
Von besonderer Brisanz war das Thema „Pflegestützpunkte“. Viele Kreise und Städte haben in den letzten Jahren ein auf die örtliche Situation zugeschnittenes Hilfs- und Beratungssystem mit Pflegeberatung, Wohnberatung, psycho-sozialem Hilfemanagement, Seniorenberatung oder Seniorenbüros geschaffen. Mit der Reform der Pflegeversicherung werden die Pflegekassen ab 2009 verpflichtet, erstmals ein gemeinsames Fallmanagement anzubieten und dabei die örtlichen Beratungsangebote zu berücksichtigen, um Doppelstrukturen zu vermeiden. Die Vertreter der Pflegekonferenzen bemängelten beim Treffen im Kreis Unna, dass es bis dato keine klare Linie der Kassen gebe. Da die Einbindung der Beratungen in die Pflegestützpunkte durch die Landesregierung geregelt wird, richteten die Fachleute einen Appell ans Land. „Wir brauchen eine qualitativ einheitliche, aber örtlich flexibel umsetzbare, bedarfsgerechte und deshalb praxisnahe Konzeption für die Pflegestützpunkte. Die Pflegekonferenzen stehen dabei mit ihrem Know-how gerne zur Verfügung“, fasste Hans Zakel, der Sozialplaner beim Kreis, zusammen.
Die Subventionierung der Investitionskosten für die Schaffung von Heimplätzen hat in den letzten Jahren zu einem mancherorts dem Bedarf nicht entsprechenden Bauboom geführt. Die Renditemöglichkeiten sollen nun an die im Investmentmarkt üblichen Bedingungen angepasst werden. Diese Ankündigung hat zu einem Antragsboom geführt, um noch Subventionen nach altem Recht erhalten zu können. Die Pflegekonferenzen in Westfalen-Lippe mahnten nicht nur zum Maßhalten. Nach alter Verordnung finanziert werden sollten nur die Heimplanungen, die zeitnah prüffähige Unterlagen vorlegten und den erforderlichen Abstimmungsprozess auch positiv durchlaufen. Sie machten außerdem kein Hehl daraus, dass sich das besondere Augenmerk auf ältere Heime richten müsse: „Da besteht viel Sanierungsbedarf.“
Abschließend gab Annette Liedtke, Pflegewissenschaftlerin und im Rahmen des Modellprojektes „Pflegebudget“ bei der Verbraucherzentrale NRW beschäftigte Fallmanagerin, Einblicke in ihre Arbeit und Er-gebnisse. „Die Gewährung eines flexiblen finanziellen Budgets in Höhe der gewährten Sachkostenpauschale kann für einen kleinen Teil der zuhause lebenden Pflegebedürftigen entscheidend sein für die weitere Vermeidung eines Umzuges in ein Pflegeheim. Entsprechend sollte dies eine Regelleistung der Pflegeversicherung werden“, so die Expertin.
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