Meldungsdatum: 19.03.2026
„Für viele gehört es zum Alltag, morgens die Zähne zu putzen oder ein kühles Glas Wasser aus dem Hahn zu trinken. Wasser ist nicht nur erfrischend, sondern auch wichtig für unsere Gesundheit. Dass die Trinkwasserqualität in Nordhessen so hoch ist, ist dabei kein Zufall: Viele Beteiligte tragen täglich dazu bei. Am Weltwassertag möchten wir zeigen, welche Rolle dabei auch das Gesundheitsamt Region Kassel spielt und wie es Bürgerinnen und Bürgern in Sachen Wasserqualität weiterhilft“, sagen Bürgermeisterin Nicole Maisch und Landrat Andreas Siebert. Die Qualität des Trinkwassers und dessen Überwachung wird in der Trinkwasserverordnung geregelt. „Trinkwasser muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch keine gesundheitlichen Schäden zu befürchten sind. Es soll klar, farblos, geruchlos und geschmacklich einwandfrei sein“, erläutert Dr. Britta Röper, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel. „Das Gesundheitsamt ist dabei Aufsichtsbehörde für Stadt sowie Landkreis und bekommt Ergebnisse der regelmäßigen Wasserproben von Versorgern und Einrichtungen. Wenn es Auffälligkeiten gibt, arbeiten wir in engem Kontakt mit den Versorgern und Einrichtungen in Stadt und Landkreis Kassel darauf hin, dass die Fehler für diese Auffälligkeiten gefunden und beseitigt werden.“ Zudem überwacht das Gesundheitsamt beispielweise Krankenhäuser oder Schwimmbäder. Durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG) und die Trinkwasserverordnung hat das Gesundheitsamt das Recht und die Pflicht, gegebenenfalls regulierend einzugreifen bis hin zur Schließung von Schwimmbädern oder Auflagen für Krankenhäuser wie beispielweise dem Einsetzen von Legionellenfilter, so Röper weiter.
In der Region Kassel wird das Trinkwasser aus Tiefbrunnen, Quellen oder aus Flachbrunnen mit Grundwasseranreicherung gewonnen. Das Wasser wird dann in den Wasserwerken etwa durch Filterung oder Entsäuerung so aufbereitet, dass es den Vorgaben der Trinkwasserverordnung entspricht.
Wer ist wo zuständig?
Wasserversorgungsunternehmen in Stadt und Landkreis stellen sicher, dass das Trinkwasser in dieser hohen Qualität bis zur Übergabestelle eines Gebäudes gelangt – in der Regel bis zum Wasserzähler.
Ab diesem Punkt im Gebäude ist der Hauseigentümer oder der Betreiber verantwortlich. Er sorgt dafür, dass die Trinkwasserinstallation im Haus in einem guten Zustand ist und das Wasser weiterhin in guter Qualität aus den Leitungen kommt.
Generell gelten für gesundheitlich relevante Stoffe Grenzwerte. Werden diese überschritten, meldet der Wasserversorger diese Werte dem Gesundheitsamt und ergreift in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Maßnahmen zur Wiederherstellung der Trinkwasserqualität.
Alle drei Tage: Wasser Marsch
„Es gibt verschiedene Dinge, die die Qualität des Wassers im Haus beeinflussen können. Zum Beispiel kann Wasser in Leitungen stehen bleiben, die selten oder gar nicht mehr genutzt werden. In solchen Leitungen können sich Keime stärker vermehren. Außerdem können sich Stoffe aus dem Material der Rohre in das stehende Wasser lösen“, erläutert Jens Groh, Gesundheitsingenieur beim Gesundheitsamt Region Kassel. „An allen Wasserhähnen sollte eine regelmäßige Trinkwasserentnahme erfolgen. Nach drei Tagen Nichtbenutzung einer Zapfstelle sollte man erstmal das Wasser eine Weile laufen lassen, bevor man es trinkt. Das Umweltbundesamt empfiehlt dies sogar schon nach Nichtnutzung von vier Stunden“, sagt Dr. Britta Röper, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel.
Probleme mit der Wasserqualität in den eigenen vier Wänden entstehen beispielweise auch durch fehlerhafte Installationen oder unzureichende Wartung. Damit die Trinkwasserqualität im Gebäude erhalten bleibt, dürfen Arbeiten an Rohrleitungen und Trinkwasserinstallationen nur von dafür zugelassenen und eingetragenen Installationsunternehmen durchgeführt werden.
Wie kommen eigentlich Legionellen ins Trinkwasser?
Wenn das Wasser in den Leitungen nicht warm genug ist, können sich Legionellen vermehren. Legionellen sind Bakterien, die beim Menschen etwa Lungenentzündungen verursachen. „Legionellen vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 Grad Celsius und 45 Grad Celsius. Oberhalb von 60 Grad Celsius sterben sie ab und unterhalb von 20 Grad vermehren sie sich kaum noch. In künstlichen Wassersystemen wie Wasserleitungen in Gebäuden finden die Erreger bei entsprechenden Temperaturen gute Wachstumsbedingungen. Aus diesem Grund müssen etwa Mehrfamilienhäuser mit zentraler Warmwasserbereitung sicherstellen, dass das warme Wasser in den Leitungen eine Temperatur von 60°C hat“, erklärt Groh. Diese Auflagen gelten für Ein- oder Zweifamilienhäuser nicht, allerdings gilt auch hier die Empfehlung, das warme Wasser ausreichend warm zu halten.
Sind Wassersprudler hygienisch?
„Werden Wassersprudler zuhause genutzt, sollte man auf jeden Fall die Flaschen jeden Tag entleeren und reinigen. Im abgestandenen Wasser können sich sonst Mikroorganismen vermehren, die Krankheiten auslösen können“, erläutert Gesundheitsamtsleiterin Dr. Britta Röper. „Und man sollte auch nicht vergessen, die Dichtungen, Gewinde und das Gerät selbst zu säubern.“
Ist Kalk im Wasser gesund?
Kalkhaltiges Wasser ist gesundheitlich unbedenklich. Die sogenannte Wasserhärte hängt vom Calcium- und Magnesiumgehalt ab. Kalk ist hauptsächlich ein Problem für technische Geräte und führt zu Kalkrückständen auf Armaturen, stellt aber kein Gesundheitsproblem dar. Die Wasserhärte in Stadt und Landkreis Kassel können bei dem jeweiligen Wasserversorger auf deren Internetseiten abgefragt werden:
Ist Leitungswasser für Babynahrung geeignet?
In der Regel kann Trinkwasser aus der Leitung bedenkenlos zur Zubereitung von Babynahrung verwendet werden. „Wichtig ist, stets frisches, kaltes Wasser aus dem Hahn zu entnehmen und gegebenenfalls das Wasser vorher ablaufen zulassen. Warmwasser sollte aber nicht direkt verwendet werden. Und bei Unsicherheiten am besten das Wasser abkochen. Zudem sollte bei sehr alten Gebäuden oder Verdacht auf alte Leitungen die Trinkwasserqualität geprüft werden“, sagt Dr. Britta Röper weiter.
Wo kann man Trinkwasser untersuchen lassen?
Schmeckt das Trinkwasser „komisch“ oder riecht es, so entspricht dieses Wasser nicht den Qualitätsvorgaben der Trinkwasserverordnung. Ein metallischer oder muffiger Geschmack kann beispielsweise auf Probleme in der Trinkwasserinstallation hinweisen, was aber nicht immer zwingend eine Gesundheitsgefahr bedeuten würde. Dennoch stellen solche Auffälligkeiten einen Mangel dar und müssen fachgerecht bereinigt werden. Dabei helfen Installationsunternehmen. Mieter können sich mit diesem Problem an ihre Vermieter wenden.
Eine Trinkwasseruntersuchung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, zum Beispiel:
Wenn Personen die Trinkwasserqualität an einem bestimmten Wasserhahn in der Wohnung oder dem Haus untersuchen lassen wollen, sollten sie zuerst eine Untersuchungsstelle kontaktieren, um dort nähere Informationen zum Vorgehen zu erhalten. Eine aktuelle Liste für in Hessen ansässige Untersuchungsstellen sind auf https://hlfgp.hessen.de/zulassung-und-listung-von-trinkwasseruntersuchungsstellen zusammengestellt. Die Kosten der Trinkwasseruntersuchung trägt in der Regel immer der Auftraggebende und sind beim jeweiligen Labor zu erfragen.
Hintergrund
In diesem Jahr informiert das Gesundheitsamt Region Kassel anlässlich des bundesweiten „Tages des Gesundheitsamtes“ über das ganze Jahr verteilt über seine Aufgaben, die die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger unmittelbar betrifft. Im Laufe des Jahres werden sich die vielfältigen Fachabteilungen mit ihren Themen vorstellen, die täglich zum Schutz und zur Förderung der Gesundheit beitragen.
Der Weltwassertag am 22. März macht jedes Jahr auf die besondere Bedeutung von Wasser aufmerksam. Seit 1993 wird dieser Tag von den Vereinten Nationen ausgerufen, um daran zu erinnern, dass Wasser eine der wichtigsten Grundlagen für alles Leben ist.
Das Motto 2026 lautet: „Where water flows, equality grows“. Dabei stehen im Mittelpunkt der sichere Zugang zu Trinkwasser und Sanitärversorgung als Menschenrecht und als Voraussetzung für Geschlechtergerechtigkeit.
Pressekontakt: A. Shuhaiber
LANDKREIS KASSEL
Pressesprecherin Alia Shuhaiber
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