Meldungsdatum: 14.11.2024

Drei weitere Stolpersteine erinnern an Opfer der Judenverfolgung

Gedenksteine werden in der Niedergasse verlegt - Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen

An 22 Stellen im Stadtgebiet erinnern seit dem Jahr 2006 die „Stolpersteine“ an jüdische Soesterinnen und Soester, die von den Nazis verfolgt oder ermordet wurden. Nun kommen drei weitere Gedenkplatten aus Messing für Angehörige der Familie Stern hinzu. Die Verlegung der zusätzlichen Stolpersteine findet am Montag, 25. November 2024, um 15 Uhr statt. Die Stadt Soest und die Patrokli-Grundschule werden die Veranstaltung gestalten und laden interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme ein.

Bereits bei der erstmaligen Verlegung von Stolpersteinen in Soest vor knapp 20 Jahren waren Gedenkplatten für die Auguste und Grete Stern an der Niedergasse installiert worden, wo die jüdische Familie einst gewohnt hatte. Mutter Auguste und Tochter Grete waren in Konzentrationslagern der Nazis ums Leben gekommen. In den Jahren nach 2006 konnten die städtische Abteilung Schule und Sport, das Stadtarchiv und die Patrokli-Grundschule die Nachforschungen zu weiteren Familienmitgliedern vervollständigen. Unter anderem bauten sie dazu den Kontakt zu dem in Kanada wohnenden Nachkommen Ralph Stern auf.

Aufgrund der nun vorliegenden biographischen Daten sollen am 25. November Gedenksteine für die drei Schwestern Toni, Anna und Elsbeth Stern an der Niedergasse 2 eingelassen werden.

Zu Beginn der Gedenkfeier wird die stellvertretende Bürgermeisterin Christiane Mackensen einleitende Worte sprechen. Mitarbeitende des Kommunalbetriebs  werden dann die Stolpersteine im Boden einlassen. Kinder der Patrokli-Grundschule beteiligen sich mit einem Liedvortrag an dem Programm. Außerdem soll Ralph Stern per Videoübertragung zugeschaltet werden.

Begleitend werden die Lebensläufe der drei Frauen verlesen werden. Die 1884 geborene Toni wurde am 27. September 1940 durch die Nationalsozialisten ermordet. Elsbeth, Jahrgang 1887, überlebte mit einer Tarnidentität den Krieg in Italien und starb 1970 in Rom. Die dritte Schwester Anna, geboren 1886, flüchtete vor der Judenverfolgung 1936 nach England, zog aber Jahre nach Kriegsende wieder zurück nach Soest und verstarb hier 1970.

 

Über die Stolpersteine: Der Kölner Künstler Gunter Demnig initiierte diese Form des Gedenkens und hat seit 1994 in vielen Städten weltweit diese Messingsteine in Erinnerung an die ermordeten jüdischen Mitbürger ins Straßenpflaster eingelassen. In Soest erarbeiteten und begleiteten Schülerinnen und Schüler der Geschichtsleistungskurse der Jahrgänge 2003 bis 2005 an Soester Gymnasien die Verlegung. Sie fanden seinerzeit auch zahlreiche Spender, die das Projekt großzügig finanzierten. Einmal jährlich am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar findet in Soest die Gedenkaktion „Stolpersteine putzen“ statt – Schülerinnen und Schüler der Soester Schulen reinigen dann die Stolpersteine gedenken der verfolgten und ermordeten Menschen.


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2024 1114 Stolpersteine Niedergasse

©  Stadt Soest
2024 1114 Stolpersteine Niedergasse

An der Niedergasse erinnern bereits zwei Stolpersteine an Auguste und Grete Stern. Nun werden drei weitere Gedenkplatten zur Erinnerung an Toni, Anna und Elsbeth Stern verlegt.