Bocholt, 07. Juni 2002
Energiespar-Check für ältere Gebäude
Beratung durch Architekten und Ingenieure zum Startpreis von 100 Euro
Bocholt (pd).
Auf ein interessantes Beratungsangebot der Architektenkammer NW und der Ingenieurkammer-Bau NRW weist das Umweltreferat der Stadt Bocholt hin. Noch bis zum 31.01.2003 können Besitzer älterer Gebäude die Energieeinsparmöglichkeiten ihres Hauses zu einem Festpreis von 100 € von Fachleuten überprüfen lassen.
Untersuchungen haben ergeben, dass in der Bundesrepublik bis zu zwei Drittel der eingesetzten Heiz-Energie eingespart werden könnte. Voraussetzung: Ein energetischer Gebäude-Check und eine entsprechende Sanierung der Gebäude. Viele Gebäude, die wahre Energieschleudern sind, könnten auf wirtschaftliche Art und Weise energetisch verbessert werden. Die neue Energieeinsparverordnung, die am 1. Februar 2002 in Kraft getreten ist, zielt in diese Richtung.
Auch an den Gebäudebestand werden jetzt neue Anforderungen gestellt: Ungedämmte Rohrleitungen müssen wärmegedämmt, Geschossdecken in bestimmten Fällen überarbeitet, Heizungssysteme erneuert werden. Wo Schwachstellen eines Hauses liegen, was getan werden muss und was sinnvollerweise (etwa im Zuge einer sowieso anstehenden Renovierung) getan werden sollte, erläutern Fachleute im Rahmen des Programms "Energieberatung durch Architekten und Ingenieure". Zu einem Festpreis von 100 Euro analysieren erfahrene Architekten und Ingenieure das Gebäude und unterbreiten Vorschläge für energiesparende Maßnahmen, die langfristig auch den Geldbeutel des Hausbesitzers entlasten. Typische Häuser aus den 50er- und 60er Jahren verbrauchen im Schnitt über 25 l Heizöl oder über 25 m3 Erdgas im Jahr, um einen einzigen Quadratmeter Wohnfläche zu beheizen. Durch eine energetische Sanierung des Gebäudes kann dieser enorme Energieverbrauch um mehr als die Hälfte reduziert werden.
Ein Beispiel: Ein Bauherr saniert ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1962. Bei einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern und einem durchschnittlichen Energiepreis von 35 Cent pro Liter Heizöl können die Energiekosten im Jahr von 1.225 Euro auf unter 500 Euro gesenkt werden. Energiesenkende Maßnahmen sind insbesondere dann sinnvoll, wenn ohnehin eine Sanierung des Hauses, ein Umbau, Anbau oder eine Fassadenerneuerung geplant sind. Typische Maßnahmen sind eine zusätzliche Dämmung der Fassade, von Kellerdecke und Dachstuhl, Austausch der Fenster sowie Erneuerung des Heiz- und Warmwassersystems. Langfristig sinnvolle Ergebnisse lassen sich nur dann erzielen, wenn das Gebäude in seiner Gesamtheit betrachtet wird. Die Beratung durch den Architekten oder Ingenieur umfasst deshalb nicht nur technische, sondern auch ökologische und ökonomische Aspekte der angestrebten Energiesparmaßnahme sowie aktuelle Fördermöglichkeiten.
Die Investitionen in ein optimal gedämmtes Haus machen sich nicht nur von Abrechnung zu Abrechnung bemerkbar, sondern erhöhen auch den Gesamtwert der Immobilie und steigern das subjektive Wohlbefinden der Hausbewohner.
Weitere Informationen und Listen mit Ansprechpartnern in NRW gibt es bei der Architektenkammer NRW, Tel. 0211/496719 und der Ingenieurkammer-Bau NRW, Tel. 0201/435050.
Diese und viele weitere Informationen finden Sie auch auf dem städtischen Internetportal unter www.bocholt.de - surfen Sie einfach mal vorbei!