Meldungsdatum: 06.06.2025
Neue Führungsstruktur für die Jugendhilfe, Aufbauorganisation mit Blick auf die neuen Aufgaben optimiert
Mit Hendrik Schickhoff als neuem Fachbereichsleiter Jugend und Soziales und Jörg Gawollek an der Spitze der Abteilung Jugend wurde die Führungsstruktur im Jahr 2024 neu aufgestellt. Mit der Arbeitsgruppe 1.41 „Zentrale Jugendhilfeangelegenheiten“ wurde zudem eine neue organisatorische Einheit geschaffen, die klassische Aufgaben wie Vormundschaften, Kita-Fachberatung und Kindertagespflege mit neueren Themen wie der Verfahrenslotsin, Netzwerkoordination Kinderschutz, Frühe Hilfen zusammenführt.
Insgesamt sind im Bereich der Jugendhilfe 71 Mitarbeitende tätig, die sich für das Wohl von Kindern, Jugendlichen und Familien in Soest engagieren.
Kindertagesbetreuung: Verlässliche und auskömmliche Versorgung ohne Überbelegung
Dank sehr gut ausgebauter Strukturen und gleichzeitig sinkenden Geburtenzahlen konnten alle vorgemerkten Kinder mit einem Betreuungsplatz versorgt werden. Die Versorgungsquote lag 2024 bei 45 % im U3- und bei 100 % im Ü3-Bereich. Ein weiterer Ausbau ist aktuell nicht erforderlich. Damit ist die Stadt Soest eine von ganz wenigen Kommunen, die bedarfsdeckend ohne Überbelegungen von Einrichtungen ein bedarfsgerechtes Angebot vorhalten können.
Hilfen zur Erziehung: Weniger Fälle, steigende Kosten
Seit 2019 sind die ambulanten Hilfen zur Erziehung von 131 auf 76 Fälle zurückgegangen. Auch stationäre Hilfen – etwa Heimerziehung – wurden seltener notwendig. Zurückzuführen ist das auf die sehr gute präventive Arbeit in den Kindertageseinrichtungen, die auch zeitlich möglich ist, da es keine Überbelegungen mehr gibt. Aber auch wirkt die sehr gute Arbeit in den Schulen/Schulsozialarbeit sowie die flankierenden präventiven Jugendhilfemaßnahmen aus den frühen Hilfen und der Jugendarbeit.
Dennoch steigen die Kosten deutlich, vor allem durch tarifliche Lohnanpassungen, inflationsbedingter Sachkostensteigerungen und einen zunehmenden Mangel an geeigneten Jugendhilfeeinrichtungen. Auch nimmt die Komplexität der Problemlagen in den Hilfen spürbar zu, was zu höheren Kosten in den Einzelfällen führt.
Kinderschutz: Mehr Einsätze und wachsende Anforderungen
Zu verzeichnen ist der Anstieg im Bereich Kinderschutz: 2024 wurden 276 Fälle registriert, zusätzlich rückte der Bereitschaftsdienst in 106 Fällen außerhalb der regulären Zeiten aus. Die Stadt hat ihre Fachkräfte deshalb umfassend zu „Kinderschutzfachkräften“ weiterqualifiziert. Die Einsätze werden durchgehend von mindestens zwei Fachkräften durchgeführt.
Frühe Hilfen: Begleitung ab Schwangerschaft
Besonders hervorzuheben ist der Ausbau der Frühen Hilfen im Rahmen der Prävention: 2024 wurde erfolgreich ein neues niederschwelliges Angebot in den frühen Hilfen eingeführt. Familienlotsinnen im Klinikum Soest, die nach der Geburt des Kindes die Mütter aufsuchen und über Unterstützungsangebote informieren. 95 % aller Mütter haben das Angebot wahrgenommen.
Jugendkriminalität rückläufig
Die Zahl jugendlicher Straftäter ist gesunken – ein Erfolg der engen Zusammenarbeit zwischen Jugendhilfe, Mobiler Jugendarbeit, Ordnungsamt, Justiz und Polizei, vor allem im Rahmen von Großveranstaltungen und an öffentlichen Treffpunkten. Zusätzlich hat die konsequente Arbeit der EK Prio diesen Rückgang der Jugendkriminalität in Soest maßgeblich ermöglicht.
Impulse in der offenen Kinder- und Jugendarbeit
Mit einem neuen Angebot war die offene Jugendarbeit 2024 auf der Allerheiligenkirmes präsent. Der Treffpunkt Süd konnte sein 50-jähriges Bestehen feiern und sein Angebot trotz eines Wasserschadens aufrecht erhalten. Über 40 Seminare zu Themen wie Gewaltprävention, Sucht und Extremismus auch möglich durch die zweite Streetworkerstelle rundeten das präventive Angebot ab.
Ferienaktionen und neue Spielplätze
Das Sommerferienprogramm „Pappstadt“ zog über 170 Kinder an. Der „Kulturrucksack“ bot 13 kreative Veranstaltungen. Zwei neue Spielplätze in den Neubaugebieten am Flurschützenweg und Zinngießerweg wurden eröffnet , nachdem im Rahmen der Bürgerbeteiligung die Planung mit den Kindern und Eltern abgestimmt wurde.
Fazit: Verlässlichkeit und hohe Qualität trotz wachsender Herausforderungen
Die Jugendhilfe in Soest bleibt handlungsfähig, trotz wachsender Herausforderungen. Für 2025 kündigt das Jugendamt einen verstärkten Fokus auf Fachkräftegewinnung, Qualitätssicherung und die Stärkung von Netzwerken an.
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