Meldungsdatum: 16.09.2025
Der Künstler war persönlich anwesend, stellte das Werk vor und führte in seine Entstehungsgeschichte ein. Seitens der Stiftung Kulturstadt Soest nahmen der Vorstand Peter Wapelhorst, Dr. Norbert Wex und Michael Stockhausen die Übergabe entgegen.
Ein Künstler mit enger Verbindung zu Soest
Gero Troike (*29. Juni 1945 in Schönheide) begann seine Karriere 1968 als Bühnen- und Kostümbildner in Ostberlin. Nach seiner Übersiedlung nach Westdeutschland im Jahr 1984 arbeitete er unter anderem für das Schauspielhaus Bochum, die Oper Amsterdam und die Oper Frankfurt. Seit 1988 lebt er im Forsthaus Rißmecke bei Völlinghausen und widmet sich dort intensiv der Malerei.
Troike ist in Soest seit vielen Jahren präsent: 2004 stellte er im damaligen Morgner-Haus aus und schuf Fresken für das Kreishaus sowie die Französische Kapelle. Anlässlich seines 80. Geburtstages erschien 2025 das Künstlerbuch „In unmittelbarer Nähe“.
Das Werk
Das neu erworbene Bild „Stillleben mit schwarzem Vorhang“ aus dem Jahr 2010 zeigt den Arbeitstisch des Künstlers, der Troike seit über 50 Jahren begleitet. Er hatte ihn einst in Berlin aus einem Nachlass erworben, quer durch die Stadt getragen und ihn auch ins Alte Forsthaus Rißmecke mitgenommen.
„Man sieht die Spuren dieser langen Geschichte“, betonte Museumsleiter Michael Stockhausen, der an dem Tisch im Atelier des Künstlers bereits zu einem Kaffee eingeladen war. „Neben dem Tisch sind die Stoffe in dem Werk bezeichnend. Der Vorhang kann als Verweis auf Troikes lange bühnenbildnerische Tätigkeit gelesen werden.“ „Auch auf die Trennung“, ergänzte der Künstler. Für ihn sei der „Eisernen Vorhang“ tagtäglich zu spüren gewesen.
Der Künstler, der an den renommierten Bühnen in Ostberlin und später in Deutschland sowie Europa arbeitete, ist in seiner Malerei an einer Einfachheit und unmittelbarer Lebensnähe interessiert. „Stillleben mit schwarzem Vorhang“ besticht durch eine klare, den dargestellten Dingen Zeit und Raum schenkende Malweise. „Es ist eine Mischung aus Stillleben und Atelierbild; und wie jedes Atelierbild auch ein Verweis auf den Künstler selbst“, so Stockhausen. Gero Troike bezeichnete das Gemälde selbst als eines seiner Lieblingswerke, überließ es aber gerne der Stiftung: „Im Museum Wilhelm Morgner hat es ein gutes neues Zuhause gefunden.“
Stiftung Kulturstadt Soest
Die Stiftung Kulturstadt Soest wurde 2016 gegründet, um bedeutende Kunstwerke für die Stadt zu sichern und öffentlich zugänglich zu machen. Einen wichtigen Grundstein legte damals die großzügige Spende von Victoria Kettschau, die die Arbeit der Stiftung bis heute prägt.
Über den Ankauf von Kunstwerken entscheidet der Vorstand, bestehend aus Dr. Norbert Wex, Peter Wapelhorst und Michael Stockhausen. Vorschläge kommen in der Regel aus dem Museum, in diesem Fall jedoch aus dem Stiftungsbeirat.
Das Werk wird künftig im Museum Wilhelm Morgner zu sehen sein. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, zunächst ist ein Künstlergespräch geplant: ein „Tischgespräch mit Gero Troike“ zu „Stillleben mit schwarzem Vorhang“, 2010
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