Meldungsdatum: 21.04.2026
Ein knallbunter Kiosk, darüber flirren Vögel am Himmel, weitere Projektionen an den Wänden suggerieren Baumkronen. Es riecht nach Sommer und Kindheit auf der Ebene 4 im Museum Ostwall. Zwölf Minigolfbahnen verwandeln den Museumsraum im Dortmunder U in eine begehbare Landschaft aus Beton, Architektur und Nostalgie.
Mit Minigolfschlägern in verschiedenen Größen, Spielzetteln und Bleistift aus dem Kiosk ziehen die Besuchenden in den Museumsraum, um spielend die Kunst zu entdecken. Kuratorin Stefanie Weißhorn-Ponert mag die Idee, mit den Bahnen im Museum Ostwall einen spielerischen Blick auf die Architektur der Nachkriegszeit zu bekommen. Beim Ausloten des richtigen Schlagwinkels können die Mini-Skulpturen der Berliner Künstlerin Ina Weber besonders gut betrachtet werden.
Erinnerungen an das Gesundheitshaus
Wie das alte Dortmunder Gesundheitsamt: Die Dachterrasse mit dem geschwungenen Flachdach inspirierte Ina Weber zu dieser Minigolfbahn, die sie extra für die Ausstellung im Museum Ostwall geschaffen hat. Das Gesundheitshaus in der Hövelstraße 8 wurde 1957–1961 errichtet und zählt zu den bedeutenden Werken der Baukunst der westdeutschen Nachkriegszeit. Der Dortmunder Architekt und Künstler Will Schwarz hat es geschaffen und mit viel Kunst gefüllt. Das ikonische Symbol für Aufbruch und Moderne nach dem Zweiten Weltkrieg steht heute unter Denkmalschutz.
Alle anderen Hindernisse auf den Minigolfbahnen bestehen aus fiktiven Gebäuden, zusammengesetzt aus Versatzstücken realer Bauwerke der Nachkriegsmoderne. So entstehen vertraut wirkende, aber nie eindeutig zu verortende Bauten: ein Kino, eine Tankstelle, ein Hochhaus. Nichts ist monumental, und doch erzählt jedes Objekt von urbaner Geschichte, Wandel und Alltag.
Mit „Trümmerbahnen“ zum Wiederaufbau in der Nachkriegszeit
Auf den „Trümmerbahnen“ wird Architektur zur Skulptur, der Sockel selbst zur Spielfläche. Durch das Spiel mit Maßstab und Material öffnet Ina Weber einen neuen Blick auf die städtische Umwelt – auf jene brutalistischen Betonbauten, die einst als Symbole des Fortschritts galten und heute oft als „Betonmonster“ verschrien sind. Beton, das allgegenwärtige Material der Nachkriegszeit, wird hier zu einem Spiegel unserer Haltung gegenüber der modernen Architektur. Der Titel der Arbeit erinnert zugleich an die historischen „Trümmerbahnen“, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Schutt aus den Städten schafften und so den Wiederaufbau ermöglichten.
Im Museum Ostwall ein letztes Mal zu sehen
Seit ihrer Entstehung im Jahr 2004 wurde die Installation an verschiedenen Orten gezeigt – allerdings vor allem draußen, im öffentlichen Raum. Die Ausstellung im Museum Ostwall ist erst die zweite in einem Innenraum. Die Präsentation in Dortmund soll auch die letzte sein. Eine Chance für alle, die Minigolf lieben und Kunst und Architektur spielerisch entdecken wollen. Spaß haben dabei Kinder und Erwachsene, Kunstkenner*innen ebenso wie Architekturliebhaber*innen.
Minigolfturnier und bunte Tüten
Zur Ausstellung gibt es ein buntes Programm:
Das komplette Begleitprogramm gibt es online.
Kurzinfo
Zurück zum Beton: Ina Webers Trümmerbahnen-Minigolf
Museum Ostwall im Dortmunder U, Ebene 4
bis 7. Juni 2026
dortmunder-u.de/museum-ostwall
Öffnungszeiten: Di, Mi, Sa, So und an Feiertagen: 11 bis 18 Uhr, Do und Fr: 11 bis 20 Uhr
Eintritt frei
Stadt Dortmund
Fachbereich Marketing + Kommunikation
Silke Hempel - Pressestelle
Betenstraße 19 - 44137 Dortmund
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