Bocholt, 29. September 2003
Bioabfall: ESB verteilt 18 Mal die rote Karte
Mangelhafte Sortierung hat zugenommen / Weitere Stichproben
Bocholt (pd).
Der Sortiereifer in Sachen Bioabfall hat in den vergangenen Jahren stark nachgelassen. Diesen Eindruck fand Abfallberaterin Petra Somborn vom Entsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Bocholt (ESB) nach einer Stichprobe im Stadtteil Feldmark bestätigt.
Immer wieder stieß Somborn bei der Untersuchung von 113 Biotonnen auf Folien und Plastiknetze, die im Bioeimer nichts zu suchen haben. "Das wirkt sich nachteilig auf den Bioabfall aus. Durch nicht kompostierbare Störstoffe wie Folien und Plastiknetze wird die Kompostierung der Bioabfälle erschwert und verzögert", so die ESB-Expertin.
Der ESB ergreift zur Zeit Maßnahmen, um die Qualität des Biomülls langfristig zu verbessern. Mit verschiedenfarbigen Aufklebern macht die Abfallberatung auf die Probleme aufmerksam. Am vergangenen Mittwoch, den 24. September, wurden die ersten 113 Biotonnen in der Feldmark gesichtet.
83 Haushalte in der Feldmark bekamen einen grünen Aufkleber, der signalisierte: Keine Beanstandung.
In 12 Gefäßen fand der ESB neben Bioabfällen wie Gemüseresten und Gartenabfällen einige Störstoffe, wie z.B. einzelne Tüten. Diese Biotonnen erhielten eine gelbe Karte, als Hinweis, dass noch etwas zu verbessern ist.
Bei 18 Biotonnen wurde die rote Karte verteilt. In diesen Tonnen überwogen die Störstoffe. "Plastiktüten, Gelbe Säcke, sowie Kunststoffnetze gehören nicht in die Biotonne", sagt Somborn. Biotonnen mit roter Karte blieben stehen und werden erst bei der Restmüllabfuhr in dieser Woche geleert.
Feldmark war nur der Anfang. In Zukunft werden solche farbigen Karten häufiger im Stadtbild auftauchen, da auch an anderen Stellen Stichproben durchgeführt werden. Damit die grünen Karten auch weiterhin überwiegen, erinnert die Abfallberaterin an die "Spielregeln" bei der Entsorgung von Bioabfall. Somborn: "Kompostiert werden können nur kompostierfähige, organische Abfälle wie Gemüse- und Obstreste, Fischgräten und Eierschalen. Nicht zum Kompost gehören z. B. Folien, Kunststoffe, Hygieneartikel."
Auch die als kompostierfähig angebotenen Plastikmüllbeutel sind laut Abfallberaterin nicht für die Kompostierung geeignet, da sie doppelt soviel Zeit wie normaler Biomüll für die Umsetzung benötigen. Sie behindern also den normalen Kompostierungsprozess unnötig. Außerdem wickeln sich diese recht stabilen Beutel um die Förderbänder im Kompostwerk und führen so zu weiteren Störungen. "Wer auf Beutel nicht verzichten möchte, kann auf Papiertüten zurückgreifen", rät Somborn.
Fragen rund um das Thema beantworten Petra Somborn unter Tel. 02871/24 63 24 oder Heinz Hebing unter Tel. 02871/24 63 30.