Bocholt, 16. März 2005
Sport: Kürzung der Zuschüsse?
Bocholt (pd).
Bekommen die Bocholter Sportvereine in diesem Jahr weniger Zuschüsse für Betriebskosten und Übungsleiter? Zumindest steht hinter der Einhaltung der städtischen Haushaltsansätze ein dickes Fragezeichen.
Kürzungen bei diesen Positionen seien nicht ausgeschlossen, sagte die Verwaltung im jüngsten Sportausschuss.
Hintergrund: Wegen der Kreisumlage muss die Stadt Bocholt, die erst vor kurzem ihren Haushalt abgesegnet hat, rund 1 Mio. Euro zusätzlich einsparen. Betroffen seien alle städtischen Fachbereiche, so Dezernent Bernd Hagmayer.
Im Fachbereich Jugend, Familie und Sport seien Kürzungen i.H.v. rund 285.000 Euro zu veranschlagen, hieß es. An welchen Stellen genau der Rotstift angesetzt wird, ist allerdings noch offen. Vorschläge müssen erst erarbeitet werden.
Im ursprünglichen Haushaltsansatz vorgesehen sind Betriebskostenzuschüsse i.H.v. 270.000 Euro und Übungsleiterzuschüsse i.H.v. 100.000 Euro. Von diesen Beträgen werde jeweils ein Anteil von rund 20 % vorerst nicht zur Auszahlung kommen bzw. erst dann, wenn eine Deckung gewährleistet werden könne, sagte Fachbereichsleiter Benedikt Püttmann.
Ausnahme: Der GSV Suderwick kann mit einem städtischen Zuschuss i.H.v. 40.000 Euro für die Sanierung seines Clubhauses planen. Dieser Antrag werde bei den Kürzungsüberlegungen des Fachbereichs ausgenommen, sagte Püttmann.
Mit „deutlichen Kürzungen“ rechnen müsse indes der Verein „Freizeitanlage Bocholt e.V.“, der einen Betriebskostenzuschuss i.H.v. 95.000 Euro beantragt hatte.
Zuvor beschloss der Sportausschuss den Finanzkorridor für die Jahre 2005-2007 (Vermögenshaushalt). In diesem Zeitraum sollen insgesamt 540.000 Euro (2005:190.000/2006:175.000/2007:175.000) in den Bocholter Sport investiert werden.
Der Sportausschuss stimmte ferner für die Bildung einer Lenkungs- und Steuerungsgruppe unter dem Titel „BOH - Zukunft Sport“. Sie soll auf Basis der Sportstudie, die die Stadt von der Sporthochschule Köln im letzten Jahr hat fertigen lassen, Vorschläge für die künftige Entwicklung und Struktur des Bocholter Sports erarbeiten.
Der Antrag der CDU zur Bildung der Lenkungs- und Steuerungsgruppe wurde einstimmig erweitert um den SPD-Vorschlag, Vertreter aller Ratsfraktionen in diesen Ausschuss aufzunehmen. Auch der Vorschlag, zwei Mitglieder des Stadtsportbundes (statt wie zunächst geplant nur eines) ins Gremium zu nehmen, fand Zustimmung.
Die Lenkungs- und Steuerungsgruppe „BOH – Zukunft Sport“ soll durch den Stadtrat offiziell eingesetzt werden.