Meldungsdatum: 22.05.2026
Die Volkshochschule Dortmund lädt am Donnerstag, 28. Mai, um 19 Uhr zu einem Vortrag mit Lesung in die vhs, Kampstraße 47, ein. Im Mittelpunkt steht die „Causa Woelbing“ – die Geschichte des Lehrers Hans Woelbing, der 1933 die Bücherverbrennung in Dortmund mitorganisierte und nach dem Krieg unbehelligt Karriere machte. Der Hintergrund: Am 30. Mai 1933 ließen die Nationalsozialisten auf dem Dortmunder Hansaplatz unzählige Bücher verbrennen. Zu den zentralen Akteuren gehörte Hans Woelbing, der seit 1928 am damaligen Bismarck-Realgymnasium, dem heutigen Max-Planck-Gymnasium, unterrichtete.
Lesung zur verdrängten Geschichte
Nach Kriegsende setzte Woelbing seine Laufbahn in Zweibrücken in der Pfalz fort. Er engagierte sich in mehreren Parteien und übernahm schließlich die Leitung einer Bibliothek – jener Institution also, deren Inhalte er während der NS-Zeit hatte vernichten lassen. Die Lesung soll sich mit verdrängter NS-Vergangenheit auseinandersetzen und fragt danach, wie Gesellschaften mit historischen Verstrickungen umgehen.
Es liest die Hagener Autorin Dr. Birgit Ebbert aus ihrem Roman „Brandbücher“ (Gmeiner Verlag, 2013). Auf Grundlage ihrer Recherchen zeichnet sie die Atmosphäre der Zeit nach und schlägt eine Verbindung zu den Ereignissen rund um Hans Woelbing. Der Eintritt ist frei.
Ausstellung „Verbrannte Orte“ informiert zusätzlich
Mit der Ausstellung „Verbrannte Orte – Bücherverbrennung 1933 in Deutschland“ in der VHS können die Besuchenden sich zusätzlich über die Bücherverbrennung durch die Nazis auf dem Hansaplatz informieren. Die Ausstellung ist bis zum 3. Juni jeweils montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr (außer an Feiertagen) im 1. Obergeschoss der VHS zu sehen.
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