Meldungsdatum: 09.09.2026
Der Stadtkämmerer hat für die Kreisstadt Unna mit Wirkung zum Mittwoch, 9. September 2026, eine sofortige haushaltswirtschaftliche Sperre verhängt. Er reagiert damit auf aktuelle finanzielle Entwicklungen auf Kreis- und Landesebene, die drastische Auswirkungen auf den städtischen Haushalt haben. Ziel der Maßnahme ist es, die Rücklagen der Stadt maximal zu schonen und die finanzielle Handlungsfähigkeit auch für die Jahre 2027 und folgende zu sichern. Die Verwaltung hat am Dienstag, 8. September 2026, die Fraktionsvorsitzenden entsprechend informiert. Der Rat wird in seiner Sitzung am 24. September darüber informiert.
Grund für die haushaltswirtschaftliche Maßnahme sind insbesondere die vom Kreis Unna angekündigte Erhöhung der Kreisumlage sowie die Vorausberechnungen der Landeszuweisungen und der gemeindlichen Steuern. Hiernach zeichnet sich für die Jahre ab 2027 gegenüber der bisherigen Mittelfristplanung eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung ab. Um die städtischen Rücklagen im Hinblick auf diese Entwicklungen zu schonen, dürfen ab sofort nur noch Ausgaben getätigt werden, zu denen die Stadt rechtlich verpflichtet ist oder die für die Weiterführung notwendiger Aufgaben unaufschiebbar sind. Alle laufenden Pflichtaufgaben, etwa in den Bereichen Schulen, Kitas, soziale Leistungen und Bürgerdienste, sind von der Sperre nicht betroffen und werden im gesetzlich erforderlichen Umfang fortgeführt. Auch bestehende vertragliche Pflichten werden uneingeschränkt erfüllt.
Die haushaltswirtschaftliche Sperre führt dazu, dass rechtlich nicht vorgeschriebene Ausgaben bis auf Weiteres grundsätzlich nicht mehr getätigt werden dürfen. Konkret bedeutet dies unter anderem, dass der für Samstag, 7. November, geplante Tag der offenen Tür im Rathaus abgesagt werden muss. Welche weiteren Veranstaltungen ausfallen müssen, wird derzeit geprüft.
„Die drastisch erhöhte Kreisumlage aufgrund der Verschlechterung der finanziellen Situation des Kreises und die Abschätzung der Landeszuweisungen zwingen uns zu Einschnitten“, erklärt Kämmerer Michael Strecker. „Der Kreis hat durch die Verhängung einer Bewirtschaftungssperre einen ersten Schritt zur Sicherung seiner finanziellen Stabilität unternommen. Wir müssen unsere Rücklagen schützen, um die drohenden zusätzlichen Defizite des Jahres 2027 und der Folgejahre möglichst abfedern zu können. Die haushaltswirtschaftliche Sperre ist daher ein notwendiger Schritt zur Sicherung unserer finanziellen Handlungsfähigkeit.“ Die Verwaltung erarbeitet derzeit die Grundlagen für weitere Konsolidierungsmaßnahmen.
Trotz der haushaltswirtschaftlichen Sperre gilt: Investitionen in die Zukunft für Bürgerinnen und Bürger müssen weiter möglich bleiben. Die Kreisstadt setzt auf eine verantwortungsvolle Konsolidierung, ohne dadurch wichtige und Funktionierende Strukturen z. B. im ehrenamtlichen Bereich dauerhaft zu zerschlagen.
Die haushaltswirtschaftliche Sperre gilt voraussichtlich bis zum Ende des Jahres.
Die Kreisstadt Unna folgt mit dieser Entscheidung anderen Kommunen im Kreis Unna und in Nordrhein-Westfalen wie beispielsweise Schwerte, Krefeld, Bonn und Münster.
Kreisstadt Unna - Der Bürgermeister
Pressestelle: Anna Gemünd und Kevin Kohues
Rathausplatz 1 - 59423 Unna
Telefon: (02303) 103-1313 oder (02303) 103-1314
E-Mail: presse@stadt-unna.de
Internet: https://www.unna.de
Sämtliche Texte können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden. Belegexemplare sind willkommen.
Die Pressestelle Kreisstadt Unna ist Mitglied bei presse-service.de [ www.presse-service.de]. Dort können Sie Nachrichten weiterer Pressestellen recherchieren und als RSS-Feed oder E-Mail abonnieren.