Bocholt, 20. Dezember 2001
Bürgermeister Ehling sendet ehemaligen jüdischen Mitbürgern Grüße zum Jahreswechsel
Post und Buchgeschenke auf dem Weg nach Argentinien, Berlin, Israel, Paraguay, in die Schweiz und USA
Bocholt (pd).
In den letzten Tagen wurden 31 ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger von Bürgermeister Klaus Ehling angeschrieben. Wie in jedem Jahr erhalten sie von ihrer alten Heimatstadt Bocholt herzliche Grüße zum Jahreswechsel.
In dem jetzigen Brief ging Bürgermeister Ehling insbesondere auf die grausamen Terroranschläge in Amerika und ihre Auswirkungen auf das Weltgeschehen ein. Ebenfalls berichtete er den ehemaligen jüdischen Mitbürgern, dass im September aufgrund dieser Attentate in Bocholt ein Kondolenzbuch ausgelegt wurde, in dem die Bocholterinnen und Bocholter ihr Beileid dem amerikanischen Volk gegenüber bekunden konnten.
Neben den allgemeinen Informationen zum Geschehen in Bocholt hob der Bürgermeister insbesondere die beiden Besuche von Sally Perel und dem Landesrabbiner Dr. Henry Brandt hervor.
Am 13. März 2001 war der bekannte jüdische Autor Sally Perel zu Gast in Bocholt und stellte sein Buch "Ich war Hitlerjunge Salomon" vor. In diesem Buch berichtet Perel über sein Leben, wie er dem Holocaust in der Uniform der Nazis entkam und mitten in Deutschland als Hitlerjunge Jupp Perjell überlebte. Dieses Buch schickte Bürgermeister Ehling den ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zusammen mit dem jetzigen Brief zum Jahreswechsel zu.
Aber auch auf den Besuch des Landesrabbiners Dr. Henry Brandt im November spricht Ehling rückblickend an. In seiner Eigenschaft als Präsident des Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christliche jüdische Zusammenarbeit nahm Dr. Brandt an einer hiesigen Podiumsdiskussion zum Thema "Glauben Juden und Christen an denselben Gott?" teil und trug sich im Rahmen des städtischen Empfangs in das Goldene Buch der Stadt Bocholt ein.
Abschließend wünschte Bürgermeister Klaus Ehling den Empfängern der Briefe für das Jahr 2002 alles Gute, Gesundheit, viel Glück und vor allen Dingen Frieden. Die ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Bocholt haben in vielen Regionen der Erde, z.B. in den USA, Argentinien, Paraguay, Israel und der Schweiz, ihr neues Zuhause gefunden. So leben heute in den USA 23 Mitbürger und Mitbürgerinnen, in Argentinien drei, in Paraguay einer, in Israel zwei, in der Schweiz und in Berlin jeweils einer.