
Kreis Unna. (PK) Die Ferienzeit steht vor der Tür. Viele Familien machen sich in den nächsten Tagen und Wochen nicht nur mit Kind und Kegel, sondern auch in vierbeiniger Begleitung auf den Weg in Richtung Erholung. Damit Hund und Katze die Reise im Auto sicher überstehen und für sie auch an der Grenze nicht Endstation ist, gibt die Veterinärbehörde des Kreises Unna einige Tipps.
Ein Urlaub mit Hund oder Katze will gut geplant sein. Erfreulich, dass es im In- und Ausland viele tierfreundliche Hotels, Restaurants und Campingplätze gibt, in denen Vierbeiner akzeptiert werden. Es ist jedoch ratsam, sich vorher zu erkundigen, ob Tiere in der Urlaubsunterkunft erwünscht sind. Katzen sollte man nach Möglichkeit lieber zu Hause betreuen lassen, da sie sich in fremder Umgebung unwohl fühlen.
Zum Reisegepäck gehören natürlich Futter- und Trinknapf. Der Trinknapf sollte zusammen mit einer Flasche Wasser griffbereit verstaut sein. Auch Geräte zur Fellpflege und eine Leine dürfen nicht fehlen. Eine kleine Reiseapotheke sollte weder für Mensch noch für Tier vergessen werden. Für den tierischen Freund sollte sie in Absprache mit dem Tierarzt zusammengestellt werden.
Im Auto sollte der Hund möglichst immer ganz hinten sitzen, getrennt durch ein stabiles Trenngitter oder im Fußbereich des Beifahrersitzes. Katzen kann man im angeschnallten Korb auf dem Rücksitz unterbringen. Dr. Anja Dirksen, Leiterin des Sachgebietes Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung beim Kreis Unna, gibt noch weitere Hinweise:
Lassen Sie Ihren Wagen niemals in der prallen Sonne stehen, da Tiere hohe Temperaturen nicht aushalten können. Ein teilweise geöffnetes Fenster bietet im Hochsommer keine ausreichende Luftzirkulation.
Denken Sie daran, dass auch Tiere einen Sonnenstich oder Sonnenbrand bekommen können. Suchen Sie deshalb schattige Plätze auf.
Planen Sie “blasengerechte” Etappenstopps ein, auch bei Fahrten mit der Bahn. Geben Sie dem Hund vor und bei der Fahrt nur leichte Kost. Während der Fahrt sollte gar nicht gefüttert werden. Trinkwasser sollte dagegen häufig angeboten werden.
Man weiß, dass die Macht der Gewohnheit auch Tieren beim Reisen hilft. Sie sollten deshalb vor Fahrtbeginn an den ihnen zugedachten und möglichst immer gleichbleibenden Platz gewöhnt werden. Außerdem sollten sie Gelegenheit bekommen, sich mit ihrer Transportbox oder dem Brustgeschirr vertraut zu machen.
„Sicherheit und Bequemlichkeit sind aber nicht alles“, betont Dr. Anja Dirksen. Bei einer Auslandsreise müssen die Tiere zur eindeutigen Identifikation mit Mikro-Chip oder einer lesbaren Tätowierung gekennzeichnet sein. Neben einer gültigen Tollwutschutzimpfung, die vom Haustierarzt im neuen EU-Impfpass eingetragenen sein muss, benötigen Hunde, Katzen und Frettchen bei Reisen innerhalb der Europäischen Union kein amtstierärztliches Gesundheitszeugnis mehr. Bei Reisen in Drittländer kann dies jedoch im Einzelfall erforderlich sein.
Dr. Anja Dirksen weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass für die Wiedereinreise von Hunden, Katzen und Frettchen aus sogenannten „nicht-gelisteteten Drittländern“ (z.B. Türkei, Tunesien, Marokko) nach Deutschland vor der Abreise eine Tollwut-Titerbestimmung notwendig ist. Ansprechpartner hierfür ist der jeweilige Haustierarzt.
Ausdrücklich warnt Dr. Anja Dirksen vor der Mitnahme von „Straßen-Tieren“ aus den o.g. Urlaubsländern nach Deutschland. Seit dem 1. Oktober 2004 dürfen solche Tiere nur unter besonderen Gesundheitsanforderungen eingeführt werden.
Was für wen und wann notwendig ist, darüber informiert der Kreis Unna auf seiner Internetseite www.kreis-unna.de (Kreishaus, Fachbereich Gesundheit und Soziales, Verbraucherschutz, Veterinärwesen, Tierseuchenbekämpfung, Tiere im Reiseverkehr). Außerdem bietet die Kreisveterinärbehörde flexible Sprechstunden an. Hierzu wird um eine persönliche Terminvereinbarung unter Tel. 0 23 03 / 27- 1539 gebeten.