Meldungsdatum: 29.01.2026
Landkreis Kassel. Das Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises Kassel blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Ein beeindruckendes Investitionsvolumen von über 21 Millionen Euro wurde gezielt in den ländlichen Raum der Region gelenkt, um die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig zu steigern und zukunftsgerichtete Projekte zu realisieren. „Die Millionen, die wir 2025 investieren konnten, sind ein starkes Signal und ein großer Erfolg für den Landkreis Kassel“, sagt Landrat Andreas Siebert.
Das Servicezentrum Regionalentwicklung unterstützt Kommunen und Privatpersonen durch ein breites Spektrum an Fördermöglichkeiten. Diese reichen von der Dorf- und Regionalentwicklung über den Radverkehr und die Wohnungsbauförderung bis hin zum Tourismus. Besonders hervorzuheben sind die großen Erfolge im Bereich Breitband und Digitalisierung: Hier wurden 2025 zwei zentrale Großprojekte zum Abschluss gebracht: der geförderte Breitbandausbau mit rund 7,9 Millionen Euro und der DigitalPakt Schule, der zusätzlich rund 13,05 Millionen Euro an Investitionen auslöste. Allein in diesen Bereichen flossen somit über 20 Millionen Euro seit Beginn der Förderung im Jahr 2021. „Der Landkreis Kassel gehört damit zu den fast vollständig mit Glasfaser ausgebauten Gebieten“, sagt Landrat Siebert.
Ein Meilenstein der Regionalentwicklung ist das Haus der Demokratie – Mühlenplatz 7 in Wesertal-Gieselwerder. Dieses Modellprojekt hat sich als wichtiger Ort zur Förderung von Demokratie, Engagement und Extremismusprävention etabliert. Durch ein breit gefächertes Angebot, das von politischer Bildung bis zu kulturellen Formaten reicht, wird ein bewusster Gegenpol zu menschenfeindlichen Tendenzen geschaffen. Im Oktober 2025 wurde zudem der Verein „Haus der Demokratie – Mühlenplatz 7 e.V.“ gegründet, was die starke zivilgesellschaftliche Beteiligung unterstreicht. „Unser Haus der Demokratie bietet den passenden Rahmen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, indem wir Begegnungen fördern und Orientierung in einer komplexen Welt bieten“, erläutert Landrat Siebert. In den Aufbau und Betrieb des Hauses sind 105.312,40 Euro geflossen.
„Derzeit sind sieben Kommunen des Landkreises im Dorfentwicklungsprogramm und die Gemeinde Calden befindet sich aktuell im Bewerbungsverfahren zur Aufnahme als neuer Förderschwerpunkt“, sagt Dr. Christina Grebe, Leiterin des Servicezentrums Regionalentwicklung, die Ende 2024 die Leitung von Peter Nissen übernommen hat. Neben kommunalen Investitionen, insbesondere in die örtliche Infrastruktur, werden auch private Projekte in diesen Gemeinden unterstützt. Eigentümer von Gebäuden in den Fördergebieten können einen Antrag für die Sanierung ihres Gebäudes stellen. Diese Möglichkeiten gibt es bereits in Hofgeismar (ohne Kernstadt, bis 2026), Wolfhagen (ohne Kernstadt, bis 2027), Immenhausen (bis 2027), Naumburg (bis 2028), Nieste (bis 2029), Niederkaufungen (bis 2029) und Fuldatal (bis 2030). Wesertal war im vergangenen Jahr ein auslaufender Förderschwerpunkt.
Wie erfolgreich die Umsetzung der einzelnen Förderprogramme der Dorf- und Regionalentwicklung sind, zeigt sich bei einem Blick auf das vergangene Jahr: Insgesamt wurden 6.822.258,75 Euro im Rahmen der Dorfentwicklung in den ländlichen Raum investiert. Davon profitierten neben der Sanierung des Bürgerhauses in Immenhausen-Holzhausen auch Funktionserweiterungen von Dorfgemeinschaftshäusern in Fuldatal-Knickhagen und Wolfhagen-Nothfelden. „Mit den privaten Maßnahmen der Dorfentwicklung konnten in den anerkannten Förderschwerpunkten viele umfangreiche energetischen Sanierungen an wertvollen Gebäuden vorgenommen werden“, erklärt Christina Grebe.
In der Regionalentwicklung (LEADER-Programm) konnten erneut bedeutende Projekte auf den Weg gebracht werden. Mit insgesamt 13 Zuwendungsbescheiden und einem Investitionsvolumen von 3.695.308,46 Euro wurden arbeitsplatzschaffende Maßnahmen für Kleinstunternehmen, Dienstleistungen und Projekte zur Daseinsvorsorge sowie touristische Vorhaben gefördert. Ein konkretes Beispiel dafür ist die Erweiterung des GrimmSteigs in den beteiligten TAG-Kommunen, die zur weiteren Attraktivität der Region beiträgt.
