Meldungsdatum: 19.04.2026
„Startklar“ und „Kita-Einstieg“ richten sich an Menschen, die ihr Heimatland verlassen haben. Der größte Teil von ihnen ist vor Krieg oder lebensbedrohenden Krisen geflohen. In Dortmund bauen sie sich eine neue Zukunft auf. Ziel beider Programme ist es, die neuen Dortmunder*innen auf den ersten Arbeitsmarkt vorzubereiten. Sie nehmen Menschen in den Blick, die in ihrer Heimat einen Abschluss im Bereich der frühkindlichen Bildung gemacht haben (Startklar), oder die eine Ausbildung in frühkindlicher Bildung machen wollen (Kita-Einstieg).
Die Teilnehmenden und Absolvent*innen von Startklar und Kita-Einstieg kommen unter anderem aus der Ukraine, aus Syrien, Ägypten, Pakistan, Albanien, aus dem Libanon, dem Irak, dem Iran, von der Elfenbeinküste – aber auch aus Griechenland, Spanien oder der Türkei.
Nienaber-Willaredt: Diese Menschen passen wunderbar zu FABIDO und Dortmund
„Beide Programme haben unsere Erwartungen voll erfüllt. Sie zeigen, dass Integration funktioniert, wenn man die Wege dafür ebnet. Sie sind eine Chance für die Menschen, die zu uns kommen. Sie sind aber auch eine Chance für Dortmund“, sagte Monika Nienaber-Willaredt, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie, heute in einer Pressekonferenz. „Die Menschen mit ihren unterschiedlichen Herkünften und Werdegängen passen wunderbar zu FABIDO und Dortmund - sie sind eine Bereicherung und helfen uns deutlich gegen den Fachkräftemangel in der Branche.“
Kita-Einstieg richtet sich an Menschen, die eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin oder zum staatlich anerkannten Erzieher absolvieren wollen. Sie müssen mindestens einen Fachhochschulabschluss (oder einen vergleichbaren Abschluss) mitbringen. Im Vorbereitungsjahr arbeiten die Teilnehmenden an drei Tagen pro Woche in einer FABIDO-Einrichtung, an zwei Tagen besuchen sie einen B2-Deutsch-Kurs mit berufssprachlicher Ausrichtung. Der Abschluss bescheinigt ihnen die Fähigkeit, komplexe Texte, Fachdiskussionen und abstrakte Themen zu verstehen. FABIDO unterstützt sie beispielsweise bei der Anerkennung der Abschlüsse. Das Interesse an den 36 Plätzen pro Jahr seit Oktober 2024 ist riesig.
40 neue Azubis für FABIDO durch Kita-Einstieg
„Schon das erste Jahr war für uns ein voller Erfolg. Im Sommer 2025 haben wir aus dem ersten Jahrgang von Kita-Einstieg 15 Menschen in die Ausbildung übernommen“, sagt Daniel Kunstleben, Geschäftsführer von FABIDO. In diesem Sommer werden es sogar 25 Menschen sein, die bei FABIDO die staatlich anerkannte Erzieher*innen-Ausbildung beginnen werden.
Aus dem Programm Startklar hat FABIDO schon acht Menschen in eine feste Anstellung übernommen: drei Erzieherinnen und vier Beschäftigte in vergleichbarer Einstufung sowie eine Kinderpflegerin. Bei zehn weiteren Menschen läuft das Anerkennungsverfahren augenblicklich – die Chancen stehen gut. Kunstleben: „18 neue Fachkräfte für FABIDO – das ist schon wirklich toll. Allerdings hätten das aus unserer Sicht auch mehr sein können. Wir hatten viele gut qualifizierte Teilnehmer*innen dabei. Eine große Hürde, das haben wir in den vergangenen zwei Jahren gemerkt, sind die Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse in Deutschland.“
Startklar: Chancen auf Übernahme sind gut
Im Vergleich zu Kita-Einstieg ist Startklar ein dynamisches Programm: Die Absolvent*innen haben 18 Monate Zeit für die Anerkennung und den Nachweis der B2-Qualifikation. Während dieser Zeit arbeiten sie ebenfalls an drei Tagen pro Woche in einer Kita von FABIDO. Wer schneller fertig wird, dem winkt auch früher eine Festanstellung bei FABIDO. „Bei FABIDO erleben wir gerade den größten Ausbau in unserer Geschichte, um uns auf den wachsenden Bedarf in der frühkindlichen Bildung in Dortmund vorzubereiten. Die Chancen auf eine Übernahme sind also gut“, sagt Daniel Kunstleben.
Die Chancen auf einen Platz bei Startklar oder Kita-Einstieg sind ebenfalls gut. Beide Programme, die FABIDO gemeinsam mit VHS und Jobcenter auf die Beine gestellt hat, sollen weiterlaufen.
