Bocholt, 15. August 2002
"Grün kaputt" - Vom Umgang mit Landschaft und Gärten
Bekannte Fotoausstellung ist ab 27. August im Bocholter Rathaus zu sehen
Bocholt (pd).
Mächtig und stolz steht der große Baum, untenrum mit einem dicken Betonkringel als Korsett. Das Grab ist wie mit der Nagelschere gerichtet, mittendrin ein Plastikgesteck, wie für die Ewigkeit geschaffen. Der Rasen sieht aus wie parfümiert, japanische Zierkirschen narren früchtelos die heimische Vogelwelt. Aber dafür herrscht Sauberkeit und Ordnung im deutschen Gartenland. "Grün kaputt - Die Landschaft und Gärten der Deutschen" heißt die Fotoausstellung im Rathaus, die auf plakative und pointierte Art und Weise aufzeigt, wie hierzulande mit Pflanzen und Grün umgegangen wird. Sie ist vom 27. August bis zum 10. September 2002 im Foyer des Bocholter Rathauses am Berliner Platz 1 zu sehen.
Auf etwa 100 Tafeln geht es um den Umgang mit Natur, der Flächenzerstörung und Anpassung im Großen und im Kleinen. Die Gegenüberstellung positiver und negativer Beispiele haben "Grün kaputt" im In- und deutschsprachigen Ausland seit nunmehr gut zwei Jahrzehnten zu einem Klassiker der Umweltaufklärung gemacht. Drastische Gegensätze regen zur Diskussion an. Themengebiete sind u.a. Vorgärten und Abstandsgrün, Höfe und Abstellplätze, Dorfrand und Randbebauung.
Die Fotodokumentation wurde ehemals von einem Autorenteam der Gesellschaft für sozialwissenschaftliche und ökologische Forschung München erstellt. Die Autoren von "Grün kaputt" haben ihre Umgebung über Jahre hinweg genau beobachtet und fotografiert. Die nach wie vor aktuelle Dokumentation wurde vom Umweltreferat der Stadt Bocholt auf Anregung der Lokalen Agenda nach Bocholt geholt. Sie soll Motivation sein, mehr Natur vor der Haustür zuzulassen und macht deutlich, wo jeder einzelne ansetzen kann.