Meldungsdatum: 12.09.2025
Wer im Aufzug des Dortmunder U aufschaut, sieht sie schon: Große Kulleraugen blicken eindringlich im runden, leuchtend orangefarbenen Sonnengesicht. Das Werk „Die Neue Sonne“ (2017) der Künstlerin Agnieszka Polska ist das Schlüsselbild der Ausstellung. Die animierte Sonne mit kindlich anmutenden Augen, die laut Polska „immer verliebt“ sei, ist beim HartwareMedienKunstVerein auf Ebene 3 neben vielen weiteren Medienkunstarbeiten zu sehen und begleitet die Besucher*innen auf dem Weg durchs Dortmunder U. Denn erstmals zeigt der HMKV eine Ausstellung nicht nur auf der eigenen, sondern zusätzlich auf der Sonderfläche auf der sechsten Ebene.
Weltrevolutionen im Sonnensturm
„Eine Ausstellung auf zwei Etagen ist etwas sehr Besonderes für uns“, freut sich Matthias Wittmann, kaufmännischer Geschäftsführer des HMKV. Kuratiert haben die Ausstellung die HMKV-Direktorin Inke Arns und Andrea Popelka ursprünglich als eine Kooperation zwischen der Kunsthalle Wien und den Wiener Festwochen. In Dortmund ist die Schau in einer aktualisierten und größeren Variante auf über 2000 Quadratmetern zu sehen. „Wir sollten eine Ausstellung zum Thema Revolution konzipieren. Da sind wir auf den Zusammenhang von Sonne und Revolution gekommen – und auf den seltsamen Titel ,Genossin Sonne', sagt Inke Arns, Kuratorin und Direktorin des HMKV. Ein Ideengeber: Der Biophysikers Alexander L. Chizhevsky, der die Weltrevolutionen in zeitliche und kausale Verbindung mit Sonnenstürmen gebracht hat. Seine These ist auf einer riesigen blauen Wandtafel zu sehen.
Wissenschaftlich? Esoterisch? Bildstark!
Die Verbindungen zwischen dem glühenden Himmelsgestirn und politischen Erscheinungen sind in der Ausstellung teils wissenschaftlich, teils esoterisch oder mit einem Augenzwinkern dargestellt. Aber stets sehr bildstark. Besonders auf der Sonderausstellungsfläche auf der Ebene 6 entfacht die Ausstellung ihre Wirkung. Wie die Arbeit der renommierten Fotokünstlerin Katharina Sieverding mit dem Titel „Die Sonne um Mitternacht schauen”. Sie hat 200.000 Nasa-Aufnahmen zu einer Animation zusammengesetzt. Diese pulsierend leuchtende Sonne zieht im Dämmerlicht des großen Saals magisch an und taugt auch als Selfie-Spot.
Wabernd und fast hypnotisch wirkt auch die Arbeit von Otto Piene, „Die Sonne kommt näher“, die 1966 ursprünglich als Diashow zu sehen war und erstmalig in Dauerschleife als digitale Installation angeschaut werden kann. Der einzig helle Raum auf der Ebene 6 wirkt wie ein Labor: Nicolas Maigrat, Maria Roszkowska und Baruch Gottlieb von „Disnovation.org“ zeigen die Biomassenproduktion einer Alge hinter Glas. Sie stellen damit die Frage nach einem neuen Wirtschaftssystem, das auf Biomasse statt Geld basiert und als Aktie funktioniert. So ungewöhnlich diese künstlerischen Theorien in der Ausstellung „Genossin Sonne“ sind, so zeigen sie doch unsere besondere Verbindung und Abhängigkeit zur Sonne.
Zeitstrahl Biophysikers Alexander Chizhevsky zeigt den Zusammenhang von Sonnenstürmen und Revolutionen.
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