Meldungsdatum: 27.02.2026

Untersuchungen an der Grandweger Bastion: Laboranalysen und Schadenskartierung liefern neue Erkenntnisse

Die bei den aktuellen Arbeiten an der Grandweger Bastion freigelegten Knochenreste und Erdschichten werden nun eingehend im Labor untersucht.

Ziel ist es, zu klären, aus welcher Zeit die Funde stammen und wann die unterschiedlichen Erdschichten eingebracht wurden. Die Ergebnisse sollen wichtige Hinweise zur Bau- und Nutzungsgeschichte der Soester Befestigungsanlage liefern.

Parallel dazu werden die archäologischen Arbeiten vor Ort noch bis Mitte kommender Woche fortgesetzt. In Handarbeit versucht die Stadtarchäologie, weitere Erkenntnisse zu gewinnen. „Das ist allerdings keine leichte Aufgabe, da der Boden extrem fest und trocken ist“, erklärt Julia Ricken, Leiterin der Stadtarchäologie. Der harte Lehmboden erschwert die Grabungen erheblich.

Die aktuellen Untersuchungen bieten eine seltene Gelegenheit: Über die berühmte Soester Bastion ist bislang vergleichsweise wenig bekannt. Alte Karten und bauhistorische Unterlagen liefern nur begrenzte Informationen darüber, wie der Untergrund beschaffen ist, wie stark die Mauern tatsächlich sind und wie die Anlage im Detail aufgebaut wurde. Die nun durchgeführten Einschnitte in den Erdhügel ermöglichen erstmals tiefere Einblicke in die Struktur der historischen Verteidigungsanlage. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Mauern mit vermutlich mehr als zwei Metern Stärke massiv ausgeführt wurden – ein Hinweis auf ihre einstige militärische Bedeutung.

Neben den archäologischen Erkenntnissen steht auch die bauliche Bewertung im Fokus. Stadtbaurat  Matthias Abel erläutert das weitere Vorgehen: „Zunächst wird das gesamte Schadensbild ermittelt, das insbesondere durch Pflanzenbewuchs in der Mauer entstanden ist.“ Diese umfassende Schadenskartierung dient nicht nur der konkreten Kostenermittlung für die anstehenden Maßnahmen, sondern soll auch als Grundlage für die Bewertung anderer Abschnitte der Stadtmauer herangezogen werden.

Im Anschluss wird in einer fachlichen Diskussion entschieden, auf welchen historischen Zustand die Bastionsmauer künftig saniert werden soll. Diese Entscheidung ist Teil des übergeordneten Wallkonzeptes der Stadt Soest, das die langfristige Sicherung, Sanierung und Präsentation der Wallanlagen zum Ziel hat.

Die aktuellen Arbeiten stellen damit einen wichtigen Baustein für die vorbereitende Planung der Wallsanierung dar. Sie schaffen sowohl neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Soester Befestigungsgeschichte als auch eine belastbare Grundlage für die weiteren Sanierungsschritte zwischen der Grandweger Bastion und dem Thomätor entlang des Immermannwalls.


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Untersuchungen an der Grandweger Bastion

©  Stadt Soest
Untersuchungen an der Grandweger Bastion

Julia Ricken (Archäologie Stadt Soest), Katharina Schuchardt (Denkmalpflege Stadt Soest), Markus Fricke (Projektleiter Wallsanierung Stadt Soest), Thomas Jühe (Bauleiter), Matthias Abel (Stadtbaurat Stadt Soest)