
Was wäre, wenn morgen die Welt unterginge – genauer: das Münsterland? Was würdest du retten und warum? Diese Fragen stellen 25 Museen und Ausstellungshäuser der Region ab Mitte Oktober ihren Besuchern. „Apokalypse Münsterland“ heißt das neue Kooperationsprojekt, das die Beteiligten heute unter der Projektleitung des Münsterland e.V. an der Fachhochschule in Münster vorgestellt haben. Ziel ist es, durch Digitalisierung neue Formen der Interaktion für Besucher in und mit Museen und deren Ausstellungsstücken zu erproben und das Interesse für die heimische Kultur zu fördern.
Die fiktive Ausgangslage des Projekts: Ein Hilferuf aus der Zukunft hat das Münsterland erreicht. Nach der digitalen Apokalypse ist alles genormt, digital, leer. Es fehlt Kultur. Die Zukunft funkt SOS an die Gegenwart: „Schickt uns Kulturgut! Wir wollen erfahren, was euch wichtig ist. Was wollt ihr bewahren und warum?“ Jedes Museum und Ausstellungshaus darf genau ein Kulturgut benennen, das an die Zukunft übermittelt wird. Die Auswahl treffen die Museumsbesucher selbst.
„Mit dem Projekt können die Museen und Ausstellungshäuser einen großen Schritt auf ihre Besucher zugehen“, erklärte Kathrin Strotmann, Projektleiterin beim Münsterland e.V., während des Pressegesprächs. „Dabei fordern sie in unterschiedlicher Form zum Mitmachen auf, das kann eine Wahlkabine, ein Workshop, Online-Voting oder etwas ganz anderes sein. Sie verkürzen dadurch die Distanz zum Besucher und treten in einen Dialog.“
Die Auswahl der Museumsbesucher wird zu einer neuen digitalen Ausstellung, die in einem mobilen Container, der als „Kultur-Arche“ und Sendestation fungiert, durch die Region auf Tour geht. Die Digitalisierung und virtuelle Inszenierung der Kulturgüter übernehmen Studierende der FH Münster, Fachbereich Architektur (MSA | Münster School of Architecture). Sie scannen die Exponate unter anderem mithilfe des 3D-Objektscanners „EVA“ ein.
„Wir wollen ein ‚Museum der Zukunft‘ entwickeln“, sagt Ulrich Blum, Professor für digitales Entwerfen an der Fachhochschule Münster. „Denn Besucher nehmen Kultur durch die Digitalisierung inzwischen anders wahr, als noch vor einigen Jahren. Museen müssen auf die veränderten Erwartungen reagieren und sich an digitale Arbeitsweisen herantasten. Dabei unterstützen wir.“
Weitere Kooperationspartner sind die BOK + Gärtner GmbH (Agentur für Kommunikationsdesign und Szenografie) sowie das FabLab Münster des münsterLAND.digital e.V., die den Museen ebenfalls helfen, digitale Vermittlungsmethoden auszuprobieren. Das Projekt wird gefördert und unterstützt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (Landesförderprogramm Regionale Kulturpolitik) und die Commerzbank-Stiftung.
„Das Projekt ist in dieser Form einzigartig, weil es auf vielen verschiedenen Ebenen durch Kooperation Neues ermöglicht“, erklärt Kathrin Strotmann. „Wir freuen uns außerdem darüber, dass zum ersten Mal so viele Museen und Ausstellungshäuser der Region zusammenarbeiten und die Kooperation mit der Wissenschaft und Wirtschaft suchen.“
Gerade darin sehen auch die kulturellen Einrichtungen ihren Vorteil: „Apokalypse Münsterland verhilft den beteiligten Museen und Ausstellungshäusern zu mehr Sichtbarkeit in der Region, sowohl durch den Aufruf zur Teilnahme als auch durch die Container-Tour“, betont Corinna Endlich, Leiterin des „kult“ in Vreden. „Es zielt außerdem auf die Ansprache von neuen Besuchergruppen ab.“
Der Auswahl-Prozess in den Museen und Ausstellungshäusern läuft von Mitte Oktober bis Mitte Dezember. Nach der Digitalisierung und Inszenierung der Kulturgüter tourt der Container im Sommer 2019 zu 16 Stationen im Münsterland und ist Schaufenster der westfälischen Kulturlandschaft.
www.apokalypse-muensterland.de
Weitere Informationen
In dem regionalen Kultur- und Kooperationsprojekt „Apokalypse Münsterland“ arbeitet eine Projektgemeinschaft von 25 Museen und Ausstellungshäusern im Münsterland unter der Projektleitung des Münsterland e.V. mit weiteren Kooperationspartnern aus der Region zusammen: FH Münster, Fachbereich Architektur (MSA | Münster School of Architecture), BOK + Gärtner GmbH (Agentur für Kommunikationsdesign und Szenografie) und das FabLab Münster des münsterLAND.digital e.V.
Das Projekt wird gefördert und unterstützt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen (Landesförderprogramm Regionale Kulturpolitik) und die Commerzbank-Stiftung.
Ansprechpartner: Münsterland e.V., Kulturbüro, Kathrin Strotmann, 02571 949324, strotmann@muensterland.com
Teilnehmende Museen und Ausstellungshäuser:
Pressekontakt: Münsterland e. V.,Eva Stannigel, 02571 949304, stannigel@muensterland.com
Projektbeteiligte
Die Zukunft braucht dich! Die Projektbeteiligten rufen Museumsbesucher zum Mitmachen auf (v.l.): Konrad Schneidenbach (FabLab Münster), Prof. Ulrich Blum (MSA), Christian Vogler (BOK + Gärtner GmbH), Antje Kerkmann (MSA), Kathrin Strotmann (Münsterland e.V).
© Münsterland e.V.
Scannen mit dem 3D-Scanner, kleine Gruppe
Vergangenheit trifft Gegenwart trifft Zukunft: Der 2500 Jahre alte Krug wird mit dem ein Monat alten 3D-Objektscanner digitalisiert, um in die Zukunft geschickt zu werden. V.l.: Prof. Ulrich Blum (MSA), Kathrin Strotmann (Münsterland e.V.), Konrad Schneidenbach (FabLab Münster).
© Münsterland e.V.
Scannen mit dem 3D-Scanner, große Gruppe
Die Projektbeteiligten zeigen, wie Digitalisierung mit einem 3D-Objektscanner funktioniert (v.l.): Dr. Christoph Spieker (Villa ten Hompel, Münster), Corinna Endlich ("kult“ in Vreden), Antje Kerkmann (MSA), Prof. Ulrich Blum (MSA), Kathrin Strotmann (Münsterland e.V.), Konrad Schneidenbach (FabLab Münster), Christian Vogler (BOK + Gärtner GmbH).
© Münsterland e.V.
Das SOS aus der Zukunft
Ein Hilferuf aus der Zukunft hat das Münsterland erreicht – es fehlt Kultur. Die Zukunft funkt SOS an die Gegenwart: „Schickt uns Kulturgut! Wir wollen erfahren, was euch wichtig ist. Was wollt ihr bewahren und warum?“
© Münsterland e.V.
Der Münsterland e.V. – Netzwerk-Zentrale der Region
Als eine der stärksten Regionalmanagement-Organisationen Deutschlands fördert der Münsterland e.V. die Kultur, den Tourismus und die Wirtschaft im Münsterland. Rund 40 Beschäftigte arbeiten daran, die Region für ihre 1,6 Millionen Einwohner weiter zu entwickeln. Zu den Mitgliedern gehören rund 180 Unternehmen, rund 50 Kammern, Institutionen und Verbände, rund 30 Privatpersonen sowie die Stadt Münster, die 65 Städte und Gemeinden aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf und einige Nachbarstädte des Münsterlandes. Als Schnittstelle zwischen dem Münsterland und EU, Bund und Land koordiniert und übersetzt der Münsterland e.V. europa-, bundes- und landespolitische Ziele und Programme der Strukturförderung passgenau auf das Münsterland. Die Regionalagentur beim Münsterland e.V. setzt gemeinsam mit Partnern Förderprojekte des Arbeitsministeriums NRW um.