
Kreis Unna. (PK). Autofahrer sollten vor der Einnahme von Medikamenten an mögliche Auswirkungen auf das Fahrverhalten denken. Einige Arzneimittel können die Konzentration einschränken oder die Sicht verändern. Die Gefahr ist aber nicht so leicht zu orten wie beim Alkohol: Autofahrer sollten daher in der Apotheke gezielt nach entsprechenden Präparaten fragen und im Zweifelsfall das Auto stehen lassen. Dies rät die Amtsapothekerin des Kreises, Birgit Habbes.
Am bekanntesten ist die verkehrsgefährdende Wirkung bei den Medikamenten, die dämpfend auf das Gehirn wirken. Dazu gehören verschreibungspflichtige Schlaf- oder Schmerzmittel sowie Mittel gegen Krampfanfälle oder Parkinson. Aber auch rezeptfreie Medikamente können die Konzentration vermindern. So enthalten einige Beruhigungsmittel oder Kombinationsmittel gegen Erkältungen dämpfende Antihistaminika, die die Reaktionsfähigkeit herabsetzen.
„Bei manchen Medikamenten ist die verkehrsgefährdende Wirkung auf den ersten Blick überraschend“, weiß Amtsapothekerin Birgit Habbes. Beispielsweise können Tabletten gegen Diabetes zu Unterzuckerungen führen, die wiederum die Reaktionsfähigkeit hemmen. Die blutdrucksenkende Wirkung einiger Mittel gegen Bluthochdruck kann besonders zu Beginn der Therapie zu stark sein, Schwarzwerden vor den Augen ist eine mögliche Folge. Beim Autofahren ist natürlich auch gute Sicht unerlässlich, Augentropfen und -salben können behindern.
Für Patienten ist es schwierig, die Wirkung der Arzneimittel auf die Fahrsicherheit abzuschätzen. Konzentrations- und Reaktionsstörungen werden häufig gar nicht wahrgenommen. Müdigkeit, Schläfrigkeit oder gar Benommenheit sind aber klare Anzeichen für eine fehlende Fahrtüchtigkeit.
Oft wird beim Thema "Arzneimittel im Straßenverkehr" vergessen, dass das plötzliche Absetzen von Medikamenten genauso riskant sein kann wie die falsche oder übermäßige Einnahme. “Starke Schmerzen beispielsweise senken die Konzentrationsfähigkeit enorm, während bei entsprechender Dosierung auch mit starken Schmerzmitteln das Autofahren möglich ist“, so Birgit Habbes.