Meldungsdatum: 04.11.2026
Die Summe, die die Kommunen an den Kreis zahlen müssen, beträgt damit für das Jahr 2027 rund 29,2 Millionen Euro (2026: 25,5 Millionen Euro; 2025: 24,9 Millionen Euro; 2024: 22,8 Millionen Euro). Diese Kosten geben die Kreis-Kommunen zusammen mit eigenen Kosten für die Sammlung und den Transport und über die Grundbesitzabgaben weiter.
Eines der besonderen Ereignisse, das auch zur Steigerung der Kosten führt, liegt in der Erfüllung gesetzlicher Vorgaben: Die Müllverbrennungsanlage Hamm (MVA), zu der ein großer Teil des Mülls gebracht wird, muss rund 70 Millionen Euro investieren, um die Anlage auf den neusten und zugleich gesetzlich geforderten Stand in Sachen Rauchgasreinigung zu bringen. Hinzu kommt ein ebenfalls gesetzlich vorgeschriebener CO2-Zuschlag. Das führt zu einer Kostensteigerung von rund 1,4 Millionen Euro.
Ein weiterer Grund sind geringere Altpapiergutschriften infolge gesetzlich verpflichtender europaweiter Ausschreibungen. Das hat aufgrund allgemeiner Schwankungen auf dem Markt eine Verschlechterung von rund 500.000 Euro zur Folge. Weitere Faktoren sind gestiegene Entsorgungs- und Aufbereitungskosten im Bereich Sperrmüll sowie steigende Personalkosten, allgemeine Preissteigerungen und Mehrkosten im Bereich der Bioabfallaufbereitung.
Was tun angesichts immer weiter steigernder Kosten?
Die Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft (GWA) hat bereits gehandelt und 2023 mit der Wertstoffaufbereitungsanlage (WAA) in Lünen eine kostengünstigere Alternative zur Müllverbrennungsanlage in Hamm ins Leben gerufen. Dort wird gut die Hälfte des Restabfalls behandelt und es können Wertstoffe aussortiert und weiterverarbeitet werden. Dadurch entsteht weniger Abfall, der sonst teuer in der MVA entsorgt werden müsste. Aus der Aufbereitung ergibt sich ein Gebührenvorteil von rund 770.000 Euro. Doch das fängt die enormen Kostensprünge nur zum Teil auf.
Was hilft: weniger Müll produzieren und sauber trennen. Kosten entstehen nämlich auch durch das Aussortieren nicht korrekt getrennter Abfälle. Was nicht hilft: Müll anderweitig entsorgen – etwa in der Umwelt. Denn das kostet am Ende mehr als die Entsorgung in den dafür vorgesehen Stellen.
Im Einzelnen ergeben sich damit überblicksartig folgende Kosten:
Restabfall
Für den Restabfall rechnet der Kreis im nächsten Jahr für die thermische Verwertung in der MVA mit Kosten von 13,9 Millionen Euro. Gegenüber diesem Jahr geht man von 53.270 Tonnen Restabfall und damit von einer etwas höheren Menge aus. Der Gebührensatz ab Januar beträgt 357,93 Euro pro Gewichtstonne und steigt damit um 54,23 Euro. Im Restabfall sind weitere Kosten, so z. B. auch die Kosten der Wertstofftonne und der Schadstoffsammlung von gut 2,7 Millionen Euro für das Jahr 2027 enthalten. Bei der Wertstofftonne wird mit einer Tonnage von 3.410 Tonnen kalkuliert. Bei der Schadstoffsammlung wird für das Jahr 2027 mobil und stationär mit einer relativ stabilen Sammelmenge von 503 Tonnen kalkuliert. Die Kosten für den Restabfall betragen dadurch insgesamt rund 19,7 Millionen Euro.
Sperrmüll
Beim Sperrmüll geht der Kreis von 22.655 Tonnen und damit von einer leicht steigenden Menge für die Aufbereitung, Sortierung und Entsorgung aus. Etwa ein Drittel der Sperrmüllmenge wird in der MVA Hamm verbrannt. Für den aus zwei Komponenten bestehenden Sperrmüllgebührensatz bedeutet das: Die Leistungsgebühr 2027 steigt um 8,13 Euro auf 106,58 Euro und die einwohnerspezifische Grundgebühr steigt um 27 Cent auf 6,06 Euro.
Bio- und Grünabfall
Beim Bioabfall wird mit einer stabilen Menge von 26.790 Tonnen kalkuliert. Durch höhere Lohnkosten steigt der Gebührensatz um 4,41 Euro auf 110,50 Euro. Beim Grünabfall wird ebenfalls mit stabilen Mengen von 13.016 Tonnen kalkuliert. Die Gebühren steigen – ebenfalls durch höhere tarifliche Lohnkosten – moderat ab Januar um 1,10 Euro auf 86,65 Euro.
Altpapier
Der Altpapiermarkt ist weiterhin starken Schwankungen unterworfen. Pro Tonne Altpapier wird 2027 mit einer Vergütung von 51,91 Euro gerechnet. Das Gesamtaufkommen wird mit 12.502 Tonnen kalkuliert. Insgesamt rechnet der Kreis mit einem Erlös von nur noch knapp 649.000 Euro, die aber kostenmindernd an die Kommunen weitergegeben werden.
Die Kommunen nehmen als nächstes ihre Detailberechnung vor. Die Gebührenkalkulation der Kreisverwaltung wird den politischen Gremien des Kreises im November und Dezember zur Beschlussfassung vorgelegt. PK | PKU
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