Meldungsdatum: 17.02.2025

Stiftung Kulturstadt Soest würdigt Victoria Kettschaus Werk

Soester Künstlerin wäre 100 Jahre alt geworden

Ohne sie gäbe es die Stiftung Kulturstadt Soest nicht, und so manches Werk von Soester Kunstschaffenden wäre nicht als Teil des städtischen Kunstbesitzes im Museum Wilhelm Morgner zu sehen. Die Malerin Victoria Kettschau übertrug 2012 ihr Wohn- und Atelierhaus am Lütgen Grandweg und ihren Kunstbesitz an die Stadt Soest und legte damit den Grundstein für die Kulturstiftung.

Am 5. Februar 2025 gedachte nun die Stifterversammlung ihrer Gründerin und Initiatorin zu deren 100. Geburtstag mit einer kleinen Schau ihrer Gemälde und der angekauften Werke der Gegenwartskunst, präsentiert im Morgnersaal. 

Die Kulturstiftung Stadt Soest, ihre Geschichte und ihr Wirken sind ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement. „Wir brauchen Sie als Bürgerinnen und Bürger an allen Ecken und Enden“ – so hatte der Erste Beigeordnete und Kulturdezernent der Stadt Soest Peter Wapelhorst bereits im Jahr 2017 zum ersten Stiftungsfest der Stiftung Kulturstadt Soest festgestellt. Sein Appell fällt auf fruchtbaren Boden, denn das bürgerschaftliche Engagement der Menschen in Soest ist außergewöhnlich hoch – gleichwohl muss beständig dafür geworben werden, damit sich diese erfreuliche Bereitschaft fortsetzt.

Das bürgerschaftliche Engagement in der Kultur und hier insbesondere die Bildende Kunst spielen eine wesentliche Rolle in Soest, mit den städtischen Museen, den dort präsentierten Kunstwerken, dem städtischen Kunstbesitz, ihrer Vermittlung und Bewahrung für das kollektive Gedächtnis. Auf der Grundlage ihrer historischen Tradition und ihrer kommunalpolitischen Ausrichtung versteht sich die Stadt Soest selber als eine Stadt der Kunst und Kultur. Zur Förderung dieses zentralen Feldes stadtgesellschaftlichen Handelns errichtete sie daher im Jahr 2016 die "Stiftung Kulturstadt Soest" als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts.

Malerin stellte Grundvermögen für Stiftungsidee zur Verfügung

Rückblickend begann alles 2010 mit einer Idee der Malerin Jorinde Eleonore, genannt Victoria Kettschau (*5. Februar 1925 bis †5. Oktober 2015). Ihrer Initiative ist es zu verdanken, den Zweck der Stiftung auf die Förderung von Kunst und Kultur auszurichten, insbesondere die städtischen Museen zu unterstützen wie auch den städtischen Kunstbesitz zu fördern und zu bewahren. Dies geschah, indem Victoria Kettschau Grundvermögen zur Förderung kultureller Zwecke zur Verfügung stellte. Dazu errichtete sie 2011 eine eigene, unselbständige Stiftung, eine Treuhandstiftung. 

Diese Victoria Kettschau Stiftung konnte von 2012 bis 2016 wichtige Kulturprojekte unterstützen, wie ein Ausstellungskatalog zum Werk der Künstlerin selbst, ein längst geplantes umfassendes Buch zur Einstufung und Würdigung des malerischen Œuvres des Expressionisten Wilhelm Morgner als Sohn der Stadt sowie auch die Ausstellung und der Katalog des in Soest beheimateten italienischen Künstlers Paolo Martinuzzi. Nicht zu vergessen ist die Förderung des Wilhelm-Morgner-Stipendiums. Im darauffolgenden Jahr erhielt die Musikschule zum 75-jährigen Bestehen eine großzügige finanzielle Zuwendung als Geburtstagsgeschenk. Und zugleich übergab Victoria Kettschau ihren künstlerischen Nachlass der Stadt Soest. 

Victoria Kettschau hatte allerdings schon zu Lebzeiten gewünscht, dass ihre Stiftung in einer weiteren, neuen Stiftung, nämlich der „Stiftung Kulturstadt Soest“ aufgehen sollte. Mit der wiederholten Beteiligung von Politik und Rat aufgrund der Forderungen der Stiftungsaufsicht erfolgte dies am  4. Oktober 2016. Am 24. Oktober 2016 erhielt die Stadt Soest die Anerkennungsurkunde vom Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Kulturstiftung erwirbt Kunstwerke mit Soest-Bezug

Seitdem verfolgt die Stiftung Kulturstadt Soest entsprechend des Stiftungsgedankens und der Satzung kontinuierlich die Idee der Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, Kunstwerke aktiv arbeitender Künstlerinnen und Künstler, die in Soest leben und/oder ausstellen, anzukaufen. Die 2024 im Museum Wilhelm Morgner gezeigte Ausstellung „AUFBRUCH – Soest Stadt der Kunst nach 1945“ zeigte dies eindringlich und überzeugend an besonderen Sammlungsstücken auf.

So verdankt die Stadt der Stiftung den Ankauf von Kunstwerken der Künstlerinnen und Künstler Jochem Poensgen, Richard A. Cox, Sandra del Pilar, Wilfried Hagebölling, Manaf Halbouni. Zudem leistete die Stiftung auch Beiträge zu kulturellen Projekten wie der Restaurierung eines Klaviers und dem Kauf von Musiknoten für die Musikschule, dem Ausstellungsprojekt Hellweg Konkret, dem vom Kulturparlament e. V. getragenen Theaterprojekt von Barbara Kiwitt.

Tue Gutes und sprich darüber – damit die Menschen davon erfahren und selbst aktiv werden können. Das Grundvermögen der Stiftung speist sich bisher aus Zustiftungen der Sparkasse Soest, bzw. Hellweg-Lippe, und der Stadt Soest sowie aus dem Vermögen der Victoria Kettschau Stiftung.

Die Fortsetzung dieses erfolgreichen Weges betonte anlässlich des 100. Geburtstages von Victoria Kettschau die Stifterversammlung mit dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Sparkasse Hellweg-Lippe Michael Supe, den Wegbegleitern und Freunden der Malerin Annette und Horst Hagenkötter sowie den Vorstandmitgliedern Peter Wapelhorst, Dr. Norbert Wex und Dr. Annette Werntze.  Mit weiteren Zustiftungen, so die Überzeugung, wird es der Stiftung Kulturstadt Soest möglich, dauerhaft großzügig kulturelle Projektideen zu fördern, sie entstehen zu lassen und die Menschen zu bereichern. „Die Stiftung Kulturstadt Soest braucht engagierte Bürgerinnen und Bürger!“


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2025 0217 Stiftung Kulturstadt Soest

©  Stadt Soest
2025 0217 Stiftung Kulturstadt Soest

Die Stifterversammlung der Stiftung Kulturstadt Soest mit (von links) Dr. Norbert Wex, Michael Supe, Annette und Horst Hagenkötter, Peter Wapelhorst und Dr. Annette Werntze würdigte jetzt das Andenken an die Malerin Victoria Kettschau, die den Anstoß zu der Gründung der Stiftung gegeben hatte.