Meldungsdatum: 25.11.2025
Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen am Dienstag, 25. November 2025, setzt die Kreisstadt Unna gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Zivilgesellschaft und Gleichstellungsarbeit ein deutliches Zeichen: Am Rathaus wurde die Flagge von „Terre des femmes“ gehisst. Gleichzeitig startet im Rahmen der internationalen Aktionswochen „Orange the World“ in der Galerie im zib die Ausstellung „Unsichtbar war gestern. Fotografien gegen das Schweigen“ – eine künstlerische Auseinandersetzung mit Gewalt gegen Frauen.
Die Zahlen machen deutlich, wie dringend das Thema ist: Bundesweit wurden im Jahr 2024 insgesamt 187.128 Frauen Opfer häuslicher Gewalt. Auch in Nordrhein-Westfalen sind die Fallzahlen erneut gestiegen: 66.754 Fälle häuslicher Gewalt wurden registriert, ein Anstieg um fast zwei Prozent. Mehr als 70 Prozent der Opfer sind Frauen, drei Viertel der Tatverdächtigen Männer. Hinter jeder Zahl steht ein individuelles Schicksal – ein verletztes Leben, eine zerstörte Sicherheit.
Bürgermeister Dirk Wigant betonte die gesellschaftliche Verantwortung, die mit dem Aktionstag verbunden ist: „Häusliche Gewalt ist kein privates Problem. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, dessen Vertrauen und Würde verletzt wurden. Deshalb zeigen wir heute gemeinsam Haltung.“
Auch die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Unna, Katja Sahmel, unterstrich die Notwendigkeit struktureller Veränderungen: „Statt Frauen zu sagen, was sie anziehen, wie sie sich verhalten und schützen sollen, müssen wir die Wurzeln angehen – die Täter und die gesellschaftlichen Strukturen, die Gewalt ermöglichen. Wir brauchen starke Prävention, klare Haltung und echte Unterstützung für Betroffene.“ Entscheidend seien frühzeitige Prävention, das Aufbrechen überholter Rollenbilder, die Förderung emotionaler Kompetenz bei Jungen und Männern sowie sichere Räume für Austausch und Reflexion. Ebenso brauche es eine konsequentere Sanktionierung von Gewalttaten.
Als Teil der weltweiten Aktion „Orange your world“, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht, werden am 25. November in Unna mehrere zentrale Gebäude orange beleuchtet: das Rathaus, das Zentrum für Information und Bildung (zib), das Hellweg-Museum und das Nicolaihaus. Die Farbe Orange steht dabei symbolisch für Hoffnung und eine Zukunft ohne Gewalt.
Ausstellung „Unsichtbar war gestern. Fotografien gegen das Schweigen“
Im Rahmen eines kreativen Workshops des Frauenhauses (Frauenforum im Kreis Unna e.V.) haben Frauen ihre Erfahrungen mit Gewalt sowie ihre Gefühle und Gedanken in Fotografien sichtbar gemacht. Entstanden ist eine eindrucksvolle Ausstellung – ein starkes Zeugnis von Verletzlichkeit, Stärke und Mut, das eigene Erleben zu teilen und das Thema Gewalt gegen Frauen in den öffentlichen Blick zu rücken. Die Fotografien sind individuell, kreativ und sensibel umgesetzt; begleitende Texte laden zum Nachdenken ein.
Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Frauenforum im Kreis Unna e.V., dem Amt für Kultur und Weiterbildung der Kreisstadt Unna sowie dem Zonta Club Hamm/Unna. Zur Vernissage stehen Infostände des Frauenforums, des Zonta Clubs und des Weißen Rings bereit, die weitere Informationen und Gesprächsmöglichkeiten anbieten. Zu sehen ist „Unsichtbar war gestern. Fotografien gegen das Schweigen“ von Mittwoch, 26. November, bis Samstag, 20. Dezember 2025, in der Galerie im zib am Lindenplatz 1 in Unna.
Die Ausstellung ist Teil der internationalen Aktionswochen „Orange the World“, die jährlich am 25. November beginnen und am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, enden.
Bürgermeister Dirk Wigant und die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisstadt Unna hissten gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Gleichstellungsarbeit die Flagge von "Terre des femmes" vor dem Rathaus.
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