Bocholt, 09. November 2001
Genug der Worte
Beschwerdeausschuss: Keine neuen Debatten über Vorplatzgestaltung Mariengymnasium und Namensgebung der Grundschule Feldmark
Bocholt (pd).
Genug der Worte, Ende der Debatte. Dieser Meinung waren zumindest die CDU-Vertreter, die sich im jüngsten Ausschuss für Anregungen und Beschwerden der Stadt Bocholt versammelt hatten. Damit besaßen sie die Mehrheit, um die SPD bei der Beschlussfassung in den Fragen zu überstimmen, ob aufgrund von schriftlich eingereichten Beschwerden zwei bereits entschiedene Sachthemen den Weg zurück in die Fachausschüsse finden sollten. Konkretes Ergebnis: Weder die Vorplatzgestaltung des Mariengymnasiums noch die Namensgebung der Annette-von-Droste-Hülshoff-Grundschule im Stadtteil Feldmark werden Gegenstand einer neuerlichen Sachdebatte.
Die CDU ist der Meinung, dass die strittigen Themen bereits ausreichend behandelt wurden und sich keine neuen relevanten Aspekte ergeben.
Lehrer, Eltern und Schüler vom Mariengymnasium äußerten ihren Unmut über die geplante Gestaltung des Vorplatzes der Schule. Während die Verwaltung plant, eine Fläche von 400 qm zu asphaltieren und für eine mobile Skateranlage herzurichten, wünscht sich die Schule den Erhalt von möglichst viel Grünfläche. "Man ist der Schule in bestimmten Sachen entgegengekommen, alle Wünsche können nicht erfüllt werden. Darüber ist genug debattiert worden", meinte CDU-Ratsmann Bernhard Buß. Seine Partei lehnte ab, die SPD enthielt sich bei der Abstimmung. Die Grünen sprachen sich für eine Verlagerung aus - sie sind allerdings lediglich mit beratender Stimme im Ausschuss vertreten, bei der Beschlussfassung spielen sie keine Rolle.
Anders stimmte die SPD beim Thema der "Grundschule Feldmark" ab, die den von der Verwaltung vorgeschlagenen und vom Bezirksausschuss West beschlossenen Namen der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff trägt. Zu kompliziert auszusprechen und zu merken für Kinder, trugen die Eltern vor und machten auch gleich Alternativvorschläge: "Löwenzahn" wurde favorisiert, daneben Astrid Lindgren, Erich Kästner oder Wilhelm Busch. Hier sprach sich die SPD für eine erneute Verlagerung in den Bezirksausschuss West aus. Das meinten auch die Grünen. Die CDU indes lehnte ab – 3:1 bei der Abstimmung, alles bleibt beim alten.