Meldungsdatum: 23.09.2026
Medizinische Praxen zählen häufig zu den ersten Anlaufstellen für Menschen, die Opfer von häuslicher oder sexualisierter Gewalt geworden sind. Um das Wissen über bestehende Hilfsangebote in diesem Bereich zu stärken, lädt der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt medizinisches Fachpersonal am Freitag, den 6. November, um 14 Uhr zu einer Online-Informationsveranstaltung zum Thema „Vertrauliche Spurensicherung“ ein.
Die kostenfreie, rund 1,5-stündige Veranstaltung informiert über die medizinischen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der vertraulichen Spurensicherung und richtet sich insbesondere an haus- oder zahnärztliche, gynäkologische, aber auch kinderärztliche Praxen im Gebiet des Kreises Viersen.
Die vertrauliche Spurensicherung ermöglicht es Betroffenen von Gewalttaten, rechtsmedizinisch relevante Spuren zeitnah und fachgerecht sichern zu lassen, auch dann, wenn sie sich zunächst gegen eine Strafanzeige entscheiden. Die gesicherten Spuren werden nach festgelegten Standards vertraulich aufbewahrt und können bei einer späteren Anzeigenerstattung als wichtiges Beweismittel in ein Strafverfahren eingebracht werden. So bleibt Betroffenen die Möglichkeit erhalten, selbstbestimmt und ohne Zeitdruck über die Einleitung weiterer rechtlicher Schritte zu entscheiden.
Konkrete Informationen zu Ablauf und Inhalt der Veranstaltung sowie zur Anmeldemöglichkeit erhalten interessierte Praxen durch eine E-Mail mit dem Betreff „VSS-Info“ an gleichstellungsstelle@kreis-viersen.de
Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt im Kreis Viersen ist im Jahr 2002 unter der Schirmherrschaft des Landrates des Kreises Viersen gegründet worden. Er ist ein interdisziplinär besetztes Gremium, dessen Mitglieder aus den verschiedenen psychosozialen, juristischen, kommunalen, medizinischen und anderen Einrichtungen des Kreises Viersen kommen und sich in ihrer Arbeit mit der Thematik der häuslichen Gewalt konfrontiert sehen. Vorrangiges Ziel des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt ist es, den Schutz und die Hilfe bei häuslicher Gewalt zu verbessern sowie die Zusammenarbeit aller beteiligten Einrichtungen zu fördern. Dazu gehört auch, die Öffentlichkeit über den Zugang zu Hilfestrukturen zu informieren und Kenntnisse über Hilfsangebote sowie die verschiedenen Handlungsmöglichkeiten für Betroffene von sexueller oder häuslicher Gewalt zu vermitteln. Da medizinische Praxen oft die erste Kontaktstelle nach einer Gewalttat sind, kommt dem Wissen über die vertrauliche Spurensicherung und die bestehenden Unterstützungsangebote eine besondere Bedeutung zu. Weitere Informationen gibt es unter: www.kreis-viersen-gegen-haeusliche-gewalt.de
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