Meldungsdatum: 05.03.2026
Der Dortmunder Autor Max von der Grün (1926–2005) wäre am 25. Mai 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass richtet das Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt (FHI), das seinen Nachlass verwaltet, eine wissenschaftliche Tagung zu seinem Werk aus. Kooperationspartner ist das Graduiertenkolleg „Literatur und Öffentlichkeit in differenten Gegenwartskulturen“ der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Literaturinteressierte können sich noch zur Tagung anmelden
Unter dem Titel „Nichts als gegeben hinnehmen. Max von der Grün und die Öffentlichkeit“ stellen Literaturwissenschaftler*innen am Freitag, 13. März, aktuelle Forschungsergebnisse vor. Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit Familienbildern, Erinnerungskultur und Arbeitskämpfen in von der Grüns Texten. Die Tagung startet um 9:15 im Saal der Partnerstädte im Dortmunder Rathaus (Friedensplatz 1). Interessierte können teilnehmen und sind eingeladen, die Diskussionen mitzuverfolgen. Eine Anmeldung per E-Mail an fhi@stadtdo.de ist erforderlich.
Lesung mit Heike Geißler im Literaturhaus
Bereits am Vorabend der Tagung, am Donnerstag, 12. März um 19:30 Uhr, liest die Autorin Heike Geißler im Literaturhaus Dortmund aus ihrem aktuellen Buch „Arbeiten“ (2025). Geißler wurde kürzlich mit dem Heinrich-Böll-Preis ausgezeichnet. Die Lesung knüpft thematisch an die Tagung an und greift Fragen von Arbeit, Gesellschaft und Öffentlichkeit auf – Themen, die auch Max von der Grün in seinem Werk prägten.
Hintergrund: Autor mit starker öffentlicher Präsenz
Max von der Grün veröffentlichte mehr als 30 Bücher und prägte die Literatur über das Ruhrgebiet und die deutsche Nachkriegsgesellschaft. Ein breites Publikum erreichte er unter anderem mit dem Kinderroman „Vorstadtkrokodile“ (1976). Sein Roman „Irrlicht und Feuer“ (1963) sorgte damals für einen literarischen Skandal.
Viele seiner Werke wurden verfilmt. Darüber hinaus arbeitete von der Grün für den Rundfunk, veröffentlichte regelmäßig in Zeitschriften und ging auf zahlreiche Lesereisen. 1961 gehörte er zu den Mitbegründern der Dortmunder Gruppe 61, einem Zusammenschluss engagierter Autor*innen. Zu seinen Weggefährten zählten unter anderem Günter Wallraff und der Schriftsteller Klaus-Peter Wolf. Seit den frühen 1960er-Jahren lebte von der Grün in Dortmund-Lanstrop. Sein literarischer Nachlass befindet sich heute im Archiv des Fritz-Hüser-Instituts auf Zeche Zollern.
Jubiläumsprogramm mit Ausstellung, Lesungen und Filmen
Die Tagung ist Teil eines umfangreichen Jubiläumsprogramms zum 100. Geburtstag. Die Fritz-Hüser-Gesellschaft organisiert im Laufe des Jahres zahlreiche Veranstaltungen in Dortmund und der Region, darunter Lesungen, Filmvorführungen, Podiumsgespräche und weitere Projekte.
Den Auftakt bildet eine Ausstellung mit dem Titel „Über Menschen und Verhältnisse – 100 Jahre Max von der Grün“, die am 15. März im Rahmen einer Jubiläumsmatinee in der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund eröffnet wird.
Aktuelle Infos zum Programm veröffentlicht das Projektteam fortlaufend auf der Website 100jahremaxvondergruen.de sowie auf Instagram unter @100jahremaxvondergruen. Dort erscheint auch ein Blog, in dem Autor*innen und Weggefährt*innen über Werk und Bedeutung von Max von der Grün schreiben – aktuell etwa Bestsellerautor Klaus-Peter Wolf über seine Beziehung zu dem Dortmunder Schriftsteller.
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