Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 08. März 2001

Baupraxis Passivhaus-Informationsabend am 13.3.2001

Bocholt (pd).

Am Dienstag, 13.3.2001, 19.00 Uhr, Ratssaal des Rathauses Berliner Platz 1, veranstaltet das Umweltreferat der Stadt Bocholt eine Infoveranstaltung zur Baupraxis von Passivhäusern. Klaus Michael vom Niedrig-Energie-Institut Detmold, der auch die Qualitätssicherung der Bocholter Passivhäuser übernimmt, wird als Referent konkrete Informationen geben und Fragen aus dem Publikum beantworten.

Eingeladen sind alle Bauherren, unabhängig ob sie konkret an einem Grundstück in Biemenhorst oder generell an dieser Bauweise interessiert sind. Informativ ist die Veranstaltung auch für Personen, die gerne kurzfristig eine Doppelhaushälfte in Passivbauweise bauen möchten. Sie können hier vielleicht ein passendes Angebot finden. Denn noch nicht alle jetzigen Bauherren haben auch einen passenden Baupartner. Die Kosten pro m2 Bauland betragen DM 260,- inkl. Erschließungskosten.

Am letzten Wochenende wurde bereits der 1. Spatenstich für Passivhaus von einer Doppelhaushälfte in Massivbauweise mit Wärmedämmputz in Biemenhorst durchgeführt. Als Dachform wurde ein Pultdach gewählt, um die Sonnenenergie auf der Süd-Westseite des Hauses besser nutzen zu können. Weitere Planungen liegen für dieses Gebiet schon vor. Auch wenn die Bauweisen verschieden sein können, eines gemeinsam ist allen Häusern: der Heizernergieverbrauch beträgt ein Zehntel von dem eines konventionell errichteten Hauses dieser Größe. Auch die geplante Gestaltung der Häuser in Biemenhorst kann variieren. So liegen bereits Baupläne für Holzständerhäuser mit Klinkerfassade und Putz vor. Auch verschiedene Dachformen werden realisiert. Neben dem Pultdach wird auch das klassische Satteldach mit Dachgaube zu finden sein.

Das Projekt "Passivhäuser" der Stadt Bocholt in Biemenhorst umfasst 12 Doppelhaushälften und 3 Einfamilienhäuser. Lukrativ für Bauwillige ist das Faktum, dass es eine Unterstützung durch Vorrang bei der Grundstücksvergabe, fachliche Beratung und bei den Doppelhaushälften auch durch finanzielle Förderung mit je 10.000 DM. möglich ist. Darüber hinaus gibt es für den Bau von Passivhäusern zinsgünstige Darlehen in Höhe von ca. 100.000,- DM von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, zu beantragen über die jeweilige Hausbank. Über das REN- Programm des Landesinstitutes für Bauwesen können Fördermittel in Höhe von 3000,- DM für den Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung beantragt werden. Das Landesinstitut für Bauwesen fördert seit neuestem ebenfalls die Passivhaus-Bauweise.

In welcher Höhe und zu welchen Bedingungen dies der Fall ist, kann in Aachen unter Tel. 0241/455-01 erfragt werden. Hier gibt es auch die entsprechenden Antragsformulare. Die Stadt Bocholt selbst unterstützt den Einbau von Thermischen Solaranlagen zur Warmwasserbereitung mit DM 1500,- pro Anlage. Anträge hierfür gibt es bei Mike Nienhaus, Geschäftsbereich Wohnen, Tel. 953-455. Weitere Informationen zum Thema Passivhaus gibt es beim Umweltreferat der Stadt Bocholt, Tel. 953-137. Wer sich für eines der Passivhaus-Grundstücke in Biemenhorst interessiert, wendet sich an den FB Grundstücks- und Bodenwirtschaft, Gerd Deckers, Tel. 953-289.

Als Passivhaus werden besonders wärmegedämmte Häuser bezeichnet. Mit Hilfe von Dreifachverglasung und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, benötigen Gebäude dieser Art fast keine Heizenergie mehr. Die im Haus durch Lampen, Geräte und Personen produzierte Wärme wird, genau wie die Sonnenwärme, zum Heizen mit genutzt. Mit Hilfe der eingebauten Lüftungsanlage wird z. B. alle zwei Stunden einmal die gesamte Luft im Haus erneuert und komplett ausgetauscht. Nützlicher Nebeneffekt: Es gibt keine Belästigung durch Küchengerüche oder Feuchtigkeit und auf ein herkömmliches Heizungssystem kann verzichtet werden. Die im Haus produzierte Wärme wird durch den Wärmetauscher wieder dem Heizkreislauf zugeführt. Der Effekt dieser Art des Energiesparens macht sich auch deutlich finanziell bemerkbar.