
Gebhard Schwermer reizten nicht die lauten Töne oder die bunten Effekte, sondern der Blick hinter das vermeintlich Offensichtliche. Seine Vorliebe für das Morbide und die Einzigartigkeit des Alltäglichen finden in immer wiederkehrenden Themen und neuen Ausarbeitungen ihren Ausdruck. Ob Stillleben, Landschaften, Architektur, Hinterhöfe, Stadtränder oder Portraits - sie alle strahlen eine kontemplative Ruhe und Stille aus. Der Mensch ist in den Arbeiten Schwermers meist abwesend, jedoch verweisen Spuren menschlichen Lebens und der Zivilisation auf seine einstige Präsens. Die Farbpalette des Künstlers besteht vorwiegend aus Grau- und Brauntönen in Kombination mit bedecktem Weiß, Ocker und Grünabstufungen auf. Dennoch wirken seine Bilder nicht trist, sondern betonen in ihrer Reduziertheit die eigentliche Bildaussage, die oft mit einem Moment der Zufälligkeit einher geht. Die Landschaften Schwermers ver-mitteln einen Eindruck von Weitläufigkeit und Offenheit. Gelegentlich trifft ein wolkenverhangener Himmel auf eine norddeutsche Wattlandschaft oder eine niederrheinische Tiefebene. Durch Linien, Schraffuren und unterschiedliche Tonstufen gelingt es dem Künstler, Lichtzonen darzustellen und den Zauber sowie die Eigenart einer herben Landschaft einzufangen. Aus einem Konvolut von über 4.000 Werken sind 220 Arbeiten des im Jahre 2007 verstorbenen Gebhard Schwermers im Schloss zu sehen. Öffentliche Führungen finden sonntags um 14.30 Uhr statt.
Bildzeile: Fachbereichsleiter Thomas Hengstenberg (li) und Kulturdezernent Rainer Stratmann (re) sind von der künstlerischen Qualität Gebhard Schwermers beeindruckt. Foto: Kreis Unna
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