Pressemeldung der Stadt Bocholt

Bocholt, 19. April 2005

Einkaufsverhalten der Bocholter ist unterschiedlich

Tägliche Besorgungen im nahen Supermarkt, Großeinkauf beim Großdiscounter

Bocholt (pd).

Das Einkaufsverhalten der Bocholter Bürger ist unterschiedlich: Den täglichen Einkauf erledigen sie zumeist im Supermarkt um die Ecke, den Wochen- und Großeinkauf tätigen sie in der Hauptsache beim Großdiscounter.

Zu diesem Ergebnis kam eine Umfrage unter 1.000 Bürgerinnen und Bürger, die die Stadt Bocholt in Auftrag gegeben hat. Die Stadt will mit den gewonnenen Daten ihr Einzelhandelskonzept von 1998 aktualisieren. Das Konzept dient als Steuerungsinstrument der Stadtplanung, um zentrumsschädlichen Einzelhandel zu regulieren.

Michael Karutz von der beauftragten CIMA Stadtmarketing stellte eine Zwischenanalyse im Ausschuss für Planung und Bau vor. Während die schnelle Erreichbarkeit beim Nahversorgungsmarkt geschätzt würde, wirkten sich beim Großeinkauf ein günstiger Preis und ein breites Angebot verstärkt aus und führten zu einem "gespaltenen Einkaufsverhalten".

Insgesamt bewertete Karutz die Verteilung von Nahversorgungszentren und Discounteransiedlungen über das Bocholter Stadtgebiet im Vergleich zu anderen Städten als "vorzüglich". Eine Ausnahme sei Barlo. Hier sei es "sehr schwierig, eine eigene Nahversorgung zu etablieren, da die Mantelbevölkerung zu gering sei", so der Experte.

Bocholt stehe insgesamt bei den Verbrauchern im "zentralen Focus" der Einkäufe. Karutz empfahl dem Ausschuss, sein Einzelhandelskonzept fortzuführen und mit dem vorhandenen "Netz sehr vorsichtig" umzugehen.

Eine Sondersituation liegt im Bereich "Westendkreisel" vor. Der NORMA-Markt an der Kaiser-Wilhelm-Straße möchte zum "Westendkreisel" umsiedeln. An diesem Standort sieht Karutz bei Ansiedlung eines NORMA-Marktes keine "nachhaltige Störung des Systems". Die Stadt empfahl dem Ausschuss, mittels einer genauen Definition des Betriebstypen in diesem Gebiet eine Ausnahmeregelung zu ermöglichen. So soll die Verkaufsfläche für sog. nahversorgungsrelevante Sortimente (Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel etc.) auf eine Größe von 700 qm beschränkt werden. Sog. Aktionsware soll nur auf 10 % der Verkaufsfläche ermöglicht werden. Dies will die Stadt in einem städtebaulichen Vertrag regeln.