Bocholt, 22. Juli 2004
Erstmals Sterbefallüberschuss
Aber: Wanderungsgewinne kompensieren Geburtenrückgang / 73.500 Einwohner
Bocholt (pd).
Erstmals hat es in Bocholt einen Sterbefallüberschuss gegeben. Das belegen die amtlichen Zahlen des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik. 669 Geburten im Jahre 2003 stehen 707 Sterbefälle gegenüber.
"Damit gehen die Voraussagen der Bevölkerungsprognose in Erfüllung, wenn auch zeitlich etwas nach hinten versetzt", sagt Klaus Kaiser, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung. "Wir schließen uns damit dem Trend der Großstädte, in denen die Entwicklung schon länger zu beobachten ist, an," ergänzt der Stadtentwickler.
Kompensiert wird der natürliche Bevölkerungsrückgang durch einen überproportionalen Wanderungsgewinn, den Bocholt im Jahre 2003 zu verzeichnen hatte. 2.229 Fortzügen standen 2.693 Zuzüge gegenüber, das bedeutet einen Wanderungsgewinn von 464 Personen. Insgesamt ist die Bevölkerung in Bocholt zum 31.12.2003 deshalb auf 73.522 Personen gestiegen.
Die Zahl der Geburten ist nach dem Höchststand im Jahre 1991, als in Bocholt 961 Jungen und Mädchen geboren wurden, ständig weiter zurückgegangen. Konnten in den Jahren '92 und '93 noch Werte über 900 erreicht werden, so wurden in den letzten fünf Jahren immer weniger Kinder geboren. Pendelten sich die Zahlen in den Jahren '00, '01 und '02 auf einen Wert knapp über 700 ein, so ist für das Jahr 2003 mit einer Geburtenzahl von 669 ein historischer Niedrigwert erreicht worden. "Diese Werte werden nicht nur Auswirkungen auf Kindergärten und Schulen haben", erläutert Kaiser, "auch die Sportvereine und andere Einrichtungen werden diesen Trend mittelfristig zu spüren bekommen."