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Gleichstellungspolitik „Soll & Haben“


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26. August 2008

Gleichstellungspolitik „Soll & Haben“

In Frankfurt wurde Bilanz gezogen

Kreis Unna. (PK) Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Unna, Katja Schuon hat gemeinsam mit rund 450 Kolleginnen aus ganz Deutschland an der 19. Bundeskonferenz der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen teilgenommen. In der Banken- und Finanzmetropole Frankfurt zogen sie Bilanz aus 50 Jahre Gleichberechtigungsgesetz und Frauenbewegung.

“Es ging bei der Konferenz um Themen wie eigenständige Existenzsicherung, Equal Pay, Ver-einbarkeit von Beruf und Familie und Frauen in Führungspositionen – Bereiche, in denen die Bundesrepublik im europäischen Vergleich nach wie vor die letzten Plätze belegt“, berichtet Katja Schuon. „Nur die eigenständige Existenzsicherung schützt Frauen vor finanziellen Notlagen und vor Altersarmut. Die große Mehrheit der Frauen will, genauso wie die Männer auch, ihre qualifizierte Schul- und Berufsausbildung oder ihr Studium auch in einem angemessen bezahlten Job umsetzen“, so die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises weiter.

Ihren Forderungen nach finanzieller und wirtschaftlicher Gleichstellung verliehen die Frauen auch lautstark Gehör. Zusammen mit einer Marching Band ging es trotz strömenden Regens vom Börsenplatz quer durch das Bankenviertel zum Euro-Zeichen am Willy-Brandt-Platz. Dort wurden die zwölf Sternthalerthesen proklamiert. Sie fassen das zusammen, was mit Blick auf die wirtschaftliche Gleichstellung von Frauen noch immer auf der Soll-Seite steht: gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, kostenlose Ganztagsbetreuung für Kinder und bessere Karrierechancen für Frauen. In Sachen Lohngerechtigkeit z.B. gehört Deutschland zu den Schlusslichtern in Europa. Denn noch immer liegt der durchschnittliche Stundenlohn von Frauen um rund 22% unter dem der Männer.

Unterstützung bekamen die Gleichstellungsbeauftragten von der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Gesundheit, Ursula von der Leyen, die am Montag vor den Gleichstellungsbeauftragten sprach. „Diese Zahlen beweisen, dass zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine deutliche Lücke klafft“, so die Ministerin. Laut von der Leyen gibt es drei Kernanliegen moderner Gleichstellungspolitik: die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben, die Abschaffung der Rollenstereotypen in Gesellschaft und Familie und den Schutz vor Gewalt gegen Frauen.

„Auf der Habenseite hat sich schon eine Menge angesammelt, aber im Soll ist immer noch einiges zu tun“, so das Fazit der Gleichstellungsbeauftragten. Deshalb lautet der abschließende Appell der Bundeskonferenz: „Die Hälfte der öffentlichen Haushalte für Frauen, die Hälfte des privaten Haushalts an die Männer!“


Pressekontakt: Kreis Unna - Presse und Kommunikation, Katja Schuon, Gleichstellungsbeauftragte, Fon 02303 27-2200, Mail: katja.schuon@kreis-unna.de


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