Meldungsdatum: 08.06.2026

Gemeinsame Pressemitteilung der Kreisstadt Unna und des Kreises Unna: Zukunft des Viktoria-Areals: Investition in die Sicherheit und städtebaulicher Lückenschluss

Das rund 45.000 Quadratmeter große Viktoria-Areal an der Viktoriastraße soll eine neue, zukunftsweisende Nutzung erhalten. Der Kreis Unna, die Kreisstadt Unna und die Viktoria-Grundstücks GmbH & Co. KG als Flächeneigentümerin prüfen die Voraussetzungen für ein modernes Gefahrenabwehrzentrum (GAZ) des Kreises Unna. Ziel ist es, die Zentralen von Feuerwehr, Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Polizei an einem zentralen Standort zusammenzuführen. Die Bündelung der Leitstellen von Polizei und Feuerwehr und die Schaffung von Krisenstabsräumen zur Abarbeitung von großen Einsatzlagen sind eine wichtige Investition in die Sicherheit der Menschen im Kreis Unna.

„Ich will das klar sagen: Wir müssen den Schutz der Menschen im Kreis Unna so aufstellen, dass wir im Ernstfall schnell und handlungsfähig sind. Dazu müssen wir Leitstellen, Technik und Krisenräume bündeln. Das Viktoria-Areal ist ein Standort, der diesen notwendigen Bedarf decken kann. Wir leisten uns dabei keinen Luxus“, betont Landrat Mario Löhr.

Die Kreisstadt Unna begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich. Nachdem feststeht, dass die ursprünglich geplante Wohnbebauung an diesem Standort rechtlich und wirtschaftlich nicht umsetzbar ist, sieht die Stadtverwaltung im GAZ eine überzeugende Perspektive für eine Entwicklung der Fläche. In den vergangenen Jahren war die Freifläche nördlich der Bahngleise intensiv für ein Wohnquartier mit rund 260 Wohneinheiten im Blick. Die Lage zwischen Bahntrasse im Süden und Gewerbebetrieben im Norden führt jedoch zu sehr hohen gesetzlichen Schallschutzanforderungen. Umfangreiche Prüfungen der Entwicklungsgesellschaft haben letztlich gezeigt: Die nötigen Schallschutzmaßnahmen machen eine Wohnentwicklung an dieser Stelle wirtschaftlich unmöglich.

Parallel dazu befand sich der Kreis Unna auf der Suche nach einem neuen Standort für das GAZ. Das Viktoria-Areal bietet den notwendigen Raum, den die moderne Gefahrenabwehr zwingend benötigt. Da es sich um eine private Fläche handelt, liegt die Entscheidung über eine Nutzung der Fläche primär bei der Eigentümerin.

Als Eigentümerin ist es uns wichtig, für das Viktoria-Areal eine tragfähige und verantwortungsvolle Perspektive zu ermöglichen. Deshalb wollen wir gemeinsam mit Kreis und Stadt eine Lösung voranbringen, die dem Standort und der Sicherheit der Region dient“, erklärt Karin Rose, Geschäftsführerin der Viktoria-Grundstücks GmbH & Co. KG.

Die Kreisstadt Unna begleitet die Flächenentwicklung im Rahmen der städtischen Planungshoheit. In vorbereitenden Gesprächen werden derzeit die Grundlagen für das Bebauungsplanverfahren erarbeitet und die notwendigen Gutachten etwa zu Verkehrs- und Umweltauswirkungen eingeholt. Als formaler Startschuss des Verfahrens wird ein Aufstellungsbeschluss für die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 1. Juli vorbereitet. Im weiteren Verfahren werden die Öffentlichkeit sowie die Behörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt. Die abschließende Entscheidung über den Bebauungsplan obliegt dem Stadtrat.

„Wir verstehen die Enttäuschung in der Bevölkerung über die fehlende Umsetzungsmöglichkeit für ein neues innenstadtnahes Wohnquartier vollkommen. Aber die Stadt stand hier nicht vor der Wahl ‚Wohnen oder Behörde‘ – eine Wohnnutzung ist an diesem Standort schlicht keine Option“, so der Erste Beigeordnete Sandro Wiggerich. „Das Gefahrenabwehrzentrum ist nun die beste denkbare Alternative: Es schließt eine städtebauliche Wunde im Herzen unserer Stadt und stärkt Unna als zentralen Sicherheitsstandort. Wir begrüßen daher die Planungen des Kreises und der Flächeneigentümerin ausdrücklich.“

Ein positiver Nebeneffekt für die Anliegerinnen und Anlieger des Viktoria-Areals: Erste verkehrliche Einschätzungen der Stadtverwaltung deuten darauf hin, dass die jetzt geplante Nutzung in den täglichen Stoßzeiten weniger Verkehr im Umfeld der Viktoriastraße auslöst als ein Wohnquartier mit rund 260 Wohneinheiten.