Der Landkreis hat zudem erneut in den Radwegeausbau investiert und konnte 14 Förderbescheide in 14 Kommunen übergeben. Das Gesamtinvestitionsvolumen im Bereich Radverkehr belief sich auf 176.182,31 Euro, wozu unter anderem die Fertigstellung der Radwegweisung im Altkreis Hofgeismar zählte.
Die Digitalisierung, der demografische Wandel und die Dekarbonisierung wirken sich auch auf die Arbeitswelt aus und verändern Flächenansprüche. Hier setzte das Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) an. Der Landkreis Kassel war bundesweit eine von sieben Modellregionen, in denen innovative Ansätze zur regionalen Steuerung der Siedlungs‐ und Freiraumentwicklung erprobt wurden. Das gemeinsame Projekt des Landkreises Kassel und des Zweckverbands Raum Kassel zum Gewerbeflächenmanagement wurde im August 2025 erfolgreich abgeschlossen. Es wurde mit 235.000 Euro vom Bundesministerium gefördert. Ziel war es, Flächenverfügbarkeiten und Flächenbedarfe der gewerblichen Entwicklung im Landkreis Kassel in interkommunaler Kooperation gezielter als bisher aufeinander abzustimmen. „Das MORO-Projekt hat uns wertvolle Erkenntnisse geliefert, wie wir Flächenpotenziale optimieren und eine nachhaltige Gewerbeflächenentwicklung vorantreiben können“, erklärt Christina Grebe.
Wenn es darum geht, Menschen dabei zu unterstützen, Aktivitäten zu vernetzen und zu bündeln und angepasste Lösungen zu entwickeln, kommt die DemografieAgentur ins Spiel. Im Vordergrund steht dabei das Ziel, die Lebensqualität in den Städten und Dörfern für alle Generationen zu erhalten bzw. zu verbessern. Davon haben in diesem Jahr das Quartier am Markt in Hofgeismar (105.339 Euro), die Integrationsfachstelle Stadtteilzentrum Baunsberg in Baunatal (68.815 Euro) und das Projekt „Demokratie stärken – Wesertal ist bunt“ (100.000 Euro) profitiert. Über die DemografieAgentur flossen insgesamt 274.154 Euro in die Orte.
Auch das Koordinierungszentrum Bürgerengagement leistete einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Ehrenamts. Mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 87.765,08 Euro wurden zahlreiche Projekte umgesetzt, darunter kostenfreie vhs-Kurse für Engagierte, die Digitalisierung der EhrenamtsCard-Antragsstellung sowie Beratungen zur Vereinsgründung und Qualifizierungsworkshops. „Die Inanspruchnahme unserer Angebote steigt stetig, was die wachsende Bedeutung des Ehrenamts im Landkreis Kassel unterstreicht“, betont Christina Grebe.
Mit den Naturparken Reinhardswald, Habichtswald und dem Geo-Naturpark Frau-Holle-Land, den vielen Eco-Pfaden und zertifizierten Wanderwegen ist der Landkreis Kassel auch als touristische Region im Herzen von Deutschland sehr beliebt. Als Anschub für viele wichtige Gemeinschaftsprojekte und in der Zusammenarbeit mit den drei Touristischen Arbeitsgemeinschaften (TAG) flossen knapp 154.100 Euro in das Touristikmanagement.
Die Zahlen auf einen Blick
Hintergrund: Das Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises in Hofgeismar ist die zentrale Förderstelle des Landkreises, prüft die Förderfähigkeit der Projekte und verwaltet Fördermittel aus EU‐, Bundes‐ und Landesprogrammen. Seit Ende 2024 steht das Servicezentrum unter der Leitung von Dr. Christina Grebe, die die Nachfolge von Peter Nissen angetreten hat. Insgesamt 23 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich für die Region. Unter dem Servicezentrum Regionalentwicklung sind zwei Fachdienste und eine Stabsstelle angesiedelt. Der Fachdienst Regionalförderung kümmert sich um die Dorf- und Regionalentwicklung sowie um die Wohnungsbauförderung. Der Fachdienst Kreisentwicklung ist für den Breitbandausbau und die Digitalisierung, die Kreisentwicklung, das Touristikmanagement, die Kreisstraßen und den Radverkehr zuständig. Die drei Stabsstellen Demografie-Agentur, Koordinierungszentrum Ehrenamt und das Haus der Demokratie ergänzen das Servicezentrum Regionalentwicklung.
21 Millionen Euro für die Region: Landrat Andreas Siebert (von links), Fachdienstleiter Kreisentwicklung, Oliver Brunkow, Fachbereichsleiterin Christina Grebe und Fachdienstleiter Regionalförderung, Dirk Hofmann, vom Servicezentrum Regionalentwicklung ziehen Bilanz.
LANDKREIS KASSEL
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