Meldungsdatum: 02.10.2026
Das Kreisarchiv Viersen präsentiert die Wanderausstellung des Riga-Komitees des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, die das Schicksal der deportierten Menschen beleuchtet. Über 25.000 Menschen jüdischen Glaubens wurden in den Jahren 1941/42 nach Riga deportiert und überwiegend im Wald von Bikernieki ermordet. Mehr als 80 Städte gedenken seit 2000 ihrer verschleppten Bürgerinnen und Bürger im Deutschen Riga-Komitee.
„Wir ergänzen die lokalen Geschehnisse, die in der Wanderausstellung beleuchtet werden, durch Unterlagen aus unseren Beständen. Ein digitales Gedenkbuch erinnert an die 132 identifizierten Opfer aus dem Kreisgebiet, von denen nur sechs überlebten“, erklärt Dr. Matthias Herm, Leiter des Kreisarchivs Viersen. Ingo Schabrich, Kreisdirektor und Kulturdezernent des Kreises Viersen, ergänzt: „Von den Verfolgten werden drei ausgewählte Einzelschicksale aus Kempen, Viersen und Willich dargestellt. Die Seite der Täter und die technokratischen Aspekte, die hinter der Organisation der systematischen Verfolgung und Deportation der jüdischen Bevölkerung stehen, werden durch Akten der Gemeindeverwaltungen näher beleuchtet.“
Die Geschichte der Deportationen nach Riga ist auch Teil der Regionalgeschichte: 132 Personen wurden am 10. Dezember 1941 aus dem Gebiet des heutigen Kreises Viersen nach Düsseldorf-Derendorf zum Sammelträger am städtischen Schlachthof transportiert. Am 11. Dezember 1941 wurden von dort insgesamt 1.007 Personen aus dem Gestapobereich Düsseldorf nach Riga deportiert.
Die Ausstellung zeigt die Stationen der Verfolgung: das Ghetto von Riga, die Lager Jungfernhof und Salaspils sowie die Massenmorde in den Wäldern von Rumbula und Bikernieki. Neben den Tatorten werden auch die Täterinnen und Täter benannt und unterschiedliche Formen der Erinnerungskultur dargestellt.
„Die Jugend- und Bildungsarbeit ist heute zentrale Aufgabe des Volksbundes, international wie auch hier in Nordrhein-Westfalen. Sie geht von den Begräbnisstätten der Toten aus“, sagt Marion Warden, Beisitzerin des Bezirksverbandes Düsseldorf im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Die Ausstellung wird vom 2. Oktober bis 11. Dezember 2026 im Kreisarchiv Viersen, Ransberg 41, 41751 Viersen zu sehen sein. Öffnungszeiten Mo-Mi 9-16 Uhr, Do 9-18 Uhr, Fr 9-14 Uhr. Der Eintritt ist frei.
v.l.n.r.: Dr. Matthias Herm (Leiter des Kreisarchivs), Robert Kieselbach (Mitarbeiter der NS-Dokumentationsstelle im Kreisarchiv), Andreas Schoonhoven (Kurator der Ausstellung und Mitarbeiter des Kreisarchivs), Marion Waden (Beisitzerin des Bezirksverbandes Düsseldorf im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) und Ingo Schabrich (Kreisdirektor und Kulturdezernent).
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