Meldungsdatum: 26.06.2025
Zwei je 100 Meter tiefe Bohrungen liefern künftig die nötige Wärme für das Wohnhaus – leise, emissionsfrei und unabhängig von fossilen Brennstoffen.
Die Entscheidung der Familie kommt zum richtigen Zeitpunkt: Die Landesförderung NRW (progres.nrw) für Erdwärmesonden wurde kürzlich von 10 € auf 50 € pro Bohrmeter erhöht – ein starkes Signal für die geothermische Wärmegewinnung. Zudem ist diese Landesförderung mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) kombinierbar, die eine Basisförderung von 30 % und zusätzliche Boni ermöglicht. So kann ein Förderanteil von bis zu 70 % der Investitionskosten erreicht werden.
Die Stadt Soest beteiligt sich ebenfalls: Für den Austausch alter Heizsysteme durch Wärmepumpen gibt es einen pauschalen Zuschuss von 1.000 Euro. Und wer – wie Familie Jüsten – innerhalb eines ausgewiesenen Sanierungsgebiets investiert, profitiert zusätzlich von besonderen steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten.
Effizient durch Erdsonden – besonders im Winter
Im Gegensatz zu Luftwärmepumpen, die ihre Energie aus der Umgebungsluft beziehen, nutzt eine Erdwärmepumpe die konstante Temperatur im Erdreich.
„Gerade in den kalten Wintermonaten ist das ein großer Vorteil“, erklärt Ulrich Schulte-Weber, Sanierungsmanager der Stadt Soest. „Denn die Temperatur in zehn bis hundert Metern Tiefe ist deutlich stabiler als die der Luft.“
Das Haus der Familie Jüsten bleibt in seiner Wärmeverteilung unverändert: Es wird weiterhin mit einer Kombination aus Fußbodenheizung und Heizkörpern beheizt. Sollte sich zeigen, dass einzelne Heizkörper bei niedriger Vorlauftemperatur (ca. 40 °C) nicht ausreichen, werden diese durch moderne Niedertemperaturheizkörper ersetzt.
Planung ist das A und O – Beratung empfohlen
Die Auslegung einer Erdwärmepumpe erfordert fachkundige Planung: „Wie tief gebohrt werden muss und wie viele Sonden notwendig sind, hängt unter anderem von der Gebäudedämmung, Größe und Heizlast ab“, betont Carsten Neubauer, Inhaber des Soester Ingenieurbüros die energieweiser.
Im Fall der Familie Jüsten wurden zwei Erdsonden à 100 Meter im Abstand von 6 Metern gesetzt – ausreichend für eine Heizleistung von 8 kW.
Bohrunternehmen mit geologischem Know-how können bereits im Vorfeld eine erste Einschätzung abgeben, ob Erdwärme technisch umsetzbar ist. Die Untere Wasserbehörde des Kreises Soest gibt zusätzlich Auskunft und ist bei der Genehmigung einzubinden – in der Regel übernehmen dies die Bohrfirmen als Teil ihres Service.
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