Meldungsdatum: 21.08.2025
Im Sommer dieses Jahres führte die Stadtarchäologie zeitgleich an vier Standorten Untersuchungen durch. Drei Grabungsflächen lagen in Epsingsen, eine an der Stadtgrenze zu Opmünden, wo die Stadtarchäologen durch die Grabungsfirma Archäologie am Hellweg eG unterstützt wurden. Während in Epsingsen einzelne Funde wie Keramikscherben und Siedlungsspuren dokumentiert wurden, kam es in Opmünden zu einer kleinen archäologischen Sensation: Dort konnte die Stadtarchäologie Bauspuren von mindestens vier Gebäuden der sogenannten Rössener Kultur freilegen.
Die Rössener Kultur zählt zu den wichtigsten Kulturstufen des Mittelneolithikums, also der mittleren Jungsteinzeit. Ihre Siedlungen sind vor allem entlang des fruchtbaren Hellwegs nachweisbar. Keramikfragmente aus den Grabungen bei Opmünden stützen die Datierung der Funde in diese Zeit. „Die Grabung belegt auf eindrucksvolle Weise die langanhaltende Präsenz bäuerlicher Gesellschaften am Hellweg und deren archäologisch fassbare Hinterlassenschaften“, betont Prof. Dr. Michael Baales von der LWL-Archäologie für Westfalen. „Die Ergebnisse verdeutlichen wieder einmal, dass sich unter unseren Füßen ein reiches kulturelles Erbe verbirgt, das bis in die Anfänge bäuerlicher Gesellschaften zurückreicht“, sagt Julia Ricken, Leiterin der Soester Stadtarchäologie.
Bereits im Frühjahr hatten Grabungen bei Müllingsen gezeigt, wie wertvoll die in Soest bewährten archäologischen Untersuchungen im Vorfeld von Bauprojekten sein können. Denn viele dieser Spuren würden ohne eine vorherige wissenschaftliche Dokumentation unwiederbringlich verloren gehen. Mit den aktuellen Funden bei Opmünden und Epsingsen wird einmal mehr deutlich, dass sich Kulturgeschichte und moderne Energieprojekte nicht ausschließen müssen, wenn alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten.
Bei ihren Grabungen entdeckten die Archäologen Bodenverfärbungen, die sie anschließend näher untersuchen.
Bei Ausgrabungen am östlichen Stadtrand haben die Soester Stadtarchäologen Reste einer Siedlung aus der Jungsteinzeit gefunden. Auf diesem Luftbild markieren die roten Linien die Umrisse von vier Langhäusern der sogenannten Rössener Kultur.
Verfärbungen im Boden können auf alte Pfostenlöcher für Gebäude hinweisen. Im Soester Osten fanden Stadtarchäologen solche Verfärbungen und untersuchten sie weiter.
Die Soester Stadtarchäologen untersuchten ehemalige Ackerflächen, auf denen Windenergieanlagen gebaut werden sollen.
Die Soester Stadtarchäologen haben bei den Grabungen am östlichen Stadtrand unter anderem diese Steinwerkzeuge aus der Jungsteinzeit gefunden.
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