Bocholt, 23. April 2004
Höhere Zuschüsse für Partnerschaft mit Aurillac
Arbeitskreis Städtepartnerschaften will Austausch stimulieren
Bocholt (pd).
Höhere Zuschüsse für Übernachtungen und extra Buskosten für Gruppenreisen: Diese Maßnahmen sollen den Austausch zwischen Bocholt und seiner französischen Partnerstadt Aurillac neu stimulieren. Das beschloss der Arbeitskreis Städtepartnerschaften in seiner jüngsten Sitzung.
Hintergrund ist ein seit einigen Jahren kontinuierlich starker Rückgang der Besucherzahlen mit einem Tiefpunkt von nur 12 deutschen Besuchern in Aurillac im Jahr 2003. Mögliche Ursache für den Rückgang der Besuche in Aurillac, so vermutet der Arbeitskreis, sei ein Generationswechsel auf beiden Seiten, da bei partnerschaftlichen Begegnungen die Beziehungen personengebunden abwickelt würden. Außerdem wurden die weite Entfernung, die jeweils andere Sprache und die lange Fahrt zur französischen Partnerstadt als mögliche Gründe gesehen.
Auf Vorschlag der Stadt Bocholt und der Deutsch-Französischen Gesellschaft beschloss der Arbeitskreis Städtepartnerschaften, dass zur Reaktivierung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Bocholt und Aurillac sowohl im Jahr 2004 als auch in 2005 die bisherigen Zuschussrichtlinien für Reisen in die Partnerstadt Aurillac geändert werden. Im Klartext: Ab sofort können auch Familien und Einzelpersonen einen Zuschuss in Höhe von 25 Euro anstelle des bisher gültigen Zuschusses von 15 Euro beantragen.
Als weitere Maßnahme ist der Mindestaufenthalt (bisherige Regelung: 4 Tage = 3 Übernachtungen) geändert worden. Reisende nach Aurillac können den Zuschuss bereits ab dem ersten Tag mit einer Übernachtung in Anspruch nehmen. Gruppen und Vereine (Mindeststärke: 10 Personen) erhalten für Reisen in die französische Partnerstadt einen zusätzlichen pauschalen Zuschuss zu ihren Buskosten in Höhe von 300 Euro. Damit sollen insbesondere Gruppenreisen nach Aurillac gefördert werden.
Diese Maßnahmen und auch weitere von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Bocholt e.V. erarbeiteten Projekte werden in der französischen Partnerstadt im September von der Präsidentin der DFG, Heike Schoo, und der Partnerschaftsbeauftragten der Stadt Bocholt, Petra Taubach, vorgestellt. Im Rahmen eines Diskussionsforums sollen dann weitere gemeinsame Vorschläge zur Reaktivierung der partnerschaftlichen Beziehungen erarbeitet werden.
Die Deutsch-Französische Gesellschaft wird am Mittwoch, den 14. Juli 2004, alle Vereine, Gruppen und Schulen, die in den letzten Jahren Kontakte mit Aurillac hatten oder als künftige Interessenten eingeschätzt werden, an einen "runden Tisch" einladen, um über Möglichkeiten zukünftiger Beziehungen mit der französischen Partnerstadt zu sprechen. Die Ergebnisse aus diesem Gespräch sollen ebenfalls mit Aurillac erörtert werden.
Außerdem wird die Deutsch-Französische Gesellschaft im Jahr 2005 eine 9-tägige Reise nach Aurillac anbieten, so dass alle Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit haben, die französische Partnerstadt kennen zu lernen.
- In einem weiteren Punkt der Sitzung empfahl der Arbeitskreis einstimmig Martin Schmitz als bürgerschaftlichen Vertreter für den Besuch der offiziellen Delegation in die englische Partnerstadt Rossendale in der Zeit vom 16.-20. Juli 2004. Schmitz organisiert seit rd. 12 Jahren die Fahrten der KAB Ss. Ewaldi – Sportabteilung nach Rossendale bzw. auch die entsprechenden Gegenbesuche in Bocholt. Die weiteren Benennungen werden in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 12. Mai 2004 beschlossen.
- Abschließend wurde von der Verwaltung kurz über den Besuch einer Delegation aus der chinesischen Stadt Wuxi Anfang März berichtet. Dieser Besuch verdeutlichte, dass die Beziehungen zwischen Bocholt und Wuxi in erster Linie auf die Bereiche Wirtschaft und Handel zielen, hieß es.