Bocholt, 07. März 2003
Bocholts Passivhäuser finden international Beachtung
Fachkongress in Hamburg
Bocholt (pd).
Beim 7. internationalen Fachkongress für Passivhäuser in Hamburg fand das Bocholter "Passivhaus- Projekt- Biemenhorst" guten Anklang.
Fachleute aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Österreich und der Schweiz hatten sich im Hamburger Congress-Centrum getroffen, um den neuesten Stand der Technik im Bereich Passivhäuser aber auch Erfahrungen mit der Umsetzung von Bauvorhaben auszutauschen. Ca. 450 Baufachleute, in der Hauptsache Architekten, Ingenieure, Bauunternehmer und Wohnungsbaugesellschafter tummelten sich drei Tage im Congress-Centrum der Metropole. Ebenfalls dabei: Vertreter von Hochschulen, Fachhochschulen, Land und Bund, Kommunen, der Energiebranche und viele mehr.
Das Bocholter "PASSIVHAUS- Projekt-Biemenhorst" war eines der Projekte im Themenbereich "Umsetzung", die im Vorfeld von einer 7- köpfigen Jury ausgewählt worden war. Umweltreferentin Angela Theurich stand in ihrem Vortrag Rede und Antwort. Das Projekt interessierte, denn nicht viele Kommunen können mit selbst initiierten und bereits realisierten Projekten aufwarten. So konnten einige Anregungen und Erfahrungen weiter gegeben werden. "Der Kongress war aber auch für mich selbst sehr interessant. Hier wurde nochmals ganz deutlich, dass das Passivhaus als moderne Form des Bauens absolut im Kommen ist", sagt Theurich. "Was im westlichen Münsterland bei einigen Gruppen noch etwas experimentell anmutet, ist in den Großstädten bereits Alltag."
Eine Analyse der Anzahl gebauter Passivhäuser in Deutschland zeigt seit 1997 ein exponentielles Wachstum mit einer Wachstumsraten von annähernd 100 % pro Jahr. Selbst viele Wohnungsbaugesellschaften bauen heute bereits diesen zukunftsweisenden Standard und arbeiten täglich an der Realisierung der preisgünstigsten Varianten. Interessant auch der Einfluss bzw. der "Nichteinfluss" des Nutzerverhaltens in diesen Mehrfamilienhäusern. Selbst Bewohnen der Räumlichkeiten ohne optimale Ausnutzung der Lüftungstechnik führt diese Bauweise nicht ad absurdum. Wie wissenschaftliche Messreihen feststellten, liegen die Energieverbräuche selbst dann noch deutlich unter denen eines normalen Niedrigenergiehauses.
Auch die Entwicklung im Bereich Haustechnik schreitet schnell voran. Immer mehr Anlagen kommen auf den Markt, die Auswahl steigt ständig. Eine Zukunftsbranche also, ohne Frage. Umweltreferentin Angela Theurich hofft, dass auch in Bocholt in Zukunft Neubauten verstärkt als PASSIVHÄUSER realisiert werden. Finanzielle Unterstützung durch das Landesinstitut für Bauwesen gibt es derzeit und zwar in beträchtlicher Höhe, außerdem fachliche Beratung durch die Stadt Bocholt.
Wer näheres wissen möchte, kann sich unter Tel. 02871/953-137 an das Umweltreferat der Stadt Bocholt wenden.