Bocholt, 22. April 2005
Baustellenkontrolle: Verdacht auf Lohndumping
Bocholt (pd).
Unter Verdacht, Lohndumping betrieben zu haben, steht eine Baufirma, die im Zuge einer groß angelegten Kontrolle zur Bekämpfung von Schwarzarbeit am Mittwoch in Bocholt überprüft wurde.
Zollbeamte der "Finanzkontrolle Schwarzarbeit" aus Gronau, das städtische Ordnungsamt sowie ein Mitarbeiter der IG Bau kontrollierten auf den drei Großbaustellen Westtangente, Buchenpassage und Willi-Pattberg-Ring insgesamt 38 Firmen mit 120 Arbeitern.
Ergebnis: Eine Firma soll die nach dem Arbeitgeberentsende-Gesetz (AentG) festgelegten Mindestlöhne unterschritten haben.
Eine weitere Firma steht unter dem Verdacht, Stundennachweise nicht korrekt geführt zu haben.
In 22 Fällen wird gegen eine Firma wegen Nichtzahlung der sog. Auslöse nach dem AentG ermittelt. Hintergrund: Nach dem AentG haben auswärtig beschäftigte Arbeiter zusätzlich zum Mindestlohn Anspruch auf Nebenkosten für Verpflegung und Übernachtung.
In einem weiteren Fall wird wegen Leistungsmissbrauch ermittelt. Ein Arbeitsloser soll neben dem Arbeitslosengeld II zusätzlich Lohn kassiert und diesen nicht angegeben haben.
Die Auswertung der Aktion läuft derzeit. Sollten sich die Verdachtsmomente erhärten, haben die Betroffenen mit Strafanzeigen und empfindlichen Geldbußen zu rechnen.
"Dank der gut organisierten Strategie des Zolls und der reibungslosen Zusammenarbeit der betroffenen Stellen konnten alle Arbeitnehmer zügig überprüft werden. Die Kontrollen verliefen ohne Zwischenfälle", sagte Christina Döring vom städtischen Ordnungsamt.
Weitere Informationen sind im Internet unter www.bocholt.de (Bürgerservice, Stichwort "Schwarzarbeit") abrufbar.
Pressekontakt: Stadt Bocholt - Fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands, Stadt Bocholt, Christina Döring, Ordnungsamt - Gewerbe, 02871/953-357