Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 16. Oktober 2002

"Schnäppchen" muss auf Dauer nicht günstig sein

Bei großen Haushaltsgeräten lohnt Vergleich der Betriebskosten / Internet-Datenbank hilft bei Auswahl

Bocholt (pd).

Kühl- und Gefriergeräte, Wasch- und Spülmaschinen sowie Wäschetrockner sind Haushaltsgeräte, die zumeist über viele Jahre ihren Dienst versehen. Da lohnt vor der Anschaffung eine gezielte Auswahl, denn: Das vermeintlich billige "Schnäppchen" mit verlockend niedrigem Kaufpreis muss auf Dauer gesehen nicht unbedingt am günstigsten sein. Wichtiges Merkmal sind vor allem die Betriebskosten, die solche Geräte verursachen. Da kann sich ein Vergleich auf langer Sicht in barer Münze auszahlen.

Neben guter und zuverlässiger Leistung sollte der Käufer daher vor allem auf die Verbrauchswerte achten, denn ein niedriger Strom- oder Wasserverbrauch bewirkt nicht nur weniger Umweltbelastung, sondern spart auch Betriebskosten. "Viele Käufer von Haushaltsgeräten sind sich nicht darüber im Klaren, dass die Betriebskosten während der Lebensdauer solcher Geräte oft deutlich höher sind als ihr Kaufpreis", sagt Angela Theurich vom städtischen Umweltreferat.

Jetzt gibt es im Internet eine Datenbank, die bei der Suche nach dem passenden Gerät hilft. Unter der Adresse www.spargeraete.de/eanrw sind rund 3.500 in Deutschland lieferbare Haushaltsgroßgeräte gelistet, darunter etwa 1.950 Kühl- und Gefriergeräte, 600 Waschmaschinen, 850 Spülmaschinen, 200 Wäschetrockner und 60 Wäschetrockner. Per Menüsteuerung können diejenigen Geräte ausgewählt werden, die die gewünschte Bauart, Bauform, Größe, Effizienz und andere jeweilige Leistungsmerkmale haben sollen. Der geneigte Käufer kann anhand einer Übersicht schon im Vorfeld ausrechnen, welche Betriebskosten das ausgesuchte Gerät für die Dauer von 15 Jahren verursachen wird.

Die Betrachtung mehrerer Jahre macht Sinn: Die Verbrauchsunterschiede erscheinen zwar zunächst oft nur als "Stellen hinter dem Komma". Man sollte sich aber nicht täuschen: Der sparsamste Tischkühlschrank mit */***-Sterne-Fach zum Beispiel spart gegenüber dem am meisten Strom verbrauchenden Modell in 15 Jahren insgesamt über 500 € an Stromkosten. Sein höherer Kaufpreis von etwa 175 € ist insofern eine sehr rentable Investition.

Bei Waschmaschinen verursacht ein um 20 Liter höherer Wasserverbrauch in 15 Jahren etwa vermeidbare 180 € Wasserkosten. Bei Kühl- und Gefriergeräten verursacht ein um nur 0,10 kWh pro Tag höherer Stromverbrauch in 15 Jahren immerhin noch etwa 82 € zusätzliche Stromkosten.

"Seit der Einführung der Eurolabel-Aufkleber mit den Kennbuchstaben "A" bis "G" vermuten viele Verbraucher irrtümlich, dass es genüge, nur darauf zu achten, ein "A"-Gerät zu kaufen. Da die Eurolabel-Systematik aber bereits viele Jahre alt ist, reicht dieser Maßstab inzwischen bei vielen Gerätearten nicht mehr", so Theurich. Mit Eurolabel-"A" darf sich nämlich jedes Gerät schmücken, das weniger als 55 % des Strom- bzw. Wasserverbrauchs dieser Gerätegruppe – gemessen am gesamten europäischen Lieferangebot von vor 5 Jahren hat. Bei einigen Gerätearten gehören daher schon mehr als 60 % der angebotenen Geräte zur "A"- Klasse.

Wer keinen Internet-Zugang hat, kann die Informationen kostenlos auch in gedruckter Form erhalten. Die Broschüren liegen im Infozentrum Planung, Umwelt, Bau im 2. Stock des Bocholter Rathauses, Berliner Platz 1, aus. Infos erteilt die Umweltreferentin Angela Theurich unter Tel.: 02871/953-137, Email: atheuric@mail.bocholt.de.