Innovative Werkstoffe haben die Welt bereits entscheidend
beeinflusst. Was oftmals zuvor in der Raumfahrt erprobt
wurde, findet sich heute in einem jeden Haushalt wieder. 70
Prozent aller neuen Produkte basieren auf innovativen
Werkstoffen. Durch sie werden Autos sicherer, die Umwelt
sauberer und medizinische Visionen Realität. Insgesamt fünf
Millionen Menschen arbeiten in Deutschland in der
Werkstoffindustrie, viele davon in Nordrhein-Westfalen. Mit
rund 30 Unternehmen, die branchenübergreifend in Sachen
Innovative Werkstoffe tätig sind, spielt der Standort
Leverkusen bereits heute eine wichtige Rolle. Leverkusen soll
durch das Netzwerk in diesem Bereich weiter gestärkt und als
Mitinitiator ein zukunftsfähiges und unverkennbares Profil
erhalten.
Das große Potential in Leverkusen und der Region ist ein guter
Grund, sich zusammenzutun. Denn: Gemeinsam ist man
stärker. Beim materials day, der am Mittwoch (30. Juni) im
Tanzbrunnen an der Koelnmesse stattfand, wurde das in
Gründung befindliche „Netzwerk Innovative Werkstoffe
Rheinland“ im Rahmen einer Pressekonferenz und einer
anschließenden Festveranstaltung den rund 120 Gästen
vorgestellt.
Ziel dieser regionalen Initiative ist es, die Attraktivität des
Rheinlands (der so genannten ABCD-Region mit den Städten
Aachen, Bonn, Cologne, Düsseldorf) für Kooperationen von
Wirtschaft und Wissenschaft sowie industrielle
Neuansiedlungen nachhaltig zu steigern.
Initiiert wurde das Cluster 2009 vom CHEMPARK und der WfL
Wirtschaftsförderung Leverkusen GmbH, die sich zusammen
mit den anderen Netzwerkpartnern beim materials day
präsentierten. „Im engen Schulterschluss mit Unternehmen,
Wissenschaft und themenbegleitenden Institutionen aus dem
gesamten Rheinland werden mit dem Netzwerk die Vorteile
der Innovativen Werkstoffe auf den Punkt gebracht“,
beschreibt CHEMPARK-Leiter Dr. Ernst Grigat Sinn und Zweck.
"Ich begrüße die Gründung des Netzwerks sehr. Die
Wirtschaftsförderung Leverkusen wird mit ihren Partnern in
dem Netzwerk eine starke Rolle spielen, und ich bin sehr
zuversichtlich, dass die Stadt und die Unternehmen von dieser
neuen Zukunftsbranche profitieren werden,“ erklärte
Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn bei seiner Begrüßung
der Gäste des materials days.
Über die klassische Chemie hinaus will der CHEMPARK, der
rund 70 Unternehmen beheimatet, neue, zukunftsträchtige
Themenfelder erschließen. Gemeinsam mit der WfL sollen
Innovationspotentiale innerhalb der Wertschöpfungskette
ausgelotet werden, um auf diese Weise den
Wirtschaftsstandort Leverkusen noch attraktiver für
Neuansiedlungen zu machen. So sollen künftig Kompetenzen
geschaffen und vernetzt, Kunden gewonnen und Märkte
erobert werden.
„Das regionale Netzwerk kann dazu beitragen,
Kompetenzfelder verschiedener Unternehmen frühzeitig zu
erkennen und zu bündeln und attraktive Technologie- und
Werkstoffprojekte zu begleiten“, erklärte Wolfgang Paczenski,
Manager des Netzwerks Innovative Werkstoffe Rheinland. Der
Sprecher des noch jungen Netzwerkes ist mit Leverkusen eng
verknüpft. Er konnte nicht nur bei seiner Zeit im Leverkusen
beheimateten Standort der polyMaterials AG viele Erfahrungen
in punkto neue Materialien sammeln, Paczenski ist auch hier
zu Hause.
Zum Netzwerk gehören neben den Mitinitiatoren CHEMPARK
und WfL auch die Wirtschaftsförderungen der anderen
beteiligten Kommunen Köln, Krefeld, Neuss und Dormagen,
Hochschulen, Fachhochschulen, Forschungsinstitute,
Initiativen wie das Werkstoff-Forum der RWTH Aachen,
innovative, mittelständische Unternehmen und Vereine,
Verbände wie ChemCologne und der
Standortmarketinggesellschaft
Cologne Bonn Business, das Landescluster
NanoMikro+Werkstoffe NMW.NRW sowie die Koelnmesse.
Die drei zentralen Anliegen des Clusters sind die Profilierung
des Rheinlands als Kompetenzschwerpunkt entlang der
gesamten Wertschöpfungskette, die Förderung von
synergistischen Kooperationen mit dem Ziel einer
beschleunigten Umsetzung von Innovationen in marktfähige
Produkte und die Steigerung der Attraktivität der Region für
Unternehmens-Neuansiedlungen und Investitionen.
Dies soll durch eine Analyse der Unternehmenslandschaft,
den Aufbau und der Pflege des Dialogs zwischen Partnern
untereinander und zu Verbänden und Organisationen erreicht
werden.
Gerade Leverkusen ist mit den MINT-Schulen, den
Schülerlaboren, dem Girl‘s Day oder Wettbewerben wie
„Jugend forscht“ schon heute gut aufgestellt, um das so
wichtige Thema auch dem Nachwuchs schmackhaft zu
machen. Hinzu kommt mit dem neuen Campus der FH Köln auf
dem Bahnstadtgelände auch die akademische Voraussetzung,
um später wissenschaftliches Studium mit beruflicher
Ausbildung zu verknüpfen.
„Leverkusen bietet hervorragende Potenziale, um im
Standortwettbewerb mit einem unverwechselbaren Profil
anzutreten. Unser nächstes Ziel ist es, das Netzwerk auf
stabile Füße zu stellen, damit wir unsere Kompetenzen im
Werkstoffbereich weiter entwickeln können“, sagte WfLGeschäftsführer
Dr. Frank Obermaier, der am 1. Juli seine Tätigkeit
bei der Leverkusener Wirtschaftsförderung aufgenommen hat.
Dr. Roman Milczarek vom Leverkusener Bremsbeläge-
Hersteller TMD Friction kennt die Vorzüge von Clustern: „Wir
haben die Erfahrung gemacht, dass Netzwerke einen
erheblichen Beitrag leisten können, Innovationen schneller in
den Markt zu bringen. In der Automobilbranche wurden
aufgrund der traditionell hohen Vernetzung bereits deutliche
Erfolge erzielt.“ Er unterstützte die Netzwerkgründung durch
seine Teilnahme an der Podiumsdiskussion auf dem materials
day.
Weitere Informationen zum Thema gibt es zukünftig auch im
Internet. Auf der Homepage
www.netzwerk-iw.de, die sich in