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Hinweis für die Redaktionen: Während des Medientermins heute war Iryna Smychkova anwesend. Sie ist eine von acht Startklar-Absolvent*innen, die bei FABIDO fest übernommen worden sind. Ihre persönliche Geschichte haben wir für die Medienvertreter*innen zusammengefasst, die bei der Pressekonferenz verhindert waren.
Nach Krieg und Flucht: Iryna ist glücklich, wieder mit Kindern arbeiten zu können
Iryna Smychkova spricht bedacht. „Meinen Traum, mit Kindern zu arbeiten, lebe ich hier weiter“, sagt die 56-Jährige. Iryna hat das Qualifizierungsprogramm „Startklar“ bei FABIDO absolviert. Sie ist eine von bislang acht Absolvent*innen, die Dortmunds größter Anbieter frühkindlicher Bildung aus dem Programm direkt in eine Festanstellung übernommen hat.
Seit dem 1. Januar ist Iryna im FABIDO-Familienzentrum Steinstraße als Kinderpflegerin angestellt. Das Datum markiert für sie den Start in eine neue Zeit. Hinter ihr liegen schwierige Jahre: Am 22. Februar 2022 hatte Russland den Angriffskrieg auf die Ukraine gestartet. Fast zeitgleich fuhren die Russen auch schwere Angriffe auf Kiew. Die Lage für die Zivilbevölkerung wurde schnell lebensbedrohlich.
Iryna: Es gab keine Arbeit mehr. Wie sollen wir da überleben?
Iryna lebte dort seit ihrer Kindheit. Sie wurde dort zur Erzieherin ausgebildet und hat 13 Jahre in der frühkindlichen Bildung gearbeitet. Später hat sie dort studiert, in Kiew kamen ihre Kinder auf die Welt. Jetzt sah sie keine Zukunft mehr für sich. Sie entschloss sich, ihre Heimat zu verlassen: „Erst hatten wir Corona, dann kam der Krieg. Es gab keine Arbeit mehr. Wie sollen wir da überleben?“
Als sie im April 2022 in Deutschland ankam, wohnte sie bei einer Freundin in Dortmund – ein wenig Vertrautheit in einem sonst so fremden Land, dessen Sprache sie nicht sprechen kann. Das wollte sie schnell ändern. Deutsch zu lernen, war ihr erstes Ziel. Sprachen liegen ihr. In der Ukraine hat sie fünf Jahre als Lehrerin Kinder in der Mittelstufe unterrichtet: in Weltliteratur und Russisch.
Zehn Monate für das Startklar-Programm
In Dortmund besuchte sie schnell einen Sprachkurs vom Jobcenter. Ihr Berater dort war es auch, der ihr den entscheidenden Tipp für das Programm Startklar gab. Iryna bewarb sich und durchlief das Startklar-Programm im Eiltempo: zehn Monate reichten. Sie nahm an einem c1-Sprachkurs (kompetente Sprachverwendung) teil, FABIDO unterstützte sie bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse. Ihre zweijährige Ausbildung zur Erzieherin in der Ukraine wird ihr in Deutschland als Kinderpflegerin anerkannt.
Während ihrer Startklar-Zeit arbeitete sie drei Tage pro Woche in der FABIDO-Kita Dubliner Weg. Da lernte sie das pädagogische Konzept von FABIDO kennen, die Unterschiede zum ukrainischen System sind deutlich: „In der Ukraine habe ich mich mit einer Helferin um bis zu 25 Kinder gekümmert. Wenn da gemalt wurde, mussten alle malen – ob sie wollten oder nicht. Hier unterstützen wir die individuellen Bedürfnisse der Kinder. Davon bin ich begeistert. Wenn die Kinder ihren Interessen nachgehen können, lernen sie viel leichter und besser“, sagt Iryna.
Iryna fühlt sich gut unterstützt
Dass sie in Dortmund wieder mit Kindern arbeiten kann, macht sie glücklich: Das Familienzentrum Steinstraße bezeichnet sie mit einem leichten Schmunzeln als ihre neue Heimat: „Ich fühle mich bei FABIDO gut unterstützt und wertgeschätzt. Es ist wirklich schön, dass ich hier sein kann.“
Auch im Familienzentrum sind alle froh darüber, dass sie da ist. Ulrike Theißen leitet das FABIDO-Familienzentrum an der Steinstraße. „Dass wir von Iryna profitieren können, haben wir vom ersten Tag an gemerkt“, sagt sie. „Sie bereichert das ganze Team mit ihrer Art und dadurch, wie sie sich jeden Tag einbringt.“
Stadt Dortmund
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