Meldungsdatum: 27.01.2026

Soester Schülerinnen und Schüler gedenken der Opfer des Holocausts mit dem Reinigen der „Stolpersteine“

Bürgermeister Marcus Schiffer lobt Engagement der jungen Generation für eine Gedenkaktion der Menschlichkeit

An 21 Adressen in der Soester Innenstadt erinnern die „Stolpersteine“ in Gehwegen an Menschen, die dort einmal gewohnt haben und im Dritten Reich von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden. Mit dem Reinigen der Messingsteine von Schmutz und Schnee zeigten Schülerinnen und Schüler am Dienstag, 27. Januar 2026, ihren Respekt vor diesen Opfern des Holocausts und setzten ein Zeichen gegen Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz.

Das Reinigen der Stolpersteine durch Jugendliche ist in Soest bereits eine Tradition und findet stets im Januar anlässlich des Holocaust-Gedenktages statt. Durch das aktive Handeln an den Gedenksteinen aus Messing befasst sich die junge Generation nicht nur theoretisch mit der Judenverfolgung. Vielfach wird die Gedenkveranstaltung zuvor im Unterricht vorbereitet und auch durch Aktionen wie das Niederlegen von Blumen oder das Vortragen von Texten begleitet. 

In diesem Jahr beteiligten sich erneut Gruppen aus der Patrokli-Grundschule, der Sekundarschule, des Archigymnasiums, des Aldegrever-Gymnasiums, der Hannah-Arendt-Gesamtschule, des Conrad-von-Soest-Gymnasiums und der Christian-Rohlfs-Realschule. Die Stadt Soest unterstützt die Veranstaltung, indem sie das Reinigungsmaterial zur Verfügung stellt und anschließend alle beteiligten Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in den Blauen Saal einlädt. Bürgermeister Marcus Schiffer bedankte sich dort für das Engagement der Jugendlichen. „Ihr wart heute nicht nur bei den ehemaligen Wohnorten jüdischer Menschen, sondern ihr wart bei Soesterinnen und Soestern", sagte er. "Hinter jedem Namen steckt ein Mensch, und hinter jeder Handlung, die ihr vollzogen habt, steckt echte Menschlichkeit. Dafür möchte ich euch sowie euren Lehrerinnen und Lehrern von Herzen Danke sagen.“

Den unmenschlichen Ereignissen des Holocausts in Soest wurde ein Name gegeben, indem Johanna Dülberg die Liste der Menschen vorlas, für die es die Stolpersteine in Soest gibt. Dülberg, die seitens der Abteilung Schule und Sport die Aktion organisiert hatte, trug zudem eine Textpassage aus dem Buch „Wir Kinder von Auschwitz – Wie ich das Todeslager überlebte“ von Tova Friedmann vor. Abschließend hielten Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam eine Schweigeminute.


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Stolpersteine 2026

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