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| Pressemitteilung vom 01. Dezember 2009 |
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Erstmals "Deichgräfin" an der Spitze - Susanne Selbert neue Vorsitzende des Hessischen Wasserverbandes Diemel Trendelburg/Kreis Kassel/Landkreis Waldeck-Frankenberg. Stabwechsel an der Spitze des Hessischen Wasserverbands Diemel: Die Kasseler Vizelandrätin Susanne Selbert wird ab dem 1. Januar 2010 Nachfolgerin von Landrat a.D. Dr. Udo Schlitzberger, der 19 Jahre an der Spitze des Verbandes gestanden hatte. „Ich freue mich, dass ich das Vertrauen der Verbandsmitglieder für das neue Amt erhalten habe“, bedankt sich Selbert nach der Wahl im Rahmen einer Verbandversammlung in Trendelburg (Landkreis Kassel). Die neue „Deichgräfin“ ist die erste Frau an der Spitze des Verbandes und kann auf Erfahrungen im Bereich Wasserrecht aus ihrer Zeit als Dezernatsleiterin beim Regierungspräsidium Kassel zurückblicken. Selbert: „Dr. Udo Schlitzberger und Verbandsgeschäftsführer Rolf Enders haben den Verband zu einer leistungsfähigen Organisation entwickelt, die sowohl im Bereich des Hochwasserschutzes wie auch im Naturschutz sowie beim Erhalt von kulturhistorischen Wasserbauwerken beispielhaftes geleistet hat und dies auch in Zukunft tun wird“. Im Rahmen der Verbandsversammlung legte Geschäftsführer Enders die Eröffnungsbilanz des Wasserverbandes vor. „Der Verband ist finanziell gut aufgestellt und wir können unsere Aufgaben in vollem Umfang wahrnehmen“, berichtet Enders. „Ein Jahrhunderthochwasser im Jahr 1965 war Anlass der Bildung des Hessischen Wasserverbandes Diemel“ erinnert der scheidende Verbandsvorsitzende Dr. Schlitzberger an die Gründungsphase des Verbandes. Hochwasserschutz sei heute noch genauso aktuell wie vor 40 Jahren. Wie direkt Veränderungen des Klimas Auswirkungen auf unser Leben haben kann, zeigten die immer häufiger feststellbaren Ausschläge im Wetterbericht, so Dr. Schlitzberger weiter. Große Hitze, Starkregenfälle und Hochwasser würden zwar noch mit dem Zusatz „Jahrhundert-„ versehen, ihre Häufung in wenigen Jahren passe allerdings nur noch bedingt zu dieser Bezeichnung. Dr. Schlitzberger: „Heute ist der Begriff Nachhaltigkeit in aller Munde – der Start des Hessischen Wasserverbandes Diemel war gleichzeitig auch der Start in einen nachhaltigen Hochwasserschutz in unserer Region“. Heute erschienen Planungen groß angelegter Staudämme, die 1969 die Diskussion bestimmten, kaum mehr nachvollziehbar. Die bestehenden Talsperren, wie zum Beispiel die vom Wasserverband Diemel umgesetzte Twistetalsperre bei Bad Arolsen, würden heute mehr in ihrer touristischen Funktion, statt als Bestandteil eines vorsorgenden Hochwasserschutzes betrachtet. Die letzte Regulierungsmaßnahme dieser Art sei das Hochwasserrückhaltebecken Ehringen, das im Oktober 2008 fertiggestellt wurde. „Heute steht das Miteinander von nachhaltigem Hochwasserschutz und zukunftsweisenden Naturschutzprojekten im Mittelpunkt der Arbeit des Hessischen Wasserverbandes Diemel“, betont Dr. Schlitzberger. Der Verband setze daher bereits seit einiger Zeit auf die Renaturierung von historischen Flussläufen, um so modernen Hochwasserschutz zu praktizieren. Bei Flüssen, die in einem engen begradigten Bett fließen, führten Hochwasser immer wieder dazu, dass Ortslagen überschwemmt werden, da Retentionsräume, in die das Hochwasser abfließen können, fehlen. „Die Diemel zwischen Liebenau und Trendelburg ist noch durch starke Begradigungen geprägt – der Wasserverband hat daher in den letzten vier Jahren an dieser Stelle drei verschiedene Renaturierungsprojekte umgesetzt“, informiert der scheidende Verbandsvorsitzende. Diese Wasserbauvorhaben hätten gleichzeitig auch positive Effekte für den Naturschutz. Die wiedergenutzten Altarme entwickeln sich ausgezeichnet – bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben sich wieder angesiedelt und für die Fische bieten sich gute Laichmöglichkeiten. Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Arbeitsfeld des Hessischen Wasserverbandes Diemel ist sein Engagement für den Erhalt kulturhistorischer wertvoller Wasserbauwerke. Dr. Schlitzberger: „Was mit der Mühle Laar in Zierenberg begann, findet seine Fortsetzung in der Alten Mühle Trendelburg, in der eine Dauerausstellung über die Aufgaben des Wasserverbandes und seine Geschichte informiert“. Diese Arbeit werde auch anerkannt - der Verband erhalte für die Sanierung der Alten Mühle in diesem Jahr den hessischen Denkmalschutzpreis. Außerdem gehört die Betreuung der letzten Überreste des Landgraf-Carl-Kanals zwischen Bad Karlshafen und Hofgeismar zum kulturellen Auftrag des Wasserverbandes. Hintergrund: Der Hessische Wasserverband Diemel kümmert sich um Hochwasserschutzmaßnahmen sowie den Ausbau, die Renaturierung und die Unterhaltung an Diemel, Twiste, Erpe und Warme einschließlich der dazugehörigen Nebengewässer. Die Größe des Verbandsgebietes beträgt 409 Quadratkilometer und umfasst 404 Kilometer Gewässer. Seit seiner Gründung hat der Verband das Hochwasserrückhaltebecken Volkmarsen-Ehringen, die Twistetalsperre und eine Sohlschwelle bei Liebenau gebaut, die Alte Mühle Trendelburg und die Mühle Laar bei Zierenberg saniert bzw. unterhalten sowie eine Reihe von Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Bad Karlshafen durchgeführt. Im Aufgabenfeld Renaturierung ist der Verband in Trendelburg und Liebenau aktiv. Aktuell stehen Hochwasserschutzmaßnahmen im Warmetal und Gewässerunterhaltungsmaßnahmen im gesamten Verbandsgebiet auf dem Programm. Pressekontakt: Pressestelle LANDKREIS KASSEL, Harald Kühlborn Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten: Wasserverband neu Auf dem Foto sieht man von links nach rechts Geschäftsführer Rolf Enders, Vizelandrat Peter Niederstraßer (Landkreis Waldeck-Frankenberg), Vizelandrätin Susanne Selbert (Landkreis Kassel), Landrat a.D. Dr. Udo Schlitzberger.
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