Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 30. Oktober 2000

Bürgermeister Klaus Ehling besuchte Naujoji Akmene

Erster Besuch des Bocholter Stadtoberhauptes in Litauen

Bocholt (pd).

Bürgermeister Klaus Ehling besuchte gemeinsam mit dem Leiter des Bürgermeisterbüros Ludger Triphaus vom 16. bis 19. Oktober 2000 die befreundete Stadt Naujoji Akmene. Im Rahmen der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages zwischen der Bocholt und Naujoji Akmene am 16. Juni 2000 wurde Bürgermeister Klaus Ehling vom dortigen Bürgermeister Anicetas Lupeika zum Ehrenbürger des Bezirks Akmene ernannt. Gleichzeitig lud Bürgermeister Lupeika seinen Bocholter Amtskollegen ein, Naujoji Akmene im Oktober 2000 zu besuchen.

Für Bürgermeister Klaus Ehling war diese Reise sein erster Besuch in Litauen. Im Rahmen des Besuchsprogramms, das die befreundete Stadt Naujoji Akmene erarbeitet hat, stand der erste Tag ganz im Zeichen des Kennen-Lernens des Bezirks Akmene. So besuchte Ehling den wichtigsten Arbeitgeber in Naujoji Akmene "Akmene Zement". Darüber hinaus traf er mit der Folkloregruppe "Luokava" zusammen. Diese Folkloregruppe trat im Rahmen des Europäischen Stadtfestes im Juni 2000 in Bocholt auf. Ein weiterer Besuch fand in der 2. Mittelschule in Naujoji Akmene statt, die ein gemeinsames Europa-Projekt mit der Hohe-Giethorst-Schule Bocholt durchführt. Höhepunkt und Abschluss dieses Europa-Projektes ist ein Aufenthalt aller beteiligten Schulen, aus Bocholt, Rossendale, Doetinchem und Naujoji Akmene im April 2001 im Europa-Institut der ESTA am Werbellinsee, Nähe Berlin. Die Fahrtkosten für die Gruppe aus Naujoji Akmene, so sagte Bürgermeister Ehling im Rahmen seiner Reise zu, werden durch das Landesprogramm zur Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit, das bei der Stadt Bocholt geführt wird, gedeckt. Auch ein Zusammentreffen in der Musikschule von Venta und die Vorführung der Folkloregruppe "Ventukai" veranlasste Bürgermeister Ehling, diese Gruppe im Mai oder Juni 2001 nach Bocholt einzuladen. Die Kosten für die Reise dieser Gruppe sollen aus Mitteln des Kuratoriums zur Förderung der Kultur bei der Stadtsparkasse gedeckt werden.

Am zweiten Tag zeigten die litauischen Gastgeber den Bocholter Gästen die nahe und weitere Umgebung. So führte eine Fahrt nach Kleipeda, dem größten Hafen Litauens, mit Hafenrundfahrt und Besichtigung der Altstadt. Außerdem besuchten Bürgermeister Ehling und sein Stabschef Ludger Triphaus ein Uhren-, Stein- und Meeresmuseum. Eine Fahrt nach Palanga, einem bekannten Kur- und Tourismusort in Litauen schloss das Besuchsprogramm an diesem Tag ab.

Ehling und Triphaus kamen mit zahlreichen Eindrücken aus der befreundeten Gemeinde Naujoji Akmene zurück. Insbesondere waren sie von der enormen Gastfreundschaft sehr beeindruckt. Gleichzeitig machten sie deutlich, dass Naujoji Akmene konkrete Vorstellungen zur Verwirklichung des Freundschaftsvertrags hat. So ist sicherlich in erster Linie der menschliche Austausch insbesondere mit jungen Leuten wichtig, um den Erfahrungshorizont zu erweitern. Nicht vernachlässigt werden soll, so der Wunsch Akmenes, auch der wirtschaftliche Austausch, so soll der Wunsch eines Fleischers in Naujoji Akmene nach einem Kontakt mit einem hiesigen Fleischer weiter verfolgt werden. Deutlich wurde insbesondere bei den Betriebsbesichtigungen, dass es durchaus Zusammenarbeit mit westlichen Firmen gibt. So arbeitet die Firma Eternit-Norwegen mit dem Zementwerk in Akmene zusammen. Die Hoffnungen von Bürgermeister Lupeika ruhen jedoch auf dem Aufbau eines Mittelstandes, den es in Litauen bisher nur in Ansätzen gibt. Nach Ansicht von Bürgermeister Ehling ist mit relativ wenig Aufwand materielle Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Freundschaft für Naujoji Akmene ungeheuer wichtig ist und dass man den Weg, den man mit der Unterzeichnung des Freundschaftsvertrages im Juni 2000 begonnen hat, von beiden Seiten aus weiter gehen wird.