Familie ein, die aufgrund der Terminfülle oft auf den Ehemann und Vater zu Hause verzichten musste.
Der Rat votierte einstimmig dafür, Dr. Ruthemeyer den Ehrenring der Stadt Soest zu verleihen. Sichtlich gerührt nahm er diese Auszeichnung und anschließend zahlreiche persönliche Glückwünsche von Ratsmitgliedern und weiteren Gästen entgegen. „Mir hat diese Arbeit immer Freude bereitet“, betonte er, und dies sei dem Rückhalt in seiner Familie und der Unterstützung durch die Verwaltungsmitarbeitenden zu verdanken, aber auch einem Rat, der immer Entscheidungen mutig mittrage, und den erfolgreich arbeitenden Tochterunternehmen der Stadt. Die verbleibenden 12 Monate bis zum Ende seiner Amtszeit werde er ganz sicher mit dem selben Engagement ausfüllen, wie die bisherigen 25 Jahre.
Im Rahmen der Ratssitzung am 8. Oktober 2024 verlieh der Rat der Stadt Soest Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer (3. von rechts) für seine Leistungen in seiner 25-jährigen Amtszeit den Ehrenring der Stadt Soest. Zu den Ehrengästen zählten (von links) Regierungspräsident Heinrich Böckelühr, Ina Scharrenbach (Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW), Christoph Sommer (Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes NRW), Ehefrau Susanne Ruthemeyer, Sohn Matthias Ruthemeyer und Landrätin Eva Irrgang.
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