Meldungsdatum: 25.09.2026
Wie können Menschen unterstützt werden, die unter prekären oder ausbeuterischen Bedingungen arbeiten und welche Lösungen können Beratungsstellen vor Ort anbieten? Darüber hat sich Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, am 23. September bei einem Besuch der Beratungsstellen Arbeit im Münsterland informiert. Beim Treffen in Münster stellten die Fachleute der sieben Beratungsstellen im Münsterland ihre Arbeit vor und berichteten über konkrete Fälle aus den jeweiligen Institutionen.
Ein Beispiel aus der Landwirtschaft zeigte, wie wichtig die Arbeit der Beratungsstellen ist: Ein rumänischer Beschäftigter war für eine Tätigkeit als Elektriker in Deutschland angeworben worden. Nach seiner Ankunft sollte er jedoch als Erntehelfer arbeiten. Über sein Gehalt und Abzüge für seine Unterkunft wurde er nicht informiert.
Die landesweit 53 vom Arbeitsministerium und dem Europäischen Sozialfond finanzierten Beratungsstellen unterstützen Menschen kostenlos bei arbeits- und sozialrechtlichen Fragen: insbesondere bei nicht gezahltem Lohn, unrechtmäßigen Kündigungen oder problematischen Arbeitsbedingungen. Dabei setzen sie auch auf mobile und aufsuchende Beratung. Gerade für Beschäftigte, die nur über geringe Kenntnisse des deutschen Arbeits- und Sozialrechts verfügen, ist eine persönliche und verständliche Beratung von besonderer Bedeutung, sind sich die Beteiligten einig.
„Seit über fünf Jahren existiert mit den 53 Beratungsstellen Arbeit ein flächendeckendes Beratungsangebot für prekär Beschäftigte, Menschen in Ausbeutung und Arbeitslose. Die Beratungsstellen bieten den Menschen in Nordrhein-Westfalen ortsnahe, unbürokratische und kostenlose Hilfe an. Genau diese Hilfe, die, nah ‚an den Menschen ist‘, ist von hoher Bedeutung. Sie stellen bei Ihrer Arbeit die Menschen in den Mittelpunkt und gehen auf individuelle Arbeits- und Lebensbedingungen ein. Hierbei wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut, durch das Ratsuchenden zielgerichtet geholfen werden kann und Hilfestellungen ankommen“, betonte Minister Laumann.
Eine wichtige Grundlage der Arbeit ist die Vernetzung der Beratungsstrukturen untereinander sowie mit weiteren Fachleuten und Institutionen. Sie ermöglicht fachlichen Austausch, gemeinsame Aktionen und Unterstützung auch über einzelne Zuständigkeiten hinaus. „Wir können viele Probleme nicht allein lösen. Unsere Stärke liegt deshalb auch darin die richtigen Partner zusammenzubringen: Durch unsere Netzwerke vor Ort können wir die Ratsuchenden gezielt unterstützen und sie so in die Lage versetzten ihre Rechte wahrzunehmen“ hielt Christoph Cramer von der Beratungsstelle Arbeit Münster fest.
Die Beratungsstellen Arbeit werden mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union getragen. Weitere Informationen zu den Beratungsstellen Arbeit sind auf www.mags.nrw/beratungsstellen-arbeit verfügbar.
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