Meldungsdatum: 31.01.2025
"Unser Anspruch ist es, das Museum Wilhelm Morgner, wie die anderen städtischen Museen auch, im Hinblick auf Barrierefreiheit und Inklusion attraktiv weiterzuentwickeln", erklärt Museumsleiterin Dr. Annette Werntze den Leitgedanken hinter der Präsentation des ertastbaren "Ziegelbäckers". Das Tastmodell wird allen Besucherinnen und Besuchern des Museums präsentiert, richtet sich aber natürlich besonders an Menschen mit Sehbehinderung. Neben dem Original des Gemäldes von Wilhelm Morgner aufgebaut, können sich alle von der Perfektion nicht nur des taktilen Kunstwerkes überzeugen.
Das taktile Werk besteht aus insgesamt vier Elementen. Erstens aus einem Relief, das die Tiefenwirkung des Motivs in drei Ebenen als Vor-, Mittel-, Hintergrund wiedergibt. Zweitens als Relief, dessen Elemente die eingesetzten Farben ertasten lässt. Eine 3D-Skulptur stellt den "Ziegelbäcker mit Karren" in Gänze dar. Und schließlich wird ein QR-Code zur weiteren Vertiefung des Wissens um Wilhelm Morgner angeboten. Der Tisch, auf dem dieses taktile Werk steht, ist überdies auch für Menschen im Rollstuhl unterfahrbar.
An der Entstehungsgeschichte waren wichtige externe Akteure beteiligt, wie Erster Beigeordneter und Kulturdezernent Peter Wapelhorst und Kulturabteilungsleiter Dr. Norbert Wex betonten. Zum Gelingen des Vorhabens trugen Fördermittel des Museumsamtes für Westfalen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sowie die Expertise des LWL-Berufskollegs Förderschwerpunkt Sehen in Soest bei. Die Fachleute sowie zwei Schülerinnen legten Anforderungen an das Modell fest.
Anschließend wurde in einem Vergabeverfahren mit Sylvia Schalley aus Neuss eine Designerin gefunden, die neben ihrer fachlichen Qualifikation und langjährigen Erfahrung über umfassende Kenntnisse im Bereich der taktilen Kunst verfügt und die letztlich aufgrund ihres handwerklichen Könnens, ihrer Kreativität und der Liebe zum Detail den Auftrag ausführen durfte.
"Wir danken allen Beteiligten außerordentlich", erklärten Wapelhorst und Dr. Wex in Richtung von Sonja Janzen, Schulleiterin des LWL-Berufskollegs, und Silke Hockmann-Bensch, Wissenschaftliche Referentin für das südliche Westfalen des LWL-Museumsamtes für Westfalen. Für Lavinia Haupt-Barrami, Vorsitzende des Soester Ausschusses für Kultur, handelt es sich um eine sehr gelungene Zusammenarbeit mit einem sehr erfreulichen und "einzigartigen Ergebnis". Eine Einschätzung, der künftig hoffentlich noch viele Besucherinnen und Besucher des Hauses folgen werden.
Ein Modell des Morgner-Werks "Ziegelbäcker mit Karren" ist das erste tastbare Kunstwerk im Museum Wilhelm Morgner und erweitert somit das Haus um ein inklusives Element.
Das erste tastbare Modell eines Kunstwerkes im Museum Wilhelm Morgner stellten vor (von links) Jürgen Tietz (Arbeitsgruppe Museen der Stadt Soest), Dr. Annette Werntze (Museumsleiterin), Silke Hockmann-Bensch (LWL-Museumsamt für Westfalen), Dr. Norbert Wex (Abteilungsleiter Kultur der Stadt Soest), Sonja Janzen (Leiterin LWL-Berufskolleg Soest), Peter Wapelhorst (Erster Beigeordneter und Kulturdezernent der Stadt Soest) sowie Lavinia Haupt-Barrami (Vorsitzende des Ausschusses für Kultur).
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