Meldungsdatum: 03.09.2026

Tätigkeitsbericht 2025

K.I.S.S. zieht Bilanz

Kreis Unna. Die Kontakt- und InformationsStelle für Selbsthilfegruppen (K.I.S.S.) des Kreises Unna hat im Juni ihren Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die K.I.S.S. informiert über Selbsthilfegruppen, unterstützt bei Neugründungen, vermittelt Ratsuchende in passende Angebote und begleitet bestehende Gruppen. Der Bericht zeigt, dass die Selbsthilfe im Kreis Unna vielfältig aufgestellt ist und von den Bürgerinnen und Bürgern nach wie vor intensiv genutzt wird.

Im Jahr 2025 haben sich insgesamt 2.322 Bürgerinnen und Bürger telefonisch, persönlich oder schriftlich an die K.I.S.S. gewandt. Dabei berieten die Mitarbeiterinnen 1.090 Menschen, die eine passende Selbsthilfegruppe suchten. Im Rahmen ihrer Drehscheiben- und Clearingfunktion vermittelte die K.I.S.S. 907-mal in bestehende Selbsthilfegruppen und 297-mal in das professionelle Unterstützungsnetz im Kreis Unna. 21 neue Selbsthilfegruppen wurden in diesem Jahr ins Verzeichnis aufgenommen, sodass zum Jahresende kreisweit 258 bestehende Gruppen erfasst waren. 

Beratung, Unterstützung und Vermittlung

Die K.I.S.S. steht allen Bürgerinnen und Bürgern aus den zehn kreisangehörigen Kommunen zur Verfügung. Das mit Abstand häufigste Anliegen war dabei die Suche nach einer passenden Selbsthilfegruppe.

110 Interessierte meldeten sich auf Grund der Öffentlichkeitsarbeit zu einer Gruppengründung. Die Mitarbeiterinnen unterstützen dabei nicht nur bei der Suche nach weiteren Teilnehmenden, sondern begleiten auch die ersten Schritte und Treffen auf dem Weg zur Gründung.

Des Weiteren suchten 134 Interessierte über die Kontaktstelle den Weg zu professionellen Akteuren im Gesundheits- oder Sozialwesen. 

Inhaltlich dominieren nach wie vor Themen aus dem Bereich der gesundheitlichen Selbsthilfe wie Depressionen, Ängste und psychische Erkrankungen, gefolgt von Sucht sowie Neurodivergenz (AD(H)S, ASS) und Demenz. Im psychosozialen Bereich geht es häufig um Einsamkeit, Trauer und familiäre Themen. 

„Die Zahlen zeigen, wie fest die Selbsthilfe im Kreis Unna verankert ist. Seit 2024 steigt die Zahl der bestehenden Selbsthilfegruppen im Kreis Unna wieder kontinuierlich an. Das unterstreicht, wie wichtig der gegenseitige Austausch für die Menschen in unserer Region ist“, sagt Carina Ewens, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit beim Kreis Unna. 

Angebote für Selbsthilfegruppen

Neben der Beratung Einzelner unterstützt die K.I.S.S. auch die rund 258 bestehenden Gruppen selbst – organisatorisch, fachlich und finanziell. Im Fortbildungsprogramm „Die Gruppe im Fokus“ ging es unter anderem um den Umgang mit Störungen in der Gruppenarbeit. Außerdem wurde ein Methodenworkshop für die praktische Gruppenarbeit sowie ein Erfahrungsaustausch zum Thema Moderation angeboten.

Zweimal kamen 2025 alle Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Selbsthilfegruppen zum kreisweiten Gesamttreffen zusammen: Im Januar stand die finanzielle Förderung der Gruppen im Mittelpunkt, im Juni die Wahl des Sprecherrates. 

Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit

Um auf die vielfältigen Selbsthilfeangebote aufmerksam zu machen, setzt die K.I.S.S. auf einen breiten Mix aus klassischer Pressearbeit, Social Media und persönlicher Ansprache. Bei zahlreichen Veranstaltungen im Kreisgebiet ist sie mit Informationsständen vertreten – etwa beim Tag der offenen Tür des Kreises Unna oder beim Seniorentag. Auch der Kreis-Unna-Podcast hat das Thema Selbsthilfe bereits aufgegriffen. So bietet sich die Möglichkeit, Selbsthilfegruppen zu Wort kommen zu lassen, um direkt aus der Perspektive der Betroffenen die positiven Züge der Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe weitergeben zu können. Thematisch passende Podcasts sind zu finden unter www.kreis-unna.de/podcast

Kooperationen, Gremien und Fortbildung

Die K.I.S.S. ist kreisweit in zahlreichen Gremien vertreten – von den Behindertenbeiräten über die Kreisgesundheitskonferenz bis zu den Demenznetzwerken in Kamen, Lünen, Fröndenberg und Unna. Regelmäßige Fortbildungen – etwa zu Patientenbeteiligung, interkultureller Sensibilität oder digitaler Selbsthilfe – sichern die fachliche Qualität der Arbeit. 

Junge Selbsthilfe wächst weiter

Ein besonderer Schwerpunkt bleibt die junge Selbsthilfe: 2025 wurden zwei neue Gruppen zu den Themen Einsamkeit und Depressionen gegründet. Damit gibt es im Kreis Unna inzwischen 15 junge Selbsthilfegruppen. „Wir sehen deutlich, dass immer jüngere Menschen den Austausch in einer Selbsthilfegruppe suchen“, so Birgit Kollmann, Sachgebietsleiterin des Fachbereichs Gesundheit. 

Weitere Informationen zur Selbsthilfe im Kreis Unna sind zu finden unter www.kreis-unna.de/selbsthilfe. Unter SelbsthilfeNews - Anmeldung bleiben Interessierte stets auf dem neuesten Stand. Der vollständige Tätigkeitsbericht der K.I.S.S. ist dem angehängten PDF-Dokument zu entnehmen. PK | PKU

Pressekontakt: Jana Röhrig | Fon 0230327 – 18 13 | jana.roehrig@kreis-unna